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Gedenken an die Nazi-Opfer

Verena Bentele bei der Kranzniederlegung am 27.01.2017
Verena Bentele bei der Kranzniederlegung am 27.01.2017
Foto: Irina Tischer

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Verena Bentele bei der Kranzniederlegung am 27.01.2017
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Verena Bentele bei der Kranzniederlegung am 27.01.2017
Foto: Irina Tischer

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Verena Bentele bei der Kranzniederlegung am 27.01.2017
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Verena Bentele bei der Kranzniederlegung am 27.01.2017
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Verena Bentele bei der Kranzniederlegung am 27.01.2017
Foto: Irina Tischer

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Verena Bentele bei der Kranzniederlegung am 27.01.2017
Foto: Irina Tischer

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Verena Bentele bei der Kranzniederlegung am 27.01.2017
Foto: Irina Tischer

BERLIN (KOBINET)

BERLIN (KOBINET) Der Deutsche Bundestag gedachte heute der Opfer des Nationalsozialismus und erinnerte besonders an die Opfer der „Euthanasie"-Verbrechen. Am Gedenkort T4 in der Berliner Tiergartenstraße wurden nach der Gedenkstunde im Bundestag Kränze und Blumen niedergelegt. Hier war die systematische Ermordung von 300 000 behinderten und psychisch kranken Menschen geplant und organisiert worden. Zur traditionellen Kranzniederlegung an diesem Tag hatte die Beauftragte der Bundesregiererung für die Belange behinderter Menschen, Verena Bentele, eingeladen.



Kranzniederlegung am 27.01.2017

Kranzniederlegung am 27.01.2017

Bundestagspräsident Norbert Lammert erklärte in seiner Rede, dass nach 1945 nur ein kleiner Teil beteiligter Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern vor Gericht gestell wurde, nicht wenige erst Jahrzehnte nach der Tat. Viele Verfahren endeten wegen Verjährung oder dauerhafter Verhandlungsunfähigkeit der Angeklagten mit Freisprüchen. „Bedenkt man, dass als Spätfolge der NS-Todesmaschinerie in manchen Anstalten noch 1948 die Sterberaten bei über 30 % und damit weit über dem Normalwert lagen, wirkt die Milde der Justiz auch heute schlicht und einfach: skandalös“, so Lammert.

Erschütternd sei auch die jahrelange Gleichgültigkeit in Wissenschaft, Medien und Politik. „Eine Aufarbeitung fand lange Zeit nicht statt. Im Gegenteil: Ehemalige Täter wurden zu Ordinarien befördert, mit Verdienstkreuzen geehrt, ihre Taten verdrängt und vor allem die Opfer vergessen. Auch hier gilt Scham wohl als wesentliches Motiv, Scham darüber, Schreckliches getan, zugelassen oder gebilligt zu haben. Wegen solcher Verdrängung und Verleugnung dauerte es Jahrzehnte, bis ein Sinneswandel einsetzte“, sagte der Bundestagspräsident. „Erst 2007 ächtete der Deutsche Bundestag das Zwangssterilisationsgesetz des NS-Regimes, und nicht vor 2011 konnten wir uns dazu durchringen, dem bis dahin nur auf private Initiative ermöglichten Gedenken an die NS-Krankenmorde mit Hilfe öffentlicher Fördermittel einen angemessenen Rahmen zu verleihen: mit dem 2014 eröffneten ‚Gedenk- und Informationsort‘ am Schauplatz der früheren Zentraldienststelle in der Tiergartenstraße 4 in Berlin.“

Kränze und Blumen am Gedenkort T4

Kränze und Blumen am Gedenkort T4