Vernetzung mit Gleichgesinnten bewirkt mehr Selbstbestimmung

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

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Bild: ZsL Stuttgart

Stuttgart (kobinet) Wie gehen Menschen mit Behinderungen mit Barrieren im Alltag um? Was sind ihre Strategien um diese Barrieren abzubauen? Diese Fragen standen beim vierten Folgetreffen zur Netzwerk-Konferenz des Netzwerks Inklusion in Baden-Württemberg im Mittelpunkt. Die freie Sozialwissenschaftlerin Mag.a Petra Flieger und Professor Volker Schönwiese eröffneten einer Presseinformation von Fabian Stanco vom ZsL Stuttgart zufolge die vom Sozialministerium Baden-Württemberg geförderte Veranstaltung mit einem Impulsvortrag zum Thema Empowerment, Alltag und Barrieren.

Volker Schönwiese, emeritierter Professor der Universität Innsbruck, ist Rollstuhlfahrer. Er hatte auf dem Weg zur Netzwerk-Konferenz ins Zentrum selbstbestimmt Leben (ZsL) eine Reifenpanne mit seinem Elektrorollstuhl. "Damit sind wir schon mitten im Thema", stellte er lachend fest. Bis 2013 war Schönwiese als Professor für inklusive Pädagogik und Disability Studies tätig. Darf ein Rollstuhlfahrer ein Bus-Ticket ohne Ermäßigung kaufen? Warum spricht ein Bankangestellter den Assistenten einer Rollstuhlfahrerin zunächst als Kunden an - nicht die Kundin selbst? Über diese und andere Fragen tauschten sich die Teilnehmer*innen im Anschluss an den Vortrag aus und diskutierten in Arbeitsgruppen und gemeinsam über Antworten und Lösungsansätze. "Wir müssen uns unserer Identität und unserer Ziele bewusst werden", forderte Schönwiese. Denn: "Selbstbewusstsein führt zu mehr Selbstbestimmung."

Ziele lassen sich am leichtesten dann erreichen, wenn sich Menschen mit ähnlichen Zielvorstellungen miteinander verbünden, lautete der Tenor der Teilnehmer*innen. Ein gemeinsames Ziel ist ein weiteres Folgetreffen der Netzwerk-Konferenz.

Link zu weiteren Informationen zum Netzwerk, das sich über weitere Interessent*innen freut