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Gehörlose fordern Korrektur staatlicher Bildungsmaterialien

Logo des Landesverband Bayern der Gehörlosen
Logo des Landesverband Bayern der Gehörlosen
Foto: Landesverband Bayern der Gehörlosen

MÜNCHEN (kobinet) Anlässlich des von den Vereinten Nationen (UNAIDS) ausgerufenen Welttags gegen Diskriminierung am heutigen 1. März setzt der Landesverband Bayern der Gehörlosen (LVBYGL) ein deutliches Zeichen gegen Stigmatisierung und für echte Teilhabe. Unter dem diesjährigen internationalen Motto „People first“ (Der Mensch zuerst) macht der Verband auf eklatante Mängel in bayerischen Schulmaterialien aufmerksam und fordert alle Betroffenen auf, Diskriminierungserfahrungen sichtbar zu machen.

Köln kann inklusive Bildung aber will es das auch?

Ansicht auf Kölner Dom
Ansicht auf Kölner Dom
Foto: JDPhotography In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

KÖLN (kobinet) Köln kann inklusive Bildung, dessen ist der Verein „mittendrin Köln“ überzeugt, fragt aber zugleich ob Köln das auch will. Um das mit allen zu besprechen und jene Eltern zu unterstützen, die konkrete Schritte für die Verbesserung inklusiver Bildung in Köln fordern, lädt „mittendrin“ Politik und Stadtgesellschaft zum Gespräch ein. Das findet am 2. März statt, jenem Tag, da Eltern zum 15. Mal vor dem Kölner Schulausschuss – für die Schülerbeförderung im Gemeinsamen Lernen und für die Verbesserung inklusiver Bildung in Köln demonstrieren. Auch Schulen werden zur Demo kommen, weil die Rahmenbedingungen im Gemeinsamen Lernen immer schlechter werden.

Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg fordert Geschlechtergerechtigkeit bei der Pflege durch Angehörige

Die Hand einer älteren Person wird von der Hand einer jüngeren Person gehalten
Gute Pflege braucht ausreichend gute Pflegende
Foto: Pixabay/PublicDomainPictures

STUTTGART (kobinet) Nach Angaben des Statistischen Landesamtes waren im Jahr 2023 in Baden-Württemberg insgesamt 625.000 Menschen pflegebedürftig. Rund 56 Prozent von ihnen wurden überwiegend von pflegenden Angehörigen versorgt. Dabei ist der Anteil an erwerbstätigen Frauen, welche die damit verbundene Pflegearbeit leisten, mehr als doppelt so groß gegenüber erwerbstätigen Männern. Anlässlich des Equal Care Day am 1. März fordert der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg eine geschlechtergerechte Ausgestaltung der Familienpflegezeit sowie eine finanzielle und rechtliche Absicherung für berufstätige pflegende Angehörige. Analog zu Elternzeit und Elterngeld sei eine bezahlte Familienpflegezeit als staatliche Familienleistung einzuführen. Diese solle einen Rechtsanspruch auf Freistellung vom Arbeitsplatz sowie ein Familienpflegegeld in Höhe des Elterngeldes vorsehen. Dafür müsse das Familienpflegezeitgesetz novelliert und mit dem Pflegezeitgesetz zusammengeführt werden, so der Verband.

Aktives Engagement in einem Verein – Das geht! mit DL Verein!

Cover des IGEL-Podcast zum Engagement in Vereinen
Cover des IGEL-Podcast zum Engagement in Vereinen
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg (kobinet) „Aktives Engagement in einem Verein – Das geht! mit DL Verein!“ So lautet der Titel der aktuellen Episode des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL). In der 306. Ausgabe des IGEL Podcasts spricht Sascha Lang mit Hansjörg Lienert über Engagement in Vereinen und darüber, wie digitale Werkzeuge Inklusion konkret ermöglichen können. Im Mittelpunkt steht die Fachanwendung DL-Verein, die speziell dafür entwickelt wurde, Vereinsarbeit barrierefrei zu gestalten und blinden sowie sehbehinderten Menschen aktive Rollen in Organisationen zu ermöglichen – bis hin zu Vorstandsaufgaben.

Baden-Württemberg führt Vorabquote für das Medizinstudium ein

Flagge Bundesland Baden-Württenberg
Flagge Bundesland Baden-Württenberg
Foto: Gemeinfrei, public domain

STUTTGART (kobinet) In Baden-Württemberg wird ab dem Wintersemester 2026/2027 eine neue Vorabquote für das Medizinstudium eingeführt. Grundlage ist das neue Gesundheitsdienst-Fachkräftegesetz. Ziel ist es, mehr Ärztinnen und Ärzte für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) zu gewinnen und so die Gesundheitsversorgung langfristig zu sichern. Gesundheitsminister Manne Lucha betonte in diesem Zusammenhang in Stuttgart: „Mit der ÖGD-Vorabquote möchten wir engagierte Nachwuchskräfte gewinnen. So stellen wir sicher, dass auch in Zukunft ausreichend Fachärztinnen und Fachärzte in den Gesundheitsämtern tätig sind.“ Über die neue Vorabquote werden in den kommenden fünf Jahren jeweils zehn Medizinstudienplätze pro Jahr vergeben. Die Bewerbungsphase für das Wintersemester 2026/2027 startet voraussichtlich Anfang April 2026. Bewerben können sich Interessierte mit Hochschulzugangsberechtigung, die sich verpflichten, nach dem Studium eine Weiterbildung zur Fachärztin oder zum Facharzt für Öffentliches Gesundheitswesen zu durchlaufen und danach mindestens zehn Jahre im Öffentlichen Gesundheitsdienst zu arbeiten. Die Auswahl erfolgt unabhängig von der Abiturnote. Stattdessen stehen persönliche Eignung und Motivation im Mittelpunkt.

