Niedersachsen will ambulante Pflege strukturell verbessern

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

Grafik zeigt Symbol für Niedersachsen
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Bild: domain public

Hannover (kobinet) Niedersachsen stärkt die ambulante Pflege im ländlichen Raum mit 20 Millionen Euro. Mit einem Programm zur Stärkung der ambulanten Pflege im ländlichen Raum fördert die Landesregierung gezielt ambulante Pflegedienste außerhalb der niedersächsischen Ballungsgebiete. Bis 2022 stehen jährlich 5 Millionen, insgesamt 20 Millionen Euro zur Verfügung.

„Wir wollen mit unserer Förderung nachhaltige und über den Förderzeitraum hinaus wirksame strukturelle Verbesserungen der Arbeits- und Rahmenbedingungen in der ambulanten Pflege schaffen und so die Situation der engagierten Pflegekräfte verbessern. Denn insbesondere in ländlichen Regionen stehen die Pflegedienste vor großen Herausforderungen“, betont Sozialministerin Carola Reimann anlässlich der heutigen Vorstellung der neuen Förderrichtlinie. Die Nachfrage nach entsprechenden Pflegeleistungen sei groß und die Pflegedienste in den ländlichen Regionen besonders von Abwanderung und Fachkräftemangel betroffen.

Gefördert werden ambulante Pflegeeinrichtungen, die ihren Sitz in Niedersachsen haben und deren Pflegestandorte mehrheitlich außerhalb der Landeshauptstadt Hannover sowie der Städte Braunschweig, Oldenburg, Osnabrück, Wolfsburg, Göttingen, Hildesheim, Wilhelmshaven, Delmenhorst, Lüneburg und Celle liegen.

Seit 2016 wird die ambulante Pflege im ländlichen Raum gefördert, die Förderbedingungen wurden jetzt weiterentwickelt: Nun können auch in Niedersachsen ansässige Pflegedienste eine Förderung beantragen, deren Träger ihren Sitz in anderen Bundesländern haben. „So wollen wir ganz gezielt die Anbieter unterstützen, die maßgeblich zu einer guten pflegerischen Versorgung der Menschen auf dem Land beitragen. Denn häufig ist der ländliche Raum stärker von Alterungsprozessen betroffen als Ballungszentren. Dazu kommen für die Pflegedienstanbieter neben der oftmals schwierigen Suche nach Fachkräften häufig längere Wegezeiten als in städtischen Regionen“, unterstreicht die Ministerin.

Die Förderung ist an eine tarifgerechte Bezahlung der Beschäftigten geknüpft.

Lesermeinungen zu “Niedersachsen will ambulante Pflege strukturell verbessern” (1)

Von kirsti

Der Ansatz der „Stärkung und strukturellen Verbesserung der Arbeits- und Rahmenbedingungen in der ambulanten Pflege“ vor allem in ländlichen Regionen, so wie es in Niedersachsen vorgesehen ist, ist ein guter Weg. Diesem steht die „telemedizinische Versorgung“ – wie es in Rheinland-Pfalz von der Gesundheitsministerin Frau Bätzing- Lichtenthäler für die häusliche Pflege vorgeschlagen wird, diametral gegenüber: „Hausarztpraxen in Rheinland-Pfalz sollen dabei unterstützt werden, ihre Patientinnen und Patienten künftig bei Hausbesuchen noch intensiver betreuen zu können. Dafür sollen speziell ausgebildete Telemedizin-Assistentinnen und -Assistenten (TMA) und modernste Technik zum Einsatz kommen.“
Ich frage mich, aus welchem Topf der Medizin die „Fachkräfte der Telemedizin“ kommen sollen. In welchen Zeiträumen denkt die Frau Gesundheitsministerin in Rheinland-Pfalz? Wie und wann können die Fachkräfte der Telemedizin-Assistentinnen und –Assistenten (TMA) mit „modernster Technik“ bei Hausbesuchen eingesetzt werden? Um beim Begriff „Telemedizin“ zu bleiben, so hat er rein gar nichts mit Nähe zu tun, sondern entstammt der stationären Behandlung, bei der telemedizinische Verfahren genutzt werden, um spezielles Wissen über entsprechende Medien von einem Krankenhaus zum anderen zu „transportierenn“ und anzuwenden.

Es ist ein Widerspruch in sich, wenn „Telemedizin“ nun zu „Hausbesuchen“ wie aus dem Hut gezaubert werden soll. Hausbesuche bedeuten Nähe. Telemedizin ist – wie das griechische Wort „telos“ – besagt, das genaue Gegenteil; es hat etwas mit Entfernung und Ende zu tun. Will man die ambulante Pflege nun „telemedizinisch“ in Rheinland-Pfalz dem Ende ein Stück näher bringen und „zu Grabe tragen“?


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