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FRANKFURT / MAIN (KOBINET)
FRANKFURT / MAIN (KOBINET) Gebärdensprache in der Schule für alle ? Nach einem Bericht der "Frankfurter Rundschau" könnte das in Hessen bald Wirklichkeit werden. Nach dem Behindertengeichstellungsgesetz ist die Gebärdensprache ja bereits seit dem Jahr 2002 als Sprache anerkannt. Jeder weiß, dass im Alltag da jedoch noch großer Nachholebedarf besteht. In Hessen gibt es jetzt die Überlegung, ein Wahlfach "Gebärdensprache" einzuführen.
In Hessen gibt es jetzt die Überlegung, ein Wahlfach „Gebärdensprache“ einzuführen. Die Zeitung zitiert in dem Zusammenhang die Gebärdensprachdolmetscherin Kathrin-Maren Enders, die schon mehrfach Schüler als Dolmetscherin begleitete. „Am Anfang ist man in den Pausen dabei, aber für die Schüler ist es natürlich nicht so toll, wenn die ganze Zeit ein Erwachsener mitläuft“, so wird Enders zitiert. „Aber Kinder sind da wirklich sehr offen und unkompliziert und lernen schnell ein paar Gebärden und das Alphabet“.
Der hessische Landtag stimmt nun über die Einführung des Wahlfaches „Gebärdensprache“ ab. Die Absicht besteht dabei darin, die Kommunikation zu gehörlosen Mitschülern wesentlich zu erleichtern und Bedingungen zu schaffen, unter denen auch die Gesellschaft der Redenden mehr auf die Gehörlosen zugehen.
Unterstützung für diesen Schritt gibt es auch vom deutschen Lehrerverband und der Gewerkschaft GEW. Zugleich bestehen Bedenken, weil nicht ausreichend Experten für die Umsetzung zur Verfügung stehen, zumal niemand sagen kann, wie gut das Angebot dann von den Schülerinnen und Schülern angenommen wird. Im Kultusministerium ist man sich jedoch augenscheinlich einig: Das allein ist kein Grund, das Wahlfach nicht einzuführen.
Nachdem in einigen Schulen Hamburgs seit dem Sommer des vergangenen Jahres Gebärdensprache bereits als Wahlfach angeboten wird, könnte Hessen also das erste Bundesland werden, welches diesen Schritt geht.
Den Artikel der „Frankfurter Rundschau“ können Interessierte hier nachlesen.




