SightCity: Mit moderner Technik Barrieren überwinden

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

Kunst statt Langstock in den Händen - das war in der Kunstmeile möglich
Kunst statt Langstock in den Händen - das war in der Kunstmeile möglich
Bild: Kerstin Philipp/SightCity

Stuttgart (kobinet) Wie lässt sich der Alltag meistern, wenn das Augenlicht dazu nicht mehr nutzbar ist? Die SightCity zeigt jedes Jahr in einer großen Ausstellung, wie technische Hilfsmittel und gute Beratungsangebote dies möglich machen können. Mehr als 4.000 Besucher kamen vom 8. bis 10. Mai zur weltgrößten Hilfsmittelmesse für Sehbehinderte und Blinde nach Frankfurt.

Seit 16 Jahren informiert die SightCity in Frankfurt rund um die Themen Sehbehinderung und Hilfsmittel. Denn welche Möglichkeiten sehbehinderte und blinde Menschen heute haben, um mobil und unabhängig zu sein, ist Betroffenen nicht immer auch bekannt. Drei Tage lang brachte die SightCity wieder namhafte Mediziner und Low-Vision-Experten, Hersteller und Betroffene aus mehr als 20 Ländern zusammen. Über 130 Aussteller aus Europa, den USA und Asien präsentierten ihre technischen Entwicklungen und Dienstleistungen. Auch Verbände, Ausbildungsanbieter und Reiseunternehmen stellten sich vor. Intelligente Brillen, hochauflösende Kameras, Lupen und Bildschirmlesegeräte helfen in Alltag, Schule und Beruf, die fehlende Sehstärke auszugleichen.

Spezielle Software ermöglicht blinden Menschen ein wettbewerbsfähiges Arbeiten, indem sie Arbeitsvorgänge vereinfacht und beschleunigt. Auch Smartphones und Tablet-PCs bieten für Sehbehinderte und Blinde heute eine Vielzahl an Funktionen wie Vergrößerung, Navigation, Texterkennung und Sprachausgabe. Viele Hersteller kombinieren diese Geräte mittlerweile mit der eigenen Soft-und Hardware. Tablets werden mit zusätzlichen Low-Vision-Funktionen ausgestattet und bekommen moderne faltbare Halterungen, teilweise mit Anschluss an eine externe Kamera für noch besseres Arbeiten. So entstehen besonders bedienungsfreundliche Produkte, die auch unterwegs problemlos nutzbar sind. Darüber hinaus arbeitet die Branche vor allem daran, die Mobilität von Betroffenen zu verbessern.

Neben dem Langstock helfen Ultraschall-und Infrarotsensoren dabei, sich zu orientieren und Ziele zu erreichen. Sie kommen zum Beispiel als Handgerät zum Einsatz, das Distanzen ermittelt und bewegte Objekte erkennt, oder als Gürtel, der Wege und Richtungen per Vibration fühlbar macht. Produkte mit taktilen Hinweisen und Sprachausgabe helfen auch besonders im Haushalt und beim Einkauf. Sprechende Küchenwaagen, Schablonen für flache Kochfelder oder Barcode-Scanner, die detaillierte Informationen zu Produkten liefern, sorgen dafür, dass alltägliche Handgriffe leichter fallen.

Unter dem Schwerpunkt „Medizin, Rehabilitation, Teilhabe“ wurden im SightCity Forum an allen Messetagen aktuelle Fragen und Entwicklungen im Low-Vision-Bereich diskutiert. Das Vortragsprogramm bot Patientensymposien zu verschiedenen Krankheitsbildern und neuesten Erkenntnissen aus Therapie und Forschung, etwa bei genetischen Erkrankungen oder der elektrischen Stimulation von Netzhaut-Nervenzellen. Im Patienten-Talk berichteten Nutzer über ihre Erfahrungen mit der Netzhautprothese Argus II.

Einen großen Schwerpunkt bildete das Netzwerk „Berufliche Teilhabe“ der Berufsbildungs-und Berufsförderungswerke. Die Besucher konnten mit Vertretern aus Reha, Medizin, Selbsthilfe und weiteren Bereichen über aktuelle Themen der Aus-und Weiterbildung sprechen.

„Die SightCity hat sich als Treffpunkt für Low-Vision-Experten und Betroffene aus der ganzen Welt fest etabliert“, erklärt Ingrid Merkl, Geschäftsführerin der SightCity GmbH und Leiterin des Messe-Organisationsteams. „Ab dem nächsten Jahr werden wir mit einem neuen Standort optimale Bedingungen für diese so wichtigen Begegnungen schaffen. Die SightCity findet dann vom 27. bis 29. Mai 2020 im Kap Europa statt, nur eine U-Bahn-Station vom Hauptbahnhof entfernt.“

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