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The Party – ganz aktuell

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BERLIN (KOBINET)

BERLIN (KOBINET) Sally Potter hat mit "The Party" einen grandiosen Film für den Wettbewerb eingereicht. So viel sei vorweggenommen. Witzig, auf den Punkt, ein Film, der uns allen den Spiegel vorhält. Am Ende können wir uns trotzdem noch darin anschauen, weil Sally Potter uns auf eine zärtliche Weise ertappt, aber nicht bloßgestellt hat, berichtet heute kobinet-Korrespondentin Anke Glasmacher von der Berlinale.



Von Anke Glasmacher

Janet (Dame Kristin A. Scott Thomas) ist gerade Gesundheitsministerin geworden. Diesen hart erarbeiteten politischen und persönlichen Erfolg will sie mit ihrem Mann Bill (Timothy Spall) und einigen engen Freundinnen und Freunden feiern (u.a. Bruno Ganz und Patricia Clarkson). Doch die Feier gerät völlig aus dem Ruder. Ein wilder Reigen von gegenseitigen Vorwürfen, Ängsten und Geständnissen folgt. Es scheint, als hätte jede und jeder einzelne auf diesen einen Moment gewartet, sich endlich vom Balast fremder Erwartungen und Versprechungen zu befreien. Und mit einem Mal finden die politischen Prinzipien, für die Janet seit Jahren in ihrer Partei einsteht, ihre ganz konkrete Anwendung im persönlichen Miteinander. Jeder erlebt hier seinen persönlichen Brexit.

Das Motiv des Beziehungsreigens ist nicht neu. Aber schon lange war ein Film nicht mehr so aktuell, passte so treffend ins große wie kleine Weltgeschehen. „The Party“ ist ein kurzweiliger, begeisternder Film. In nur 70 Minuten und schwarz-weiß gedreht überzeugt er in allen Bereichen: Umwerfende Dialoge (nach diesem Film ist jede weitere Unterhaltung nur noch ein Zitat, sagt mein Bekannter H.), herausragende Schauspieler*innen, eine genaue Kameraführung, stimmige Filmmusik. Dieser Film hat alles, um Bären zu gewinnen.

„The Party“ feiert auf der Berlinale Weltpremiere und läuft im Wettbewerb. Unbedingt sehen!