Foto: unDraw.co
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MAINZ (KOBINET)
MAINZ (KOBINET) Die gpe Gesellschaft für psychosoziale Einrichtungen gGmbH will in Mainz eine Stadtimkerei gründen und Menschen mit und ohne Behinderung für imkerliche Aufgaben qualifizieren. Gemeinsam mit der Künstlergruppe „finger“ und der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland Pfalz vermitteln über die Zeitspanne eines ganzen Bienenjahres alle Kenntnisse und Fertigkeiten, die notwendig sind, um später auch eigene Bienen halten zu können.
Einerseits leistet das Projekt einen aktiven Beitrag zum Erhalt der Honigbiene, andererseits schafft es damit Begegnungs- und Betätigungsmöglichkeiten für Menschen aus unterschiedlichsten Milieus. „Wo Wachs und Honig fließen“ soll beispielhaft für vorurteilsfreie Begegnungen stehen und gesellschaftliche wie ökologische Impulse weit über die Stadtgrenzen hinaus senden.
Bienen fühlen sich in der Stadt wohler als auf dem Land. Die Gründe dafür sind vielfältig: In der Stadt gibt es keine Monokulturen und weniger hohe Pestizidbelastungen. In der Stadt blüht es das ganze Jahr über, etwa in Parkanlagen, auf Balkonen, aber auch auf Friedhöfen. Der Honigertrag in der Stadt ist etwa doppelt so hoch wie auf dem Land und diese Möglichkeiten will die „gpe“ nutzen. Direkt an der „alten Lockhalle“ in Mainz werden dann ab dem Sommer 2017 auch Honig geschleudert, Schulklassen empfangen und Umweltbildungsangebote unterbreitet.
Das Projekt ist auch ein Vernetzungsangebot für Menschen mit Behinderung. Der große Nenner aller Akteure ist das gemeinsame Interesse an Natur und Umwelt. Die Akteure wollen starke Beteiligungsstrukturen schaffen und die unterschiedlichen Talente sinnstiftend für das Projekt einsetzen. Insbesondere Menschen mit psychischen Erkrankungen kann die Ausweitung eigener, sozialer Netzwerke zugutekommen. Wenn es im „Bienenjahr“ ruhiger wird, werden die Erfahrungen im Projekt künstlerisch aufgearbeitet und die Ergebnisse in regelmäßigen Ausstellungen präsentiert. Unter anderem wird dazu das „Neue Museen für Bienen“ genutzt, eine von der Künstlergruppe „finger“ konzipierte Mikroausstellungsräume – die direkt auf die Bienenbehausungen montiert werden.
Nicht nur Schulklassen, Kindergärten, Betriebe und Initiativen aus dem Rhein-Main-Gebiet können sich dann bei dem Projekt über das Leben der Stadtbienen informieren, an Honigverkostungen teilnehmen oder sogar selbst Honig schleudern.
Die „gpe“ ist seit über 20 Jahren in unterschiedlichsten Bereichen der beruflichen Rehabilitation und Integration von Menschen mit Behinderung tätig. Andreas Wolf und Florian Haas von der Künstlergruppe „finger“ setzen sich seit vielen Jahren mit der Lebenswelt staatenbildender Insekten und deren Gesellschaftsbezug künstlerisch auseinander. Die Arbeit dieses Projektes wird von der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz unterstützt.




