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BERLIN (KOBINET)
BERLIN (KOBINET) Chance verpasst – Gehörlose weiterhin in Gefahr, betitelt heute die behindertenpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag eine Pressemitteilung: "Die Bundesregierung hat die Chance vertan, in dieser Legislaturperiode ein barrierefreies Notrufsystem einzuführen, mit dem gehörlose und hörgeschädigte Menschen in Notsituationen Hilfe anfordern können. Die gestern verabschiedete Novelle des Telekommunikationsgesetzes sieht die nötigen Änderungen nicht vor und unser Antrag wurde abgelehnt", so Corinna Rüffer.
Union und SPD hatten in ihrem Koalitionsvertrag angekündigt, ein neues System, beispielsweise eine SMS-Notrufnummer oder Notruf-App, einzuführen. Doch das „Dritte Gesetz zur Änderung des Telekommunikationsgesetzes“ sieht das nicht vor.
Vorgesehen ist lediglich, dass der Vermittlungsdienst mit Videoverbindung zu einer/m Gebärdendolmetscher/in erreichbar sein wird. „Das ist aber nur ein erster Schritt und keine umfassende Lösung des Problems. Denn dieser Dienst ist nur per Videotelefonie nutzbar, also nur wenn man ein videofähiges Mobiltelefon und ausreichende Netzverbindung oder einen Computer zur Hand hat“, kritisiert Rüffer. Deutschland setze auch hier die UN-Behindertenrechtskonvention nicht konsequent um. Demnach müssten alle erforderlichen Maßnahmen getroffen werden, um die Sicherheit von Menschen mit Behinderungen zu gewährleisten.




