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BERLIN (KOBINET)
BERLIN (KOBINET) Für Teilhabe ohne wenn und aber geht Ursula Lehmann am 4. Mai in Berlin auf die Straße. Die Meteorologen sagen gute Wetteraussichten für den Protesttag voraus, zu dem die Veranstalter tausende Demonstranten erwarten. "Wir haben schon bei strömenden Regen für unsere Gleichstellung demonstriert. Schlechtes Wetter würde mich nicht davon abhalten, am Protestmarsch zwischen Kanzleramt und Brandenburger Tor teilzunehmen", sagte die 73-Jährige dem Berliner kobinet-Korrespondenten.
Frau Lehmann ist immer irgendwie unterwegs. Gar nicht so einfach, sie mal zu einem Gespräch zu erwischen. Schon morgen geht’s mit der Bahn nach Warnemünde. Das ist weitgehend barrierefrei, meint die Rollstuhlfahrerin. Probleme gibt’s dagegen mit einem Besuch von Fürstenberg an der Havel. Der Bahnhof ist ohne Personal. Einen Bustransfer hat die Mobilitätsservice-Zentrale der Bahn abgelehnt. Ihr wurde stattdessen angeboten, den Zielort nach Gransee oder Neustrelitz zu verlegen, wo die Ein- und Ausstiegshilfe möglich ist.
Die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück können Besucher mit eingeschränkter Mobilität per Bahn demnach nicht erreichen. Dabei weist die Gedenkstätte auf dem Gelände des einzigen Konzentrationslagers für Frauen im damaligen Reichsgebiet nur 25 Minuten Fußweg vom Bahnhof Fürstenberg aus. „Beim Bahnchef hab ich mich beschwert, weil die Ablehnung meiner Reise nach Fürstenberg mein Recht verletzt und gegen das Benachteiligungsverbot unserer Verfassung verstößt“, so Frau Lehmann. Zum Protestag kommt sie mit einem eigenen Plakat an ihrem Rollstuhl. „Hier stehen die Massen, Frau Merkel wird entlassen“, ist schwarz auf gelb zu lesen.