ABiD warnt vor gravierenden Schwächen im Entwurf zur Novellierung des BGG

Logo des ABiD
ABiD Logo
Foto: ABiD

BERLIN (kobinet) Der Allgemeine Behindertenverband in Deutschland (ABiD) warnt vor gravierenden Schwächen des im vom Bundeskabinett am 11. Februar 2026 beschlossenen Entwurfes zur Novellierung des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG). Zwar enthält der Gesetzentwurf nach Einschätzung dieses Verbandes einzelne Verbesserungen, doch eine zentrale Regelung in Paragraph 7 Absatz 3 Nummer 3 droht den Diskriminierungsschutz erheblich zu schwächen.

Barrierefreiheit: Zeit zum Handeln ist Jetzt

Sharepic von Raul Krauthausen zur BGG-Reform als Etikettenschwindel
Sharepic von Raul Krauthausen zur BGG-Reform als Etikettenschwindel
Foto: Raul Krauthausen

Berlin (kobinet) „Die Zeit zum Handeln ist JETZT“, so titelt Raul Krauthausen seine aktuelle Ausgabe seines wöchentlich erscheinenden Newsletters. Mit dieser Ansage bezieht sich Raul Krauthausen auf die derzeit anstehende Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG), mit der eigentlich vor allem mehr Barrierefreiheit bei Angeboten von privaten Anbietern von Dienstleistungen und Produkten erreicht werden sollte. Eigentlich, denn der nun zur Beratung im Bundestag anstehende Gesetzentwurf der Bundesregierung sieht weitreichende Ausnahmen für Unternehmen bei der Schaffung von Barrierefreiheit und auch bei angemessenen Vorkehrungen vor. „Anlass zum Protest gibt uns auch weiterhin die BGG-Reform (Gesetz zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen). Das Netzwerk Artikel 3 spricht sehr richtig von einem „Freibrief für Diskriminierung“, auch die Grünen üben deutliche Kritik an dem Entwurf. Die zentralen Argumente und was Ihr tun könnt, um diesen Freibrief im parlamentarischen Verfahren noch zu stoppen, hat René Schaar hier zusammengefasst“, schreibt Raul Krauthausen in seinem aktuellen Newsletter.

Ich will raus: von der Exklusion zur Inklusion: Liga Selbstvertretung lädt zu Buchlesung mit Ottmar Miles-Paul ein

Cover des Romans Ich will raus: Von der Exklusion zur Inklusion
Cover des Romans Ich will raus: Von der Exklusion zur Inklusion“
Foto: Olivia Vieweg

Erfurt (kobinet) Für den 6. März 2026 von 12:00 bis 14:00 Uhr lädt die Liga Selbstvertretung Thüringen zu einer Lesung aus dem neuen Roman von Ottmar Miles-Paul mit dem Titel „Ich will raus: von der Exklusion zur Inklusion“ nach Erfurt und online ein. Die von Nancy Frind von der Liga Selbstvertretung Thüringen organisierte Lesung mit Diskussion findet im Rahmen eines Treffens von Frauenbeauftragten in Werkstätten und Wohneinrichtungen, Bewohner*innenbeiräten und Werkstattbeiräten statt. Anmeldeschluss ist am 4. März 2026 per Mail an [email protected]. Mit dabei ist auch Barbara Vieweg, die nicht nur über viele Erfahrungen in Sachen Inklusion verfügt, sondern als Leseassistentin von Ottmar Miles-Paul fungiert.

Neues Bedarfsermittlungsinstrument B.E.Ni 4.0 startet in Niedersachsen

Wappen Bundesland Niedersachsen
Wappen Niedersachsen
Foto: Gemeinfrei, public domain

Hannover (kobinet) Während die Kostenträger der Eingliederungshilfe nicht müde werden, steigende Kosten und den bürokratischen Aufwand unter anderem auch bei der individuellen Bedarfsermittlung zu kritisieren, gibt es keine Anzeichen, dass zum Beispiel die Bedarfsermittlungsinstrumente der verschiedenen Träger vereinheitlicht werden. In Niedersachsen wurde nun ein überarbeitetes Bedarfsermittlungsinstrument vorgestellt. „Das Land Niedersachsen geht einen wichtigen Schritt für mehr Teilhabe und Unterstützung von Menschen mit Behinderungen: Ab Februar 2026 wird die neue Version des Bedarfsermittlungsinstruments Niedersachsen, kurz B.E.Ni 4.0, landesweit bereitgestellt. Mit dieser Weiterentwicklung wird das Verfahren zur Ermittlung des individuellen Unterstützungsbedarfs und zur Planung passender Hilfen deutlich vereinfacht und übersichtlicher gestaltet. Die Kommunen erhalten die Möglichkeit, die neuen Bögen zunächst freiwillig zu nutzen.“ Darauf hat das niedersächsische Sozialministerium hingewiesen.

