Neunkirchen (kobinet)
Heute hat Waltraud David Geburtstag.
Sie wird 80 Jahre alt.
Waltraud David ist im Jahr 1946 geboren.
Waltraud David im Vorstand
Sie war viele Jahre im Vorstand.
Der Vorstand leitet eine Gruppe.
Das ist wie bei einem Verein.
Die Menschen im Vorstand treffen wichtige Entscheidungen.
Die Gruppe heißt: People-First-Deutschland.
People-First bedeutet: Mensch zuerst.
Das ist ein Verein für Menschen mit Lern-Schwierigkeiten.
Waltraud David hat die Gruppe stark mit-geprägt.
Sie hat die Gruppe wichtig gemacht.
Sommer-Camps für Menschen mit Behinderung
Von 2006 bis 2020 gab es Sommer-Camps.
Die Sommer-Camps waren für Menschen mit Behinderung.
Die Camps fanden abwechselnd statt.
Einmal in Duderstadt.
Einmal in Graz.
Bei den Camps ging es um selbst-bestimmtes Leben.
Selbst-bestimmtes Leben bedeutet:
Menschen mit Behinderung entscheiden selbst.
Sie bestimmen über ihr Leben.
Niemand sagt ihnen, was sie tun müssen.
Waltraud David war oft dabei.
Sie ist humorvoll.
Sie sagt klar, was sie denkt.
Die Teilnehmenden erinnern sich gern an sie.
Sie sitzt im Roll-Stuhl.
Sie kann nicht sehen.
Überlebens-Künstlerin
Sie nennt sich selbst Überlebens-Künstlerin.
Überlebens-Künstlerin bedeutet:
Eine Person hat viel Schwieriges erlebt.
Sie kämpft weiter.
Sie gibt nicht auf.
Früher dachten einige Menschen:
Waltraud David kann nicht lernen.
Das war falsch.
Kampf für Rechte
Sie hat viel für die Rechte von Menschen mit Behinderung getan.
Sie kämpft dafür:
Menschen mit Behinderung sollen nicht in Heimen leben müssen.
Sie will, dass alle selbst über ihr Leben entscheiden können.
Dafür spricht sie mit Ämtern und Fach-Leuten.
Hobby: Funken
Waltraud David funkt gerne.
Sie spricht mit anderen Menschen über ein Funk-Gerät.
Das macht sie aus Spaß.
Erinnerung an die Schaukel
Es gibt eine besondere Erinnerung.
Bei einer Tagung gab es eine Schaukel.
Eine Schaukel ist ein Spiel-Gerät.
Man kann darauf sitzen oder stehen.
Die Schaukel schwingt hin und her.
Die Schaukel konnte man mit dem Roll-Stuhl nutzen.
Waltraud David wollte die Schaukel ausprobieren.
Das war das erste Mal in ihrem Leben.
Sie hat sehr gelacht.
Sie konnte kaum noch atmen.
Die Schaukel musste schnell anhalten.
Foto: Susanne Göbel
Neunkirchen (kobinet)
Ein ganz herzliches Happy Birthday richtet die Redaktion der kobinet-nachrichten heute an Waltraud David, die viele Jahre im Vorstand des Netzwerk People First Deutschland mitgewirkt und die damalige Entwicklung der Selbstvertretungsbewegung von Menschen mit Lernschwierigkeiten entscheidend mitgeprägt hat. Diejenigen, die an den Sommercamps für ein selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen, die von 2006 bis 2020 im jährlichen Wechsel zwischen Duderstadt und Graz stattfanden, dabei waren, denen dürfte die humorvolle Saarländerin mit ihrem "losen Mundwerk" und ihren engagierten Beiträgen für die Selbstbestimmung behinderter Menschen ebenfalls noch gut in Erinnerung sein. Heute kann die 1946 geborene und in Neunkirchen lebende Saarländerin ihren 80. Geburtstag feiern.
