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Berliner Spontis feiern

Busblockade 1987
Busblockade 1987
Foto: Spontanzusammenschluss

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Foto: Spontanzusammenschluss

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Busblockade 1987
Foto: Spontanzusammenschluss

BERLIN (KOBINET)

BERLIN (KOBINET) Die Berliner Spontis feiern heute 30 Jahre Kampf um Mobilität für Behinderte. Betroffene hatten sich spontan zusammengeschlossen, um gegen drastische Kürzungen beim Sonderfahrdienst Telebus zu protestieren. Das Schwarz-Weiß-Foto einer legendären Busblockade auf dem Kurfürstendamm wurde zur "Gründungsurkunde" vom Spontanzusammenschluss "Mobilität für Behinderte". Es folgten weitere spektakuläre Aktionen. Seitdem wurde mit viel Engagement Beachtliches erreicht, heißt es in einem Flyer zur heutigen Fete in der Weddinger Prinzenallee 58, für den Corinna Lichtenberg, Anita Borrusch und Beate Ender verantwortlich zeichnen: Leben ist  da, wo auch wir sein können! Aber: Wann können wir wirklich überall hin?



Die erste Straßenblockade am 23. Januar 1987 auf dem Adenauerplatz erfolgte im Anschluss an ein Treffen der Protestler in den Räumen der Selbsthilfe Kontakt- und Informationsstelle SEKIS in der Albrecht-Achillesstraße, schreibt Martin Theben in seiner behindertenpolitischen Chronik über die Ereignisse in Berlin. Während dieses Treffens wurden weitere Aktionen beschlossen. Es entstand eine Adressliste der 59 Teilnehmer, darunter Michael Eggert und Martin Marquard. Eggert nahm am 29. April 1987 seine Arbeit als Mitglied im Abgeordnetenhaus für die Alternative Liste auf, wie sich die Berliner Grünen damals nannten. Marquard wurde13 Jahre später als Nachfolger von Staatsekretärin Verena Butalikakis (CDU) zum Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen berufen.

Die Spontis wurden politisch aktiv in einer Zeit, in der zum Beispiel Rolllstuhlaktivisten in Berlin und Frankfurt am Main um die wirikungsvollsten Aktionen gegen Barrieren wetteiferten. Sie mischten sich ein, ohne sich in Vereinsgründung und Projektförderung zu verzetteln. Sie brachten unterschiedliche Lebenserfahrungen in ihre Diskussionen ein und einigten sich mitunter auch nach kontroversen Debatten, was zu tun ist.

Wenn Hindernisse für Selbstbestimmung und Teilhabe in der Gesellschaft zu kritisieren sind, dann muss das möglichst öffentlichkeitswirksam sein und die dafür Verantwortlichen wirklich treffen. Also keine bunten Luftballons, sondern direkt und radikal! Das sorgt dann für Wirbel und Diskusson, wie zum Beispiel am 27. Juni 2015 in der Arminius-Markthalle.

Der Spontanzusammenschluss ist heute in verschiedensten Gremien tätig. Er will auch weiterhin alle Kraft dazu verwenden, „die uns zugestandenen Rechte Wirklichkeit werden zu lassen“ – wenn nötig auch künftig mit Hilfe von „nicht üblichen Maßnahmen“. Dafür seien neue Mitstreiter wichtig, die ihr Wissen, ihre Erfahrungen und Ideen einbringen. 

Mit eMails oder SMS per Handy geht die Kommunikation heute schneller. Doch unverzichtbar für die Spontis ist das Treffen an jedem 2. Donnerstag des Monats im Gemeinschaftsraum der Prinzenallee 58 (im Hof) in der Zeit von 17:00 bis 19:30 Uhr. Wer interessiert ist und Ideen hat, ist hier herzlich willkommen. Es gibt  keine eingetragene Mitgliedschaft in diesem unabhängigen Zusammen-Schluss engagierter Mitstreiter.