Gender Pay Gap in Werkstätten: Weder Inklusion noch gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit

Martina Puschke
Martina Puschke 2022
Foto: Weibernetz

Kassel (kobinet) Heute, am 27. Februar 2026, ist der diesjährige Equal Pay Day. Die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Bundesnetzwerk Weibernetz weist erneut darauf hin, dass auch in WfbM (Werkstätten für behinderte Menschen) eine Lohnlücke zwischen den Geschlechtern besteht und fordert die Verantwortlichen auf, diese endlich zu schließen. „Bereits 2010 hat das Weibernetz auf diese gleichstellungspolitische Diskriminierung aufmerksam gemacht. Seither hat sich nichts verändert“, schildert Martina Puschke, Projektleiterin im Weibernetz die Situation und ergänzt: „Frauen erhalten in WfbM etwa 7 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen, diversgeschlechtliche Personen sogar etwa 21 Prozent weniger. Ganz abgesehen davon, dass das Entgelt in WfbM sowieso viel zu gering ist und wir einen inklusiven Arbeitsmarkt mit gleichen Chancen für alle brauchen, ist das ein gleichstellungspolitisches Armutszeugnis!“

Jubiläum bei der Lego-Oma – 150ste Legorampe fertiggestellt

Infozeichen
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Foto: Susanne Göbel

Hanau (kobinet) Am 23. Februar 2026 wurde von Rita Ebel, die in den Medien mit ihren 68 Jahren liebevoll „Lego-Oma“ genannt wird, und ihrem neun-köpfigen Team die 150ste Rampe aus Legobausteinen ausgeliefert. Rita Ebel, seit einem Unfall selbst Rollstuhlfahrerin, sowie Ehemann, Tochter und Enkelin bauen die Einzelstücke ehrenamtlich in einem Hanauer Ladengeschäft. Finanziert wird die ehrenamtliche Tätigkeit vor allem durch Sach- und Geldspenden. Die ausschließlich aus Legosteinen gebauten Rampen stehen in zahlreichen deutschen Städten, sowie in Frankreich, Italien und Spanien. Empfänger der Rampen, die oft besondere Motive haben, sind meist Geschäfte, Restaurants und Cafés, Kinder im Rollstuhl sind weitere Motive.

Inklusion Nord e.V. fordert grundlegende Korrekturen am Behindertengleichstellungsgesetz

Mehrere Paragraphenzeichen auf einem Blatt
Paragraphen zeigen, dass etwas geregelt wird
Foto: Pixabay/geralt

BREMEN (kobinet) Aus Anlass der am 11. Februar 2026 erfolgte Beschlussfassung des Bundeskabinetts über den Gesetzentwurf zur Novellierung des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) hat sich der Verein „Inklusion Nord“ in einem offenen Brief an die Bundestagsabgeordneten von CDU/CSU und SPD gewandt. Darin fordert dieser Verein substanzielle Änderungen an diesem Gesetzentwurf. Der Verein begrüßt das erklärte Ziel, Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen wirksam zu verhindern und Barrierefreiheit verbindlich zu regeln. Gleichzeitig sieht Inklusion Nord jedoch gravierende Mängel im vorliegenden Entwurf, insbesondere in § 7 Absatz 3 Nummer 3.

Sozialverband warnt vor Kahlschlag bei der Eingliederungshilfe

Geldscheine
gb Geldscheine
Foto: Gerhard Bartz

BERLIN (kobinet) Der Sozialverband Deutschland (SoVD) warnt vor drohenden Leistungskürzungen bei der Eingliederungshilfe (EGH) für Menschen mit Behinderungen. In der aktuellen Debatte um angeblich „ausufernde“ Sozialausgaben wird – nicht zuletzt von Kanzler Merz selbst – erneut suggeriert, der Sozialstaat sei zu teuer. Dabei geraten zunehmend die steigenden Kosten der EGH ins Visier. Der SoVD stellt klar: Diese Argumentation greift zu kurz und ist gefährlich. SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier stellt in diesem Zusammenhang fest: „Menschen mit Behinderungen dürfen nicht zum Steinbruch der Haushaltspolitik werden. Teilhabe ist ein Grundrecht – und Grundrechte stehen nicht unter Haushaltsvorbehalt.“

Petitionsausschuss des Bundestages zu Informationen zur Barrierefreiheit von Arztpraxen

Bundestag Besprechungsraum
Bundestag Besprechungsraum
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestag unterstützt die Forderung, Informationen zur Barrierefreiheit von Arztpraxen in Deutschland niederschwellig und flächendeckend zur Verfügung zu stellen. In seiner Sitzung am 25. Februar 2026 verabschiedete der Ausschuss einstimmig die Beschlussempfehlung an den Bundestag, eine dahingehende Petition dem Bundesministerium für Gesundheit „als Material“ zu überweisen. Darauf hat der Informationsdienst des Deutschen Bundestages Heute im Bundestag hingewiesen.

Programm-Update für das 10. Bayerische Landestreffen in Würzburg

Logo des Landesverband Bayern der Gehörlosen
Logo des Landesverband Bayern der Gehörlosen
Foto: Landesverband Bayern der Gehörlosen

München/Würzburg (kobinet) Der Landesverband Bayern der Gehörlosen hat weitere Details zum 10. Bayerischen Landestreffen bekannt gegeben, das unter der Schirmherrschaft des bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder am 10. und 11. April 2026 in Würzburg stattfinden wird. Die Veranstaltung dient als zentrale Plattform für den Dialog zwischen der Gebärdensprachgemeinschaft, der BayerischenStaatsregierung und dem Bayerischen Landtag. Bereits 600 Tickets wurden verkauft. Die Frühbuchervorteile enden am 31. März 2026.

Istanbul-Konvention inklusiv umsetzen

Infozeichen
Info blau Symbol
Foto: Susanne Göbel

Frankfurt (kobinet) „Istanbul-Konvention inklusiv umsetzen: Behinderung und geschlechtsspezifische Gewalt“ ist der Titel eines Fachtags, der im Mai 2025 von der Koordinierungsstelle Istanbulkonvention der Stadt Frankfurt durchgeführt wurde. „Gewalt gegen Frauen mit Behinderungen“, „Gewalt in Einrichtungen der Behindertenhilfe“, „inklusive Beratung“ und „Schutz von durch Gewalterfahrung Betroffene Menschen“ sowie „Gewaltprävention“ waren die Themen, die auf dem Fachtag von unterschiedlichen Expert*innen aus Deutschland beleuchtet wurden. Die Vorstellung und Diskussion der Erfahrungen in der Kooperation zwischen Behindertenhilfe, Selbstvertretung und Institutionen aus dem Frauenschutz- und Hilfesystem bildeten den Abschluss des Fachtags. Nun ist die Dokumentation der Veranstaltung und ein Dokumentationsfilm erschienen.

