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Fünf Jahre Landesantidiskriminierungsstelle

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MAINZ (KOBINET)

MAINZ (KOBINET) "Diskriminierung darf nicht totgeschwiegen werden. Sie muss bekämpft werden - sowohl vorbeugend als auch mit Sanktionen -, damit niemand zurückbleibt, damit niemand die Erfahrung machen muss, dass er oder sie weniger zählt als andere." Dies erklärte die rheinland-pfälzische Familienministerin Anne Spiegel gestern zum fünfjährigen Bestehen der Landesantidiskriminierungsstelle (LADS) in Rheinland-Pfalz und zog eine positive Zwischenbilanz zur Arbeit der LADS.



Einer Regenbogenfamilie wird die Familienkarte an der Freibadkasse verweigert. Eine Klinik schenkt dem Nachweis einer privaten Krankenversicherung eines afroamerikanischen Patienten keinen Glauben. Ein Geografielehrer soll aufgrund seines Alters nur noch ältere Schulkinder unterrichten – allerdings nur in seinem Stammfach, in anderen Fächern ist sein Alter offenbar kein Grund. Drei Fälle von Diskriminierung, wie sie in Deutschland an der Tagesordnung sind.

„Diskriminierung ist leider kein Randphänomen, sondern sie ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet: Laut Umfrageergebnissen der Antidiskriminierungsstelle des Bundes haben mehr als 30 Prozent der Befragten schon einmal Diskriminierung erlebt. Ich bin sehr froh, dass unsere Landesantidiskriminierungsstelle den Betroffenen hier tatkräftig zur Seite steht und sie sich außerdem gegen Benachteiligungen jeder Art engagiert“, erklärte Familienministerin Spiegel.

Ursprünglich startete die LADS Anfang 2012 als Koordinierungsstelle, die die vielfältigen Aktivitäten der Landesministerien in der Antidiskriminierungs- und Vielfaltsarbeit bündelte und optimierte. Mittlerweile ist die LADS auch eine Anlauf- und Beratungsstelle für betroffene Menschen und arbeitet eng mit den zuständigen Stellen innerhalb der Landesregierung zusammen. Auch die vielen Ehrenamtlichen im Land werden über ihre Selbsthilfeorganisationen und Netzwerke in die Arbeit einbezogen.

„Wir wünschen uns auch, dass Menschen, denen wir Unterstützung angeboten haben, uns berichten, wir ihre Geschichte weitergegangen ist. Wir möchten erfahren, ob sie Erfolg hatten mit ihrer Gegenwehr“, appellierte Ministerin Spiegel. Und selbstverständlich setzt die Landesantidiskriminierungsstelle auch ihre Koordinierungsarbeit fort – unter anderem mit der Weiterentwicklung der Strategie Vielfalt fort.

Übrigens: Der Patient bekam seine dringend erforderliche Operation – dank Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Der Geografielehrer muss sich ebenfalls nicht gefallen lassen, wegen seines Alters durch seinen Arbeitgeber benachteiligt zu werden. Und die Regenbogenfamilie? Die Kommune denkt über eine neue Tarifstruktur nach, die alle Formen von Familien berücksichtigt – auch die Regenbogenfamilie.