Die blinde Rollstuhlnutzerin bezeichnet sich selbst zuweilen als "Überlebenskünstlerin", die mit ihren Anträgen und ihrem beharrlichen Nachhaken so manchen "Amtsschimmel wiehern ließ". Ursprünglich als bildungsunfähig eingestuft setzte sie sich viele Jahre auf den unterschiedlichsten Ebenen für die Rechte behinderter Menschen ein und lässt heute immer noch nicht locker, wenn es mal wieder irgendwo hakt. Waltraud David setzt sich besonders dafür ein, dass niemand mehr in Einrichtungen leben und die vielen Ungerechtigkeiten dort hinnehmen muss. Dabei legt sie sich nicht selten mit Ämtern und Professionellen in diesem Bereich an. Die in Neunkirchen im Saarland lebende Waltraud David ist in der Gegend, aber auch weit über die Grenzen des Saarlands hinaus, als schlagfertige und begeisterte Amateurfunkerin gut bekannt.
An eine besondere Begebenheit erinnern sich Waltraud David und diejenigen, die dabei waren, heute immer noch gern. Bei einer Tagung entdeckten die Teilnehmenden im Garten des Tagungshauses eine Schaukel, die mit dem Rollstuhl nutzbar ist. Keine Frage, dass Waltraud David diese auch schon in fortgeschrittenem Alter ausprobieren wollte. Das war das erste Mal, dass sie in ihrem Leben mit dem Rollstuhl eine Schaukel nutzen konnte und sie geriet dabei in einen solchen Lachkrampf, dass sie kaum mehr Luft bekam und die Schaukel schnell angehalten werden musste.
Foto: Susanne Göbel
Neunkirchen (kobinet)
Ein ganz herzliches Happy Birthday richtet die Redaktion der kobinet-nachrichten heute an Waltraud David, die viele Jahre im Vorstand des Netzwerk People First Deutschland mitgewirkt und die damalige Entwicklung der Selbstvertretungsbewegung von Menschen mit Lernschwierigkeiten entscheidend mitgeprägt hat. Diejenigen, die an den Sommercamps für ein selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen, die von 2006 bis 2020 im jährlichen Wechsel zwischen Duderstadt und Graz stattfanden, dabei waren, denen dürfte die humorvolle Saarländerin mit ihrem "losen Mundwerk" und ihren engagierten Beiträgen für die Selbstbestimmung behinderter Menschen ebenfalls noch gut in Erinnerung sein. Heute kann die 1946 geborene und in Neunkirchen lebende Saarländerin ihren 80. Geburtstag feiern.
Die blinde Rollstuhlnutzerin bezeichnet sich selbst zuweilen als "Überlebenskünstlerin", die mit ihren Anträgen und ihrem beharrlichen Nachhaken so manchen "Amtsschimmel wiehern ließ". Ursprünglich als bildungsunfähig eingestuft setzte sie sich viele Jahre auf den unterschiedlichsten Ebenen für die Rechte behinderter Menschen ein und lässt heute immer noch nicht locker, wenn es mal wieder irgendwo hakt. Waltraud David setzt sich besonders dafür ein, dass niemand mehr in Einrichtungen leben und die vielen Ungerechtigkeiten dort hinnehmen muss. Dabei legt sie sich nicht selten mit Ämtern und Professionellen in diesem Bereich an. Die in Neunkirchen im Saarland lebende Waltraud David ist in der Gegend, aber auch weit über die Grenzen des Saarlands hinaus, als schlagfertige und begeisterte Amateurfunkerin gut bekannt.
An eine besondere Begebenheit erinnern sich Waltraud David und diejenigen, die dabei waren, heute immer noch gern. Bei einer Tagung entdeckten die Teilnehmenden im Garten des Tagungshauses eine Schaukel, die mit dem Rollstuhl nutzbar ist. Keine Frage, dass Waltraud David diese auch schon in fortgeschrittenem Alter ausprobieren wollte. Das war das erste Mal, dass sie in ihrem Leben mit dem Rollstuhl eine Schaukel nutzen konnte und sie geriet dabei in einen solchen Lachkrampf, dass sie kaum mehr Luft bekam und die Schaukel schnell angehalten werden musste.





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