DVBS kritisiert Gesetzentwurf zur Änderung des Behindertengleichstellungsgesetzes scharf

Buchstaben  in kleinen Buchstaben und Braile, recht daneben ein Auge
Logo des DVBS
Foto: DVBS

Marburg (kobinet) Der Deutsche Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS) übt deutliche Kritik an dem von der Bundesregierung vorgelegten Gesetzentwurf zur Änderung des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG). Die Reform soll offiziell mehr Barrierefreiheit in Deutschland schaffen. Zahlreiche Verbände und Menschenrechtsorganisationen halten den Entwurf jedoch für unzureichend und in Teilen sogar für kontraproduktiv. Diese Einschätzung teilt auch der DVBS. „Der Gesetzentwurf verpasst eine dringend nötige Modernisierung des Behindertengleichstellungsgesetzes. Die vorgesehenen Regelungen für private Anbieter sind weitgehend zahnlos und schaffen in der Praxis kaum verbindliche Verpflichtungen für Barrierefreiheit“, erklärt Werner Wörder, 1. Vorsitzender des DVBS.

Informationskampagne zum Persönlichen Budget im Enneppe-Ruhr-Kreis

Logo: Persönliches Budget - Mehr als Geld
Logo: Persönliches Budget – Mehr als Geld
Foto: KSL.NRW

Schwelm (kobinet) „Menschen mit Behinderung sollen ihre Rechte kennen, ihre Möglichkeiten nutzen und Unterstützung so gestalten können, wie sie zu ihrem Leben passt. Ein zentraler Schlüssel dafür ist das Persönliche Budget“, heißt es in der Pressemitteilung zur Informationskampagne des Ennepe-Ruhr-Kreis. Um das Persönliche Budget bekannter zu machen, veranstalten die Inklusionsbeauftragte des Enneppe-Ruhr-Kreises und die Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben Nordrhein-Westfalen einen Aktionsmonat zum Persönlichen Budget. Die Auftaktveranstaltung, bei der ein Vortrag zum Persönlichen Budget durch Mitarbeiter*innen des Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben und der Kontaktstelle Persönliche Assistenz/Persönliches Budget gehalten wird, findet am 2. März um 17:00 Uhr im Kreishaus Schwelm, Hauptstr. 92, statt.

Bayrische Staatsregierung investiert weiter für Werkstätten für Menschen mit Behinderung

Junge Frau mit blonden Haaren hält mit einem Mann einen großen blauen symbolischen Check. Hinter dieser Gruppe stehen weitere vier Männer
Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf bei der Übergabe des Förderschecks in Nördlingen
Foto: StMAS/Schäffler

MÜNCHEN (kobinet) Die Donau‑Ries-Werkstätten GmbH am Stammsitz in Nördlingen wird erweitert und modernisiert. Dies unterstützt der Freistaat mit einer Förderung von bis zu rund 3,9 Millionen Euro. Neben einer Erweiterung der Förderstätte um zwölf Plätze können 222 Arbeitsplätze an zeitgemäße Standards angepasst und damit die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten mit Behinderung wesentlich verbessert werden. „Es freut mich sehr, dass wir dieses Projekt der Donau-Ries-Werkstätten GmbH mit insgesamt bis zu rund 3,9 Millionen Euro fördern können“, so Bayerns Arbeitsministerin Ulrike Scharf zu der anstehenden Investition in Nördlingen.

BSK modernisiert Gästehaus

Bild eines mit vielen Menschen gefüllten Raumes, darunter auch zwei Frauen und zwei Männer mit Rollstuhl
Bei der Begehung des barrierefreien BSK-Gästehauses
Foto: Jasmin Paul

KRAUTHEIM (kobinet) Mit einer exklusiven Begehung für geladene Gäste hat der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderte (BSK) sein umfassend modernisiertes, barrierefreies Gästehaus erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Nach der Eröffnung des Gästehauses im Jahr 2005 wurde das Haus in den vergangenen Monaten grundlegend nach aktuellen DIN-Vorgaben saniert und gemäß modernsten Brandschutzstandards auf den neuesten Stand gebracht.

Schutz vor Diskriminierung in Triage-Situationen muss sichergestellt werden

Logo Deutsches Institut für Menschenrechte
Logo Deutsches Institut für Menschenrechte
Foto: Von Institut für Menschenrechte – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0

Berlin (kobinet) „In Krisenzeiten, in denen lebensrettende Ressourcen knapp werden können, spitzt sich die Frage nach einem diskriminierungsfreien Zugang zur Gesundheitsversorgung zu. Die Zuteilung überlebenswichtiger Maßnahmen ist eine bioethische Frage, die untrennbar mit fundamentalen verfassungs- und menschenrechtlichen Wertentscheidungen verbunden ist. Sie berührt die Kernbereiche der Menschenwürde und Gleichbehandlung. Im Kern geht es darum, nach welchen Kriterien in Situationen dramatischer Knappheit entschieden wird, wessen Leben gerettet wird. Für die Betroffenen geht es um die Frage des (Über-)Lebens. Diese Frage über Leben und Tod muss bundeseinheitlich beantwortet werden und sollte deshalb vorzugsweise durch den Bundesgesetzgeber geregelt werden. Von Bundesland zu Bundesland abweichende Regelungen sind bei dieser normativ-ethischen Grundsatzfrage nicht hinnehmbar.“ So heißt es in einer Presseinformation zum Thema Triage, die das Deutsche Institut für Menschenrechte heute am 25. Februar 2026 verbreitet hat und die die kobinet-nachrichten im Folgenden dokumentieren:

