Bunte, laute und friedliche Demo in Bremen

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Bild von der Demo am 7.5.19 in Bremen: Transparent Inklusion Jetzt
Bild von der Demo am 7.5.19 in Bremen: Transparent Inklusion Jetzt
Bild: Frank Scheffka

Bremen (kobinet) Bei kaltem aber später sonnigem Wetter fand am 7. Mai der 27. Protest-Tag gegen Diskriminierung und für Gleichstellung behinderter Menschen in der Bremer Innenstadt statt. Um 12.00 Uhr startete dem Bericht von Gerald Wagner von der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe behinderter Menschen Bremen traditionell zu "Hells Bells" von ACDC der Demonstrationszug am Bremer Hauptbahnhof. Eine schwungvoll-fröhliche Afro-Trommelgruppe, die schrillen Töne aus den Trillerpfeifen der mehr als 300 Teilnehmenden und bunte politische Plakate, die in Workshops des Werkstattrats entstanden sind, sorgten dem Bericht zufolge für eine laute, bunte und friedliche Demonstration.

Bericht von Gerald Wagner

Vor dem Gebäude der Senatorin für Kinder und Bildung forderte Sozialstaatsrat a.D. Horst Frehe verstärkte Anstrengungen für schulische Inklusion. Vor dem Amt für Straßen und Verkehr und der Baubehörde standen Verbesserungen beim Öffentlichen Personennahverkehr, der allgemeinen Barrierefreiheit und für mehr behindertengerechten Wohnraum im Mittelpunkt der Forderungen. Vor allem fehle es an bezahlbarem Wohnraum, in dem behinderte Menschen, gegebenenfalls mit ihrer Assistenz, selbstbestimmt leben können. Beim letzten Zwischenstopp wurde die barrierefreie Gestaltung des Haupteingangs gefordert.

Auf den Domtreppen blickte Horst Frehe auf 10 Jahre UN-Behindertenrechtskonvention zurück und sprach an, was in Bremen bereits zur Verwirklichung dieses geltenden Rechts für behinderte Menschen getan wurde und was noch zu tun ist. Es folgten – professionell wie immer von Wilhelm Winkelmeier moderiert – weitere Reden von AK-Protest-Sprecher Dieter Stegmann und anderen vor dem Haus der Bremischen Bürgerschaft. Zahlreiche weitere Rednerinnen und Redner sprachen zu den Kundgebungsteilnehmer*innen. Für den kurzfristig erkrankten Landesbehindertenbeauftragten Dr. Joachim Steinbrück betonte sein Stellvertreter Kai Steuck die große Bedeutung des Protesttages und das, was die Bremer Behindertenbewegung in mehr als 25 Jahren erreicht hat. Martina Reicksmann vom Blinden- und Sehbehindertenverein Bremen, Melanie Kopf von der Deutschen Narkolepsiegesellschaft, Ahmed Gando und Ronald Pwalik für die Werkstattbeschäftigten, Rosemarie Kovac und Udo Schmidt ("SelbstAktiv"), Heike Oldenburg und spontane Rednerinnen und Redner sprachen aus Sicht der an diesem Protesttag maßgeblich beteiligten Verbände.

An Info-Ständen informierten Organisationen der Behinderten-Selbsthilfe über ihre Arbeit und an JiMs Bar wurden alkoholfreie Cocktails ausgeschenkt. Insgesamt nahmen mehr als 300 Menschen mit und ohne Behinderungen an der Demonstration und an der Kundgebung teil.