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Kick off für Inklusionstaxis in Berlin

Bärbel Reichelt testet mit Senatorinnen das Inklusionstaxi
Bärbel Reichelt testet mit Senatorinnen das Inklusionstaxi
Foto: Herbert Schlemmer

BERLIN (KOBINET) Der Sozialverband Deutschland (SoVD), Landesverband Berlin-Brandenburg e.V. hat heute mit einem Festakt vor dem Berliner Hauptbahnhof fünf neue Inklusionstaxis in den Taxiverkehr übergeben. Als Testtaxis sollen sie weitere Erfahrungen für den künftigen Regeleinsatz im Berliner Taximarkt sammeln. Diese barrierefreien Fahrzeuge sind nur am Logobranding von üblichen Taxifahrzeugen unterscheidbar. Sie sind in der Lage, nach Veränderung mit wenigen Handgriffen, auch stark gehbehinderte Menschen und ihre Begleiter im Rollstuhl sitzend zu befördern. Ein Service, der spontane Mobilität von Tür zu Tür ermöglicht, die in anderen Regionen und Großstädten (zum Beispiel London und New York) längst üblich ist.

Die fünf Taxen sind ab 1. August über die Vermittlungszentrale Funk-Taxi-Berlin 26 10 26 abrufbar. 250 dieser Fahrzeuge werden in Berlin benötigt, hat der Fachbereich Verkehrswissenschaften der TU Berlin in einer wissenschaftlichen Modellrechnung ermittelt und damit bisher deutlich höher liegende Bedarfsschätzungen (bisher 800) korrigiert. Die Umbaukosten je Fahrzeug liegen bei den vorgestellten Modellen, auf der Basis VW Caddy Maxi, bei 12.000 bis 15.000 Euro. Die Kosten konnten durch das Engagement des Paritätischen Wohlfahrtsverbands und der Volkswagen Automobile Berlin GmbH gedeckt werden.

Bärbel Reichelt vom Berliner Behinderten Verband unterstrich, dass die desolate und diskriminierende Situation für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer, die den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nicht nutzen können, schnellstmöglich durch die Einführung von Inklusionstaxis behoben werden muss. Stefan Berndt, Vorstandsmitglied der Innung des Berliner Taxigewerbes, unterstützt das Vorhaben und hat mit dem SoVD eine Vereinbarung zur Einführung barrierefreier Taxis in Berlin verhandelt. Allerdings können die Umbaukosten durch das geringverdienende Taxigewerbe nicht allein getragen werden. Ein Landeszuschuss müsse her und zwar schon mit dem nächsten Doppelhaushalt, da sind sich Taxigewerbe und der, die Menschen mit Behin-derungen unterstützende Sozialverband einig. Um mit der Einführung barrierefreier Taxis voran zu kommen, wird der Wunsch an das Berliner Abgeordnetenhaus formuliert, einen Betrag von ca. 800.000 Euro jährlich als Investitionshilfe bereit zu stellen. Bis spätestens 2020 kann dann, in jährlichen Steigerungsraten von 80 bis 100 Fahrzeugen, die erforderliche Zahl von Taxis auf den Straßen der Stadt unterwegs sein.

"Die barrierefreien Inklusionstaxis ermöglichen Menschen mit Behinderungen, spontan ein Taxi zu bestellen und flexibler unterwegs zu sein. Diese Initiative des SoVD ist zu begrüßen. Als Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz arbeiten wir daran, den barrierefreien Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs voranzubringen, sowohl bei der U- und S-Bahn als auch bei Bussen und der Tram", erklärte Senatorin Regine Günther, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Elke Breitenbach, Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, die technischen Möglichkeiten der Inklusionstaxis begutachteten. "Ich freue mich, dass der Senat noch in dieser Legislatur mit der Einführung der Inklusionstaxen beginnen wird. Sie sind ein wichtiger Teil des Gesamtkonzeptes für die Mobilitätssicherung, einschließlich einer besseren Barrierefreiheit im öffentlichen Personennahverkehr und im öffentlichen Straßenraum insgesamt. Damit stärken wir die Mobilität von Menschen mit Behinderung“, sagte Senatorin Breitenbach.

Weitere Informationen gibt's unter www.inklusionstaxi.de

Inklusionstaxis vor dem Berliner Hauptbahnhof

Inklusionstaxis vor dem Berliner Hauptbahnhof