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Barrierefreies Bauen nicht aussetzen, sondern umsetzen

Bild von der Demonstration in Düsseldorf am 13.9.17
Bild von der Demonstration in Düsseldorf am 13.9.17
Foto: VdK

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Foto: VdK

DüSSELDORF (KOBINET)

DüSSELDORF (KOBINET) Vor der geplanten Abstimmung über die Aussetzung der novellierten Landesbauordnung hat heute ein Bündnis von Interessenverbänden der Menschen mit Behinderung vor dem Landtag in Düsseldorf für barrierefreies Bauen demonstriert. "Wir kritisieren die Absicht, das Inkrafttreten der neuen Landesbauordnung um ein Jahr zu verschieben", erklärte der VdK-Landesgeschäftsführer Thomas Zander mit Blick auf die darin vorgesehenen Verbesserungen für Menschen mit Behinderung und Ältere. "Unsere Sorge ist, dass die mühsam erstrittenen Standards, auf die viele Betroffene dringend angewiesen sind, im Anschluss an das Moratorium verwässert oder gar rückgängig gemacht werden könnten."



Der Geschäftsführer des Sozialverbands VdK Nordrhein-Westfalen macht sich insbesondere für die Beibehaltung der geplanten Quote für rollstuhlgerechte Wohnungen stark: „Schließlich haben die rund 350.000 Rollstuhlfahrer in NRW schon heute erhebliche Schwierigkeiten, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Wohnraum zu finden, denn dieser lässt sich im Altbestand kaum nachrüsten.“ Demgegenüber betrügen die Mehrkosten hierfür im Neubau gerade einmal ein Prozent. „Wenn man berücksichtigt, dass Wohngebäude eine Nutzungsdauer von etwa 80 Jahren haben, macht sich behinderten- und seniorengerechtes Bauen langfristig bezahlt – zumal sich dadurch bundesweit Sozialausgaben in Milliardenhöhe sparen lassen“, gibt Zander zu Bedenken.

Perspektivisch fehlen in Nordrhein-Westfalen sogar mindestens 500.000 barrierefreie Wohnungen. „Damit NRW nicht vom Vorreiter zum Nachzügler wird, gibt es also einen erheblichen Nachholbedarf“, stellt der VdK-Landesgeschäftsführer fest und ergänzt: „Wir erwarten, dass die zuständige Ministerin Ina Scharrenbach ihren Bekenntnissen zum möglichst langen selbstbestimmten Wohnen in den eigenen vier Wänden auch Taten folgen lässt. Zumal davon nicht nur Menschen mit Behinderung, Ältere und Pflegebedürftige profitieren, sondern beispielsweise auch Familien mit Kindern.“