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Versorgung für BewohnerInnen gesichert

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KASSEL (KOBINET)

KASSEL (KOBINET) Christina Wingender, therapeutische Leiterin der Vitos begleitenden psychiatrischen Dienste (BPD) Hadamar, übernimmt die kommissarische Leitung des Hauses am Blasiusberg in Dornburg-Dorndorf (bisher Trommershäuser Reha). Sie ist vom Hessischen Landesamt für Soziales und Versorgung eingesetzt worden. Die psychosoziale Betreuung der 27 Menschen in der Einrichtung – für 14 Bewohnerinnen und Bewohner wird diese Unterstützung vom Landeswohlfahrtsverband (LWV) Hessen finanziert – ist damit gesichert und es entstehen keine Wohnplätze an der Gedenkstätte Hadamar, wie befürchtet wurde.



Parallel wird der LWV nun Gespräche mit diesen BewohnerInnen und ihren gesetzlichen Betreuerinnen oder Betreuern führen, um sie auf die Möglichkeit hinzuweisen, in eine andere Wohneinrichtung umzuziehen. Es sind ausreichend Wohnmöglichkeiten in anderen fachlich versierten Einrichtungen vorhanden, unter anderem im Lahn-Dill-Kreis und im Rheingau-Taunus-Kreis, heißt es in einer Presseinformation des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen.

Dr. Andreas Jürgens, Erster Beigeordneter des LWV Hessen, zeigte sich erleichtert über die Lösung, die nun zwischen allen Beteiligten gefunden worden ist. „Damit ist sichergestellt, dass die Bewohnerinnen und Bewohner weiter qualifiziert versorgt und in ihrem Alltag unterstützt werden, bis eine langfristige Perspektive gefunden sein wird.“ Die Option, den Bewohnerinnen und Bewohnern einen vorübergehenden Umzug nach Hadamar und damit innerhalb des Kreises Limburg-Weilburg anzubieten, ist mit der jetzt gefundenen Lösung vom Tisch. Diese Option war vor allem wegen der Dringlichkeit ins Auge gefasst worden, die Bewohnerinnen und Bewohner der Trommershäuser Reha ohne Unterbrechung zu versorgen. Die Räume, die dafür zur Verfügung gestanden hätten, liegen in einem historischen Gebäude auf dem Vitos-Gelände, in dem sich auch die Gedenkstätte Hadamar befindet. Sie werden derzeit noch von den begleitenden psychiatrischen Diensten genutzt. Die dortigen Bewohnerinnen und Bewohner ziehen in absehbarer Zeit in ein neu errichtetes Gebäude im Bernadusweg in Hadamar. Ab September können die Räume nun von der Gedenkstätte genutzt werden.

Die angedachte Unterbringung der BewohnerInnen auf dem Gelände der Gedenkstätte Hadamar hat im Vorfeld für Diskussionen und Unruhe gesorgt. „Wenn man so ein Gebäude wiederbenutzt, ist das noch zeitgemäß – in Zeiten der Inklusion? Wo ist die Menschenwürde? Wie fühlen sich die Menschen, die dort untergebracht werden – von Wohlfühlen in den eigenen 4 Wänden kann da doch keine Rede sein. Wieder ist das Geld wichtiger als die Menschen. Wie würden sich die Leute fühlen, die so entscheiden, wenn sie dort wohnen oder untergebracht werden sollten, wo es früher schlimme Verbrechen gegen andere Menschen gab?“ Dies waren nur einige Kommentare von Stefan Göthling von Mensch zuerst im Vorfeld der Überlegungen. Doch nun ist diese Option vom Tisch, so dass die Beteiligten zuversichtlich in die Zukunft blicken. „Vielen Dank an Dr. Andreas Jürgens und an alle Beteiligten, dass hier eine unwürdige Lösung verhindert wurde“, erklärte Stefan Göthling.

Hintergrund

Die Betriebserlaubnis der Trommershäuser Reha, einer Wohneinrichtung für seelisch behinderte Männer und Frauen, ist Anfang April ausgelaufen. Hintergrund sind zahlreiche bauliche und konzeptionelle Mängel, die dem Betreiber von der Betreuungs- und Pflegeaufsicht (angesiedelt beim Hessischen Landesamt für Betreuung und Soziales) bereits seit 2016 angezeigt worden sind. Die Situation in der Einrichtung änderte sich nicht, die Mängel wurden nicht abgestellt. Auch der Landeswohlfahrtsverband hat seine Verträge mit dem Betreiber deshalb nicht verlängert.