Probleme mit gesetzlicher Betreuung

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

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Bild: ht

Neuburg (kobinet) Immer wieder berichten behinderte Menschen und ihre Angehörigen über Probleme mit gesetzlichen Betreuer*innen. Auch die kobinet-nachrichten erreichen immer wieder solche Berichte, wie der von Angelika Rapp, die Mutter eines schwerstbehinderten 31-jährigen Sohnes ist, dessen Behinderung durch einen Ärztefehler verursacht wurde. Nach jahrzehntelangem Kampf mit der Haftpflichtversicherung des damaligen Arztes wurden sie im Jahr 2012 in eine Abfindungszahlung durch die Versicherung gedrängt. "Vor vier Jahren ist ein gerichtlich bestellter Betreuer in unser Leben getreten, der von Anfang an gegen mich arbeitete", schreibt sie. Freunde und Nachbarn haben für sie eine Petition gestartet, die mittlerweile von über 9.000 Menschen unterzeichnet wurde und die am 23. Mai dem Betreuungsgericht Kandel übergeben werden soll.

"Eine große Ungerechtigkeit treibt uns, die Freunde, Nachbarn und Bekannte der Familie Rapp aus Neuburg, um: Angelika Rapp lebt mit ihrem Sohn in Neuburg am Rhein. Durch einen ärztlichen Kunstfehler ist ihr Sohn Tommi (31) seit seiner Geburt schwerst-mehrfachbehindert und wird von seiner Mutter seit nun über dreißig Jahren, in aufopferungsvoller Hingabe sprichwörtlich rund um die Uhr gepflegt und versorgt. (...) Die beiden sind in unserem Dorf sehr beliebt und in unserer Dorfgemeinschaft fest integriert, weshalb uns ihr Schicksal sehr bewegt. Denn vor einiger Zeit bekam Tommi einen Berufsbetreuer zugeteilt, der der Familie das ohnehin schon nicht einfache Leben noch schwerer macht", heißt es in der Petition auf openPetition. Mit der Petition fordern die Initiator*innen die Absetzung von Tommis Berufsbetreuer und das Recht auf Vermögenssorge für die Mutter.

Am 23. Mai, dem 70igsten Jahrestag des Grundgesetzes, werden die Unterschriften der mittlerweile abgeschlossenen Petition dem Betreuungsgericht Kandel übergeben.

Link zum Text der Petition