Blindenfußball-Bundesliga startet in 12. Saison

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

Blinde spielen mit dem rasselnden Ball
Blinde spielen mit dem rasselnden Ball
Bild: Carsten Kobow / Sepp-Herberger-Stiftung

Hennef/Stolberg (kobinet) Der rasselnde Ball rollt wieder. Anpfiff für die zwölfte Saison der Blindenfußball-Bundesliga ist am kommenden Samstag auf dem Kaiserplatz im rheinischen Stolberg. Seit dem Jahr 2008 veranstaltet die DFB-Stiftung Sepp Herberger zusammen mit dem Deutschen Behindertensportverband und dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband Europas einzigartige nationale Fußballliga für blinde und sehbehinderte Menschen. In diesem Jahr beteiligen sich sechs Teams und Spielgemeinschaften an der Serie.

Bis zum Saisonfinale am 31. August 2019 in Saarbrücken finden insgesamt fünf Spieltage statt. Titelverteidiger ist der MTV Stuttgart. „Uns gilt es zu schlagen", sagt MTV-Kapitän Alexander Fangmann, der sich im vergangenen Jahr mit elf Toren die Torjägerkanone sicherte und mit zwei sehenswerten Treffern im Finale gegen den FC St. Pauli maßgeblichen Anteil am sechsten Meistertitel der Schwaben hatte. „Natürlich wollen wir unseren Titel verteidigen. Daneben zählen Marburg, St. Pauli und Schalke zu den Topteams der Liga“, so Fangmann. Für MTV-Trainer Giuseppe Calaciura war der Titelgewinn im letzten Jahr ein Traumstart in die neue Aufgabe. Der blindenfußball-besessene MTV-Coach, der allenthalben für seine akribische Vorbereitung und sein Motivationsgeschick gelobt wird, sicherte sich mit seinem Team gleich in seinem ersten Trainerjahr die begehrte DFB-Meisterplakette.

Ein neuer Modus wird in dieser Saison für Spannung sorgen. In diesem Jahr wird die Meisterschaft erstmals mittels Hin- und Rückrundenpartien ausgespielt. „Die Spannung wird diese Saison weiter steigen, denn die Teams sind von der Qualität her enger zusammengerückt“, spekuliert Fangmann. „Es wird vermutlich kein Team schon nach der sechsten Begegnung die Qualifikation für den Final-Spieltag in Saarbrücken in der Tasche haben.“ Sechs Mannschaften wetteifern um den nationalen Titel, darunter auch das Team von Borussia Dortmund. Die Platzierungsspiele und das Saisonfinale werden am 31. August 2019 auf dem Tbilisser Platz in Saarbrücken ausgetragen.

Die Stadt-Spieltage gehören seit dem Jahr 2011 zum Liga-Alltag. Mehr als 10.000 Zuschauer besuchten etwa die beiden Veranstaltungen im vergangenen Jahr in Wangen und Düsseldorf. „Wir gehen bewusst dorthin, wo die Menschen sind“, betont Tobias Wrzesinski, Geschäftsführer der Sepp-Herberger-Stiftung. „Wir wollen gerade mit den Stadt-Spieltagen für den Inklusionsgedanken werben und zeigen, dass blinde und sehbehinderte Menschen mitten im Leben stehen, arbeiten, studieren und auf hohem Niveau Fußball spielen."

Alle Spiele werden auch live übertragen und können über diese Adresse im Internet verfolgt werden.

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