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Geschichte zum Hören: Audiotour führt durch 110 Jahre Fürst Donnersmarck-Stiftung

Ansicht der Fürst Donnersmark Stiftung mit Turm
Donnersmarck-Stiftung heute
Foto: Fürst Donnersmark Stiftung

Berlin (kobinet)

Anlässlich ihres Jubiläumsjahres lädt die Fürst Donnersmarck-Stiftung zu Berlin zu einem besonderen Spaziergang ein: Eine neue Audiotour führt in neun Stationen durch den Berliner Stadtteil Frohnau – und zugleich durch 110 Jahre Geschichte von Menschen mit Behinderung. Die Tour ist seit diesem Herbst kostenlos online abrufbar.

Sie beginnt dort, wo 1916 alles anfing: Aus einem improvisierten Lazarett für Kriegsversehrte wurde über die Jahrzehnte eine Institution, die Menschen mit Behinderung bis heute begleitet. Die Audiotour folgt dieser Entwicklung vom S-Bahnhof Frohnau bis zum heutigen P.A.N. Zentrum für Post-Akute Neurorehabilitation. Das Besondere an der Tour ist, wer in ihr spricht: nicht nur Historiker, sondern Menschen, die die Geschichte selbst erlebt haben oder heute mitgestalten. Sie erzählen vom Alltag im Fürst Donnersmarck-Haus, von der Nachbarschaft in Frohnau und vom Einsatz für mehr Selbstbestimmung – etwa vom Kampf um eine Ampel in den 1980er-Jahren. So wird Geschichte nicht über Menschen mit Behinderung erzählt, sondern von ihnen selbst. Begleitet wird der Weg von Tönen, die die Zeit lebendig machen: dem Rattern der Lazarettzüge, Hufgeklapper, Ein Chello und dem Vogelgezwitscher des Frohnauer Forsts.

Auch die dunklen Kapitel

Die Tour spart die Verbrechen der NS-Zeit nicht aus. An einer Station erinnert sie daran, dass Menschen mit Behinderung im 20. Jahrhundert nicht nur gegen ihre Ausgrenzung gekämpft, sondern systematisch ermordet wurden. In der dortigen Villa betrieb ein Kinderarzt vor dem Zweiten Weltkrieg eine private Kinderklinik – und entschied zugleich in einer getarnten NS-Organisation über die Tötung von Kindern mit Behinderungen mit. Die Geschichte der Behinderung lässt sich nicht erzählen, ohne Orte wie diesen zu nennen.

Die Tour im Überblick

Die Audiotour ist seit Herbst 2026 online und dauert rund 50 Minuten. Nötig sind nur ein Smartphone und Kopfhörer; die Tour lässt sich über einen QR-Code aufrufen, am Stück gehen oder in einzelnen Stationen hören. Wer ihr folgt, erfährt, wie aus einem Lazarett eine moderne Stiftung wurde – und was deren Leitgedanken bis heute trägt: mittendrin, so wie man ist.

Zur Audiotour: https://www.fdst.de/audiotour-frohnau/

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