Verbände kritisieren ausufernde Spardiskussion um Eingliederungshilfe

Symbol Ausrufezeichen
Symbol Ausrufezeichen mit Schatten
Foto: ht

Berlin (kobinet) Die Fachverbände für Menschen mit Behinderung und der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) sind alarmiert über immer neue Gesprächsformate zu Einsparungen bei der Eingliederungshilfe. Am 26. Februar 2026 soll hierzu nun auch im Kanzleramt mit Ländern und Kommunen gesprochen werden, obwohl erst am 24. Februar 2026 das Bundesministerium für Arbeit und Soziales die Vorschläge aus dem Bund-Länder-Dialog zur Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe mit den Verbänden beraten hat. Schon die Sozialstaatskommission hat gefordert, dieser Dialogprozess solle auf „konkrete Maßnahmen zur zeitnahen Begrenzung der Kosten fokussieren und diese verlässlich bis Mitte 2026 vorlegen“. Diese immer neuen Beratungsprozesse verunsichern Menschen mit Behinderung und ihre Familien, heißt es in einer Presseinformation der Fachverbände.

Keine Bewegung bei Werkstättenreform: Warum der Roman Zündeln an den Strukturen immer noch aktuell ist?

Ottmar Miles-Paul mit Roman Zündeln an den Strukturen
Ottmar Miles-Paul mit Roman Zündeln an den Strukturen
Foto: LB Bremen

Kassel (kobinet) Und wieder übergibt die bayerische Sozialministerin Ulrike Scharf heute am 25. Februar 2026 einen Förderscheck an eine Werkstatt für behinderte Menschen. Dieses Mal gehen 3,9 Millionen Euro an die Donau-Ries-Werkstätten GmbH in Nördlingen für die Modernisierung und für weitere Plätze in der Werkstatt. Dies hat nicht nur Kritik bei behinderten Menschen ausgelöst, die sich für Alternativen zur Werkstatt für behinderte Menschen wie beispielsweise das Budget für Arbeit engagieren, ausgelöst, wie von Nancy Frind. Es wirft auch die Frage auf, ob der im August 2023 von Ottmar Miles-Paul veröffentlichte Roman über die Situation in Werkstätten für behinderte Menschen und Alternativen dazu mit dem Titel „Zündeln an den Strukturen“ noch so aktuell wie eh und je ist. kobinet-Redakteur Hartmut Smikac hat sich mit der Kritik von Nancy Frind an der erneuten Förderung einer Werkstatt in Bayern beschäftigt und sprach mit Ottmar Miles-Paul über die Aktualität seines Romans und warum die Entwicklung bei der Reform des Werkstättensystems eine Schnecke zu sein scheint.

Veranstaltungsmitschnitt: Menschenrechte von Menschen mit Behinderung: zwischen Anspruch und Wirklichkeit

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Foto: Susanne Göbel

Berlin (kobinet) „Manche politischen, sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erschweren Gleichberechtigung und Inklusion von Menschen, die mit einer Behinderung leben. Auf einer Veranstaltung der Schader-Stiftung stand daher im Dezember 2025 die Frage im Mittelpunkt: Welche politischen Gestaltungsmöglichkeiten gibt es zur Verbesserung der Situation von Menschen mit Behinderungen? Darüber diskutierten Sozialministerin Heike Hofmann, Prof. Dr. Sigrid Arnade von der Alice Salomon Hochschule, der Journalist Simon Dörr und Dr. Thorsten Hinz von der Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie.“ Darauf hat der Landesbehindertenbeauftragte von Hessen, Andreas Winkel, in seinem Newsletter aufmerksam gemacht und auf den Link des Mitschnitts der Veranstaltung auf YouTube hingewiesen.

Schweizer Halbierungsinitiative zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk und die Folgen für behinderte Menschen

Bild mit Schere am Gebäude mit der Aufschrift SRG SSR
Bild mit Schere am Gebäude mit der Aufschrift SRG SSR
Foto: BIZEPS/ChatGPT

Wien / Bern (kobinet) In der Schweiz steht der öffentlich-rechtliche Rundfunk vor einer richtungsweisenden Entscheidung. Am 8. März 2026 stimmt die Bevölkerung über die sogenannte Initiative: „200 Franken sind genug! (SRG-Initiative)“ ab. Umgangssprachlich heißt sie: Halbierungsinitiative. Die Vorlage betrifft direkt die Finanzierung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG SSR) – also jenes Unternehmens, das Radio-, Fernseh- und Onlineangebote im öffentlich-rechtlichen Auftrag für alle Sprachregionen in der Schweiz bereitstellt. Dass davon die Barrierefreiheit der öffentlich-rechtlichen Angebote und behinderte Menschen direkt betroffen sind, das macht Martin Ladstätter in seinem Kommentar für den österreichischen Online-Nachrichtendienst BIZEPS deutlich.

Köln kann inklusive Bildung! Aber will Köln auch?

Fragezeichen aus Blumen
Fragezeichen
Foto: Susanne Göbel

Köln (kobinet) Am 2. März 2026 demonstrieren Eltern zum 15. Mal vor dem Kölner Schulausschuss – für die Schülerbeförderung im Gemeinsamen Lernen und für die Verbesserung inklusiver Bildung in Köln. Auch Schulen werden zur Demo kommen, weil die Rahmenbedingungen im Gemeinsamen Lernen immer schlechter werden. Aus Sicht der Eltern ist der Handlungsdruck hoch: Im aktuellen Bericht zur inklusiven Entwicklung an Kölner Schulen zeigt sich in den Zahlen, was Familien seit Langem beklagen – im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung werden wieder mehr Schüler*innen an Förderschulen angemeldet. Als Ursache benennen Eltern die in den vergangenen Jahren deutlich schlechter gewordenen Rahmenbedingungen für inklusive Beschulung. Vierzehn Mal haben Eltern deshalb schon vor dem Kölner Schulausschuss demonstriert. Seit zwei Jahren warten sie nach eigener Aussage vergeblich auf tragfähige Lösungsvorschläge aus Politik und Verwaltung.

