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Immer weniger Essen, bis der Tod eintritt

Dirk Bergen in seiner Wohnung
Dirk Bergen in seiner Wohnung
Foto: Dirk Bergen

FREIBURG (KOBINET) Dirk Bergen isst bereits seit Wochen weniger, weil ihm die Situation, dass er nicht weiß, wie lange er seine Assistenz noch in der eigenen Wohnung bekommt, enormen Stress bereitet. Wenn er ins Heim muss, dann wird er immer weniger Essen, bis der Tod eintritt. Das kündigte der 73jährige in einem Fernsehbeitrag der SWR Landesschau Baden-Württemberg an. Erlebt Dirk Bergen das, was einigen behinderten Menschen drohen könnte, wenn das Bundesteilhabegesetz so kommen sollte, wie es der derzeitige Entwurf vorsieht? Das fragen sich derzeit viele, die die Berichte über Dirk Bergen verfolgen.

Seit Monaten wird Dirk Bergen von den Behörden bedrängt, sich einen Heimplatz zu suchen, weil die Kosten für seine Assistenz zu teuer sind. Obwohl verschiedene Medien bereits darüber berichtet haben, ist für Dirk Bergen immer noch keine Lösung in Sicht, in der eigenen Wohnung bleiben zu dürfen. Dies ist jetzt nach einem ersten Ultimatum, sich einen Heimplatz bis zum 30. September 2016 zu suchen, auf den 28. Februar 2017 vom Sozialamt in Freiburg verschoben worden. "Wo sind all die Bundestagsabgeordneten, die die Ängste behinderter Menschen vor solchen Kämpfen mit den Sozialämtern vom Tisch wischen?" Das fragen sich immer mehr Menschen, die wie das Kaninchen vor der Schlange sitzen, wenn es am 24. November in der Koalitions-Arbeitsgruppe darum gehen dürfte, ob Zwangseinweisungen in Heime oder Zwangspoolen zukünftig auf breiterer Ebene Realität wird. Dass so manche Sozialämter Gewehr bei Fuß stehen, das zeigt die sonst recht progressive Stadt Freiburg derzeit.

Link zum Fernsehbericht über die Situation von Dirk Bergen in der Landesschau Baden-Württemberg des SWR Fernsehen vom 17.11.2016