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Studie belegt Barrieren des Alltags

Projektteam bei der Präsentation der Studie
Projektteam bei der Präsentation der Studie
Foto: H. Smikac

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Foto: H. Smikac

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Projektteam bei der Präsentation der Studie
Foto: H. Smikac

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Foto: H. Smikac

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Foto: H. Smikac

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Foto: H. Smikac

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Projektteam bei der Präsentation der Studie
Foto: H. Smikac

BERLIN (KOBINET)

BERLIN (KOBINET) Der Allgemeine Behindertenverband (ABiD) hat kürzlich in der Konferenz mit dem Titel "...und plötzlich sind wir auch noch alt" die Resultate der vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderten Studie sowie das gemeinsam mit der Alice-Salomon Hochschule Berlin und der Volkssolidarität durchgeführte Projekt "Alt werden mit Behinderung - mittendrin ein Leben lang" vorgestellt. Zu den wichtigsten Ergebnissen dieser Studie gehört der Nachweis, dass die aktuelle Wohnsituation der Befragten problematisch ist.



Häufig ergeben sich allein daraus große Einschränkungen im Alltag. Gesundheitliche Verschlechterungen, die nun mal mit steigendem Alter zu erwarten sind, machen häufig und schnell einen Wohnungswechsel erforderlich, was jedoch problematisch ist, denn geeigneter, barrierefreier Wohnraum ist knapp und für den größten Teil der Befragten nicht bezahlbar.

Diese Schwierigkeiten im Alltag werden auch dadurch beeinflusst, dass öffentliche Gebäude nach den Worten der Befragten häufig nicht barrierefrei sind. Sogar von einem teilweisen Rückbau von Barrierefreiheit durch Umbau- und Sanierungsmaßnahmen wurde in Interviews berichtet. Mobilität im Alltag wird dadurch erschwert, oder nur mit Hilfe möglich, so die Gesprächspartner in den Interviews, dass Straßen und Wege häufig nur schwer begeh- oder befahrbar sind, es im Öffentlichen Personennahverkehr, wie im Fernverkehr nur eine mangelnde Barrierefreiheit gibt, sowie letztlich vorhandene barrierefreie Anlagen nur nach langer Wartezeit oder nicht ausreichend gewartet, beziehungsweise in Stand gesetzt werden.

Sehr kritisch musste die medizinische Versorgung in dieser Studie eingeschätzt werden. Der allgemeine Ärztemangel sowie das Fehlen barrierefreier Praxen, so die Interviewpartner, machen eine freie Arztwahl faktisch unmöglich. Arztbesuche werden auch deshalb zur Belastung, so die Probanden, da es nur in einzelnen Arztpraxen barrierefreie Toiletten gibt. Kritisiert wurde in den Gesprächen mit Betroffenen ebenfalls das Fehlen geeigneter Untersuchungsgeräte sowie die Erfahrung, dass das medizinische Personal für das Behandeln von Menschen mit Behinderungen ungenügend geschult ist. Die Probleme der medizinischen Versorgung betreffen vor allem die gynäkologische Versorgung. Frauen mit Behinderungen werden so zusätzlich benachteiligt. Insgesamt wurde auch von Schwierigkeiten bei Antragsstellung und Bewilligung medizinischer Leistungen erzählt. Viele Gesprächspartner berichteten von Versorgungslücken, welche sich aus Verzögerungen der Bewilligungen ergeben.

Die Untersuchungsergebnisse der Studie belegen auch: Je nach der Lebensphase in welcher die individuellen Beeinträchtigungen eintreten, entwickeln die Befragten unterschiedliche Strategien zum Umgang mit Ämtern, Behörden und Kostenträgern. Die Art der Probleme unterscheiden sich auch nach der Pflegestufe der Betroffenen und Frauen berichten weitaus häufiger von Problemen mit Ämtern, Behörden und Kostenträgern. Die Schwierigkeiten der Betroffenen werden augenscheinlich auch dadurch beeinflusst, dass der Kontakt zu den Ämtern, Behörden und Kostenträgern häufig über Post und Telefon läuft. Wegen der Zentralisierung der Ämter und Kostenträger sind persönliche Kontakte kaum möglich. Vieles läuft bereits über das Internet und so werden vor allem ältere Leute aus der Möglichkeit, sich gründlich zu informieren, ausgegrenzt.

Vor allem die Beratungsangebote der Interessenverbände sind, wie in den Interviews beschrieben, die wichtigste Informationsquelle. Hinzu kommt das Gespräch mit Bekannten und Verwandten sowie die Nachfrage bei Behindertenbeauftragten. Von Beratung und Hilfe durch staatliche Stellen wurde kaum berichtet. Auch im Kontakt mit Kassen und Kostenträgern dominieren augenscheinlich Zurückhaltung und schlechte Erfahrungen.  

Mit dieser Studie wurden viele Barrieren des Alltags aufgezeigt sowie Defizite nachgewiesen, welche die Teilhabe erschweren oder sogar unmöglich machen. Zugleich haben sich offensichtlich in dieser Arbeit und Einschätzung der Projektergebnisse Partner gefunden, welche darin Ansätze für die weitere Arbeit sehen und nach breiterer Auswertung der Politik entsprechende Vorschläge unterbreiten möchten.