Wie anders noch sich vom ableistischen Menschenbild befreien, wenn argumentative Aufklärung an Grenzen stößt

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
begutachtet das ableistische Menschenbild Tei 2
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) Ich fahre fort mit meinen Ausführungen zu Ralph Milewskis grundsätzlichem Nachdenken, über den die Zeiten und die Systeme überdauernden Ableismus und das ihn leitende Menschenbild. Ergebnis meiner vorangehenden Überlegungen war, dass die ideengeschichtlich auf Kants Aufklärungsphilosophie zurückgehende universalistische Moral es bis heute nicht vermocht hat, das ableistische Menschenbild Schachmatt oder außer Kraft zu setzen. Gerade in unserer neoliberalen Gegenwart scheinen die sozioökonomischen Strukturen und die sich aus ihnen ergebenden prägenden Orientierungen und Verhaltensmuster das ableistische Menschenbild erneut zu plausibilisieren und zu einem handlungsleitenden Schema „abzudaten“. – Was also tun?

Eingliederungshilfe geht auch Betroffene an

Symbol Fragezeichen
Fragen sollen zu Antworten werden
Foto: ht

WITTEN (kobinet) Dass Eingliederungshilfe auch Betroffene etwas angeht, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Aber dem ist nicht immer so. Da wird, wie ein Bürgerreporter in „WItten aktuell“ berichtet, Anfang Märze eine Wanderausstellung zum Thema „Das Persönliche Budget – mehr Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung“ eröffnet. Der Veranstaltungsort ist jedoch für Betroffene schwer erreichbar – es gäbe wohl geeignetere Räumlichkeiten. Bürgerreporter Carsten Rensinghoff fragt nach und bekommt zur Auskunft: „…dass die Wanderausstellung zum Persönlichen Budget hauptverantwortlich von der Inklusionsbeauftragten des Ennepe-Ruhr-Kreises organisiert wird. Außerdem, so Heucken, seien Leistungen der Eingliederungshilfe Sache des Kreises und des Landschaftsverbandes Westfalen/Lippe. Kreisangehörige Städte sind mit dieser Sache nicht befasst. “ Der Bericht des Bürgerreportes Carsten Rensinghoff ist auf dieser Seite nachzulesen.

Barrierefreiheit und Teilhabe sind Menschenrecht

Mann in gelbem T-Shirt und der Aufschrift Germany
Idriss Gonschinska, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS),
Foto: Picture Alliance

FRECHEN (kobinet) Im Anschluss an die Olympischen Spiele blickt blickt die Sportwelt auf die Paralympics in Italien, welche am 6. März in Verona eröffnet werden. Der Vorstandsvorsitzender des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), Idriss Gonschinska, hat sich mit dem Blick auf diese Paralympics in einem Interview zur Bedeutung von Barrierefreiheit und Teilhabe geäußert, die, so unterstreicht er in dem Zusammenhang, keine nette Geste, sondern ein Menschenrecht sind. Zudem äußert sich der 57-Jährige zur Bewerbung um Spiele in Deutschland – und zu den nachhaltigen Potenzialen, die insbesondere die Paralympics mitbringen. Im Folgenden geben wir dieses Interview in gering bearbeiteter Form wider.

Menschenrechte sind nicht verhandelbar: Anträge für Aktionen zum Europäischen Protesttag noch bis 31. März möglich

Plakat der Aktion Mensch zum Europäischen Protesttag 2026
Plakat der Aktion Mensch zum Europäischen Protesttag 2026
Foto: Aktion Mensch

Bonn (kobinet) Beim diesjährigen Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen gibt es wegen des miserablen Entwurfs zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetz (BGG), aber auch aufgrund der schärfer werdenden Debatte um die Eingliederungshilfe, genug Gründe, Protestaktionen durchzuführen. Die Aktion Mensch hat mit dem Slogan „Menschenrechte sind nicht verhandelbar“ ein passendes Motto gefunden und unterstützt auch dieses Jahr Aktionen und Veranstaltungen zum Europäischen Protesttag für die Gleichstellung behinderter Menschen am 5. Mai, die zwischen dem 2. und 10. Mai 2026 stattfinden, finanziell. Dafür hat sie insgesamt 2 Millionen Euro bereitgestellt. Förderanträge können noch bis zum 31. März 2026 gestellt werden, solange die Fördermittel reichen.

Neues Buch mit Geschichten über Gewalt und Behinderung in Komplexeinrichtungen

Buchcover: INST - Geschichten über Gewalt und Behinderung
Buchcover: INST – Geschichten über Gewalt und Behinderung
Foto: epubli

Berlin (kobinet) „Alexander Puchtler, jahrelang in der Behindertenhilfe tätig, wirft in seinen Kurzgeschichten einen ungeschönten Blick auf die aktuelle Situation in Komplexeinrichtungen für Menschen mit Behinderung.“ So heißt es in der Ankündigung des 204 Seiten umfassenden Buches „[INST] – Geschichten über Gewalt und Behinderung“ von Alexander Puchtler. „Alexander Puchtler erzählt Geschichten aus einer Welt, die viele nicht kennen und vielleicht lieber nicht sehen möchten: den Komplexeinrichtungen der Behindertenhilfe. An diesen Orten sind für die Betreuten Arbeit, Wohnen und Freizeit unter ständiger Aufsicht vereint. Hier wirkt strukturelle Gewalt, die oft als Normalität verkannt wird. Die Kurzgeschichten basieren auf realen Erfahrungen des Autors, sind teilweise fiktionalisiert und zeigen die Spannungsfelder zwischen Fürsorge, Kontrolle und Überforderung. Sie richten keine Anklage gegen Einzelne, sondern gegen Strukturen und Normen, die Fremdbestimmung normalisieren“, heißt es in der Presseinformation zum Buch.

