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Pride Parade – raus aus dem Ghetto

Spenden-Krüppel Matthias Vernaldi traf am Hermannplatz eine Bekannte aus dem Kiez
Spenden-Krüppel Matthias Vernaldi traf am Hermannplatz eine Bekannte aus dem Kiez
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BERLIN (KOBINET)

BERLIN (KOBINET) Die "Behindert und verrückt feiern - Pride Parade Berlin" ist am Samstag zum vierten Mal auf der Straße. Los geht's um 15 Uhr auf dem Hermannplatz in Neukölln. Ziel des Umzugs durch Kreuzberg ist wieder der Südblock am "Kotti". Matthias Vernaldi hat die ersten beiden Paraden mit vorbereitet (auf dem Foto als Spenden-Krüppel auf der ersten Mad Pride Parade Deutschlands am 13. Juli 2013 in Berlin). "Wir sind faktisch ausgegrenzt und auch mit Scham behaftet – man schämt sich ja irgendwann für seinen nicht funktionierenden Körper. Aber wir feiern und zeigen: So, wie wir sind, sind wir o.k.", sagte der Aktivist für persönliche Assistenz und ein selbstbestimmtes Leben im Interview mit der Zeitung neues deutschland.



Unter den drängendsten Problemen für Behinderte und psychisch Kranke in der Stadt nannte Vernaldi in dem Interview das Wohnungsproblem: „Teilhabe und Inklusion bedeutet, dass so viele Menschen wie möglich raus aus den Einrichtungen müssen, in eine eigene Wohnung. Doch es gibt wenig Wohnungen im bezahlbaren Bereich – die meisten behinderten Menschen sind keine Gutverdiener, sondern in der Regel Sozialhilfeempfänger. Menschen, die im Rollstuhl sitzen, brauchen darüber hinaus barrierefreie Wohnungen. Da sieht es ebenfalls sehr schlecht aus, selbst für Wohngemeinschaften. Dass man mitten im Kiez eine Etage bewohnt, in einem Haus, in dem auch andere Mieter sind, was in den vergangenen 15 Jahren üblich war, wird immer seltener. Behinderte werden wieder ghettoisiert durch die Fakten, die der Wohnungsmarkt schafft.“