Ferda Ataman: Bundesinnenminister muss Rassismus-Studie zum Thema machen

Ferda Ataman
Ferda Ataman
Foto: Sarah Eick

Berlin (kobinet) Die Unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, Ferda Ataman, hat den Umgang der Bundesregierung mit der bislang größten Studie zu „Rassismus in deutschen Institutionen und institutioneller Rassismus in Deutschland“ kritisiert. „Jede fünfte Anfrage in der Antidiskriminierungsstelle des Bundes betrifft Diskriminierungen durch staatliche Stellen. Benachteiligungen in öffentlichen Institutionen sind leider weit verbreitet“, sagte Ferda Ataman. „Diese Studie ist die bislang umfassendste und wichtigste Untersuchung dazu und wird vom Bundesinnenminister einfach unter den Tisch gekehrt“, sagte Ataman am 23. Februar 2026 in Berlin. Sie forderte Minister Dobrindt auf, sein öffentliches Stillschweigen zu der von seinem Ministerium in Auftrag gegebenen Großstudie zu beenden. In der Studie werden Institutionen wie Jobcenter, Ausländerbehörden, Sozialämter und Jugendämter, aber auch die Polizei und Justiz in den Fokus genommen. Sie wurde bislang lediglich auf einer Internet-Seite des BMI zugänglich gemacht, begleitet von zwei distanzierenden Stellungnahmen.

Land Niedersachsen veröffentlicht Flyer zu Patientenrechten in Leichter Sprache

Symbol leichte Sprache
Symbol leichte Sprache
Foto: Signet von Inclusion Europe

Hannover (kobinet) Viele Menschen fühlen sich im Gesundheitswesen zunehmend verunsichert – durch komplexe Abläufe, schwer verständliche Informationen und fehlenden Einblick in ihre Rechte. Besonders für Menschen mit Behinderungen, Lernschwierigkeiten oder geringer Lesekompetenz können Arztbesuche und medizinische Entscheidungen dadurch zur großen Hürde werden. Um hier Orientierung zu geben und Patientinnen und Patienten zu stärken, hat das niedersächsische Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung einen Flyer zu Patientenrechten in Leichter Sprache veröffentlicht.

Janny Armbruster weiterhin Behindertenbeauftragte von Brandenburg

Goldene Statue Justitia mit Schwert und Waage
Statue Justitia
Foto: Sang Hyun Cho auf Pixabay

Potsdam (kobinet) Laut den Regelungen des Behindertengleichstellungsgesetz von Brandenburg hätte die bisherige Landesbehindertenbeauftragte Janny Armbruster so lange im Amt bleiben müssen, bis eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger gefunden ist. Die parteilose Sozialministerin von Brandenburg, Britta Müller, plante stattdessen, vorübergehend den Landesseniorenbeauftragten mit den Aufgaben der Behindertenbeauftragten zu betrauen. Janny Armbruster klagte daraufhin sowohl gegen das Bewerbungsverfahren als auch gegen dessen überraschende Einstellung. Daher war die Stelle bis zum jetzigen Gerichtsentscheid auch nicht neu besetzt worden. Laut einem Bericht von rbb24 darf die bisherige Behindertenbeauftragte von Brandenburg Janny Armbruster (Grüne) ihr Amt nun wieder ausüben – zumindest so lange, bis der Posten nach einem neuen Ausschreibungsverfahren neu besetzt wird. Das hat das Arbeitsgericht in Potsdam entschieden. Dort wurde der Fall vor kurzem in einem Eilverfahren verhandelt.

Gold-Kraemer-Stiftung und Volkshochschule Frechen beschließen Kooperation

Zwei Männer sitzen an einem Tisch und unterschreiben einen Text
Bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung.

Foto: Gold-Kraemer-Stiftung.

FRECHEN (kobinet) Die Gold-Kraemer-Stiftung und die Volkshochschule Frechen haben jetzt ihre bereits seit Längerem gewachsene Zusammenarbeit jetzt offiziell besiegelt. Bürgermeister Kai Uwe Tietz und der Vorstandsvorsitzende der Gold-Kraemer-Stiftung, Dr. Yorick M. Ruland, haben nun in Frechen eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, mit welcher die inklusive Bildungsangebote dauerhaft gestärkt und weiterentwickelt werden sollen. Mit dem Schritt reagieren beide Partner auf das große Interesse an Kursen, die Menschen mit und ohne Behinderung zusammenbringen. Angebote wie inklusive Qi-Gong- und Yoga-Kurse im Begegnungszentrum der Stiftung, ein Kochkurs rund um gesunde Ernährung, niedrigschwellige Technologiekurse oder die Schreibwerkstatt „Blatt-Gold“ haben bereits gezeigt, wie gut solche Formate angenommen werden und wie sehr sie das Miteinander in der Stadt bereichern.

Lebenshilfe startet bundesweite Kampagne gegen Kürzungen bei der Eingliederungshilfe

Logo der Lebenshilfe
Logo der Lebenshilfe
Foto: Lebenshilfe

BERLIN (kobinet) Die Kommunen klagen immer lauter über leere Kassen – und fast täglich kommen neue, unzumutbare Sparvorschläge. Seit sogar Kanzler Merz die Kosten der Eingliederungshilfe kritisiert hat, wächst die Angst bei Menschen mit Behinderung und ihren Familien. Sie befürchten, dass Leistungen der Eingliederungshilfe schon bald gekürzt werden könnten. Die Lebenshilfe startet deshalb heute ihre bundesweite Kampagne „Teilhabe ist Menschenrecht“. Damit will die Lebenshilfe der Öffentlichkeit zeigen, wie wichtig die Eingliederungshilfe für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Unterstützungsbedarf ist. Einsparpotenzial sieht die Lebenshilfe allenfalls im Abbau von Bürokratie. Beispielsweise indem die Überprüfungsintervalle für den Bedarf an Eingliederungshilfe verlängert werden und die Leistungsdokumentation vereinfacht wird.

Aufruf an Bundestagsabgeordnete: Verhindern Sie ein Behinderten-Benachteiligungs-Gesetz

KI mit Brandenburger Tor mit Aufschrift BGG? unter großer Lupe
KI mit Brandenburger Tor mit Aufschrift BGG? unter großer Lupe
Foto: Juliane Harms mit KI gestaltet

Berlin (kobinet) Mit einem Aufruf an die Bundestagsabgeordneten von CDU/CSU und SPD unter dem Motto „Verhindern Sie ein Behinderten-Benachteiligungs-Gesetz!“ wendet sich das NETZWERK ARTIKEL 3 vor allem gegen eine Formulierung im Gesetzesentwurf der Bundesregierung für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetz (BGG), die umfassende Ausnahmen für Unternehmen bei der Herstellung von Barrierefreiheit und für angemessene Vorkehrungen für die Teilhabe behinderter Menschen vorsieht. Das Netzwerk fordert von den Abgeordneten in der weiteren Beratung des Gesetzesentwurfs die Streichung der in § 7 (Benachteiligungsverbot), Absatz 3, Nummer 3 gewählten Formulierung, wonach „Unternehmern, die der Öffentlichkeit Güter und Dienstleistungen“ anbieten, ein Freibrief zur Diskriminierung ausgestellt wird. Dort gelten bisher „alle baulichen Veränderungen, sowie Änderungen an Gütern und Dienstleistungen als unverhältnismäßige und unbillige Belastung“. Das NETZWERK ARTIKEL 3 hofft, dass viele weitere behinderte Menschen und ihre Verbündeten den Aufruf zum Anlass nehmen, ihre Bundestagsabgeordneten mit ähnlichen Forderungen zu kontaktieren.

50 Jahre österreichischer Bundesbehindertenbeirat

Karrikatur zu 50 Jahre Bundesbehindertenbeirat in Österreich
Karrikatur zu 50 Jahre Bundesbehindertenbeirat in Österreich
Foto: BIZEPS/ChatGPT

Wien (kobinet) „Ein halbes Jahrhundert nach seiner Gründung blickt der österreichische Bundesbehindertenbeirat auf eine bewegte Geschichte zurück. Vom medizinisch geprägten Expertenrat zum partizipativen Beratungsgremium – kaum ein anderes Organ spiegelt den Wandel der Behindertenpolitik so deutlich wider.“ So heißt es in einem Beitrag des österreichischen Online-Nachrichtendienst BIZEPS zum 50. Jubliäum der Gründung des österreichischen Bundesbehindertenbeirats. Und weiter heißt es: „Am 20. Februar 1976 wurde der ‚Bundesbeirat für Behinderte‘ von der damaligen Gesundheitsministerin Ingrid Leodolter ins Leben gerufen. Fünf Jahrzehnte später – am 20. Februar 2026 – feiert das Gremium, welches heute Bundesbehindertenbeirat heißt, sein 50-jähriges Bestehen.“

Risiken ernst nehmen, Kinderrechte achten, technisch umsetzbare Lösungen bei Social-Media-Verbot bieten

Icon eines Baumes der mit seinen Ästen viele Angebote vernetzt
Netzwerke helfen, Aufgaben zu erledigen
Foto: geralt In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

BERLIN (kobinet) Das Deutsche Kinderhilfswerk mahnt in der Diskussion um Social-Media-Verbote für Kinder und Jugendliche risikoorientierte Lösungsansätze an, die sowohl rechtlich als auch technisch umsetzbar sind. Maßgeblich für politische Lösungsansätze muss aber eine ganzheitliche Berücksichtigung der Rechte von Kindern und Jugendlichen bleiben so wie sie die UN-Kinderrechtskonvention vorgibt. Aus Sicht des Deutschen Kinderhilfswerkes ist für die Eingrenzung von Risiken im Zusammenhang mit Social Media der bereits bestehende Rechtsrahmen zumindest bedingt trag- und ausbaufähig, und muss konsequenter als bislang angewendet werden, um sein Potenzial zu entfalten. Aus Sicht des Deutschen Kinderhilfswerkes sind die derzeitigen parteipolitischen Schnellschüsse an vielen Stellen kontraproduktiv.

Simbabwe: Mit Gebärdensprache den Klimawandel verstehen

Symbol Gebärdensprache
Symbol Gebärdensprache
Foto: Schweizer Eidgenössisches Departement des Innern

Köln (kobinet) „Simbabwe: Mit Gebärdensprache den Klimawandel verstehen“, so hat die Deutsche Welle einen gut dreiminütigen Beitrag getitelt, der auf die Unterstützung gehörloser Menschen beim Umgang mit dem Klimawandel hinweist. „Douglas Mapeta unterrichtet in Simbabwe Gebärdensprache. Er bereitet Gehörlose auf die Herausforderungen des Klimawandels vor. Und Solarenergie spielt auch eine Rolle“, heißt es im Teaser zum Beitrag.