Protesttag auf neuen Wegen

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Im Bonner Hofgarten am 5.5.2019
Im Bonner Hofgarten am 5.5.2019
Bild: Susanne Göbel

Berlin/Bonn (kobinet)  Nicht im Regierungsviertel, sondern erstmals zwischen  Nollendorf- und Wittenbergplatz in Berlin fand heute die große Demo am Europäischen Protesttag für die Gleichstellung behinderter Menschen statt. Eine Grußbotschaft erreichte die Demonstranten aus dem Bonner Hofgarten. Der Protesttag stand hier unter dem Motto "Die Zukunft beginnt mit uns allen!" Mit dabei waren rund 100 Jugendliche mit und ohne Behinderung.

Sie haben hier ein Wochenende lang intensiv am Thema Inklusion gearbeitet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Jugendaktionscamps der Aktion Mensch haben eine Botschaft für eine inklusive Gesellschaft mt ihren Wünschen, Visionen und Forderungen für eine Welt, in der niemand ausgegrenzt wird, in einer großen Raumsonde an den stellvertretenden Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen Dr. Joachim Stamp übergeben.

Die Jugendlichen setzen sich unter anderem  für bessere inklusive Bildung ein. "Wir möchten, dass niemand aussortiert wird. Wir möchten, dass die Schulen so gut ausgestattet werden, dass inklusive Bildung auch möglich ist. Inklusion soll keine Zukunftsmusik bleiben, sondern schon heute beginnen." Darauf machten die Jugendlichen in Bonn kreativ, bunt und laut aufmerksam. Auf dem Jugendinklusionscamp haben sie viele Kontakte geknüpft, Ideen entwickelt und Projekte gestartet, mit denen sie sich auch künftig für eine inklusive Gesellschaft einsetzen wollen.

Lesermeinungen zu “Protesttag auf neuen Wegen” (10)

Von Theben

Liebe Leute also ehrlich! Muss man sich jetzt fürs Danke Sagen schon rechtfertigen, oder gar entschuldigen - das ist echt frühe achtziger...

Ich sage DANKE an die Polizei und DANKE an alle die den 5. Mai alss Protesttag möglich gemacht und teilgenommen haben

AMEN!

DR. Martin Theben

Von Arnd Hellinger

@TN:

Nein, ist es nicht: In allen Fällen nehme ich bzw. nehmen Sie - auf welcher Rechtsgrundlage ist zunächst zweitrangig - die Leistung/Arbeitszeit anderer Personen in Anspruch und da gebietet es schon der menschliche Anstand oder gegenseitige Respekt, sich bei den Erbringenden genau dieser Leistung auch zu bedanken...

Von TN

@ Herrn A. Hellinger

Eine Demonstration ist etwas grundlegend anderes, als ein Besuch eines Restaurants und das Aufgesucht-Haben eines Arztes.

Von Arnd Hellinger

Liebe Frau Heidelberg,

wenn Sie in einem Restaurant, bei Ihrem Hausarzt oder sonstwo korrekt und ordentlich bedient wurden, bedanken Sie sich doch auch, obwohl Sie genau genommen ja auch dort nur Ihr Recht auf ebendiese Bedienung in Anspruch nehmen. Nichts anderes tat Dominik Peter hier im Namen aller Teilnehmenden gegenüber der Polizei Berlin. Die musste nämlich für unsere Demo ein paar sehr befahrene Straßen für einen gewissen Zeitraum sperren, Umleitungen einrichten etc..

Insofern hat der Dank von Herrn Peter nichts mit irgendeiner Unterwürfigkeit gegenüber staatlichen Organen/Einrichtungen zu tun, sondern mit Grundregeln menschlichen Anstandes, die eigentlich JedeR von uns durch sein/ihr Elternhaus mitbekommen haben sollte.

Und ja, auch auf anderen Kundgebungen wird der Polizei von den jeweils Veranstaltenden für reibungslose Abläufe gedankt, wenn es sie gibt...

Von MarkusLau

Also Herrn Peter für einen Dank an die Polizisten dermaßen anzugreifen ist für mich unverständlich.
Ohne Sicherheitsabsprachen wird es keine Demonstration geben oder sie könnte echt extrem gefährlich werden. Ist den Kritiker*innen, die so schnell schreiben und meckern können eigentlich klar welch´ Mühe die Organisation dieses Tages macht?
Dann macht es doch selbst besser und dann noch ohne Polizei/Sicherheit: Viel Spaß dabei!
Und zur Generalkritik: Hat sich ein/e Polizist*in nicht korrekt verhalten? Nein, ganz im Gegenteil! Darf es dann ein Dank geben? Mit Sicherheit!
Gibt es inhaltliche, konstruktive Kritik? Das wäre interessant und das bringt alle voran.
In diesem Sinne danke ich dem BBV und Herrn Peter für den gelungenen Aktionstag!

Von TN

@ mheidelberg:
Die Inklusionist/innen gehen mittlerweile mitunter gar (sozial)politisch merkwürdige Wege, indem sie Exklusionist/innen (Kaufmännische Krankenkasse, siehe das Nichtfinanzbewilligungsdrama zu dem Elektrorollstuhl des mittlerweile KKH-Ex-Mitgliedes M. Walloschek aus Erfurt) zu Inklusionist/innen kürt.

Dem Grunde nach Exklusionist/innen liefen dann auf dem Demöchen in Berlin und anderswo mit.

Von TN

Ich halte es für absurd, sich offiziell und öffentlich (was jede/r privat macht, sei jeder / jedem selber überlassen) bei denjenigen zu bedanken, die (von Gesellschafts und von Staates wegen auf Grund der ihnen obliegenden Verpflichtungen im Dienst) verpflichtet sind, den ordnungsgemäßen Rahmen der Demonstration am Laufen zu halten.

Dass von dem Vorsitzenden des Berliner Behindertenverbandes vorgenommen, sagt viel über diesen Interessensverband und dessen Vorsitzenden (D. Peter) aus.

Der Leserbrief von Zorro und Markus Lau tun ein Übriges.

Der Rückzug auf die Strecke Nollendorfplatz bis Wittenbergplatz in der Länge von einem Kilometer, auf eine Wegstrecke, die nicht unbedingt von Wohnhäusern gesäumt wird und wo das Aufkommen von Politiker/innen sich in Grenzen hält, sondern eher von Tourist/innen die Fußwege belaufen werden, sagt viel über den (im Allgemeinen) Rückzug von Behinderten aus.

Der Berliner Behindertenverband muss sich die Frage gefallen lassen, was er mit dem Demöchen erreichen wollte (und die Nachwehen des Demöchen eingeschlossen); was der Berliner Behindertenverband mit dem Demöchen für die Zukunft politisch und sonstwie erreichen möchte.

Von ZORRO

@ mheidelberg
"So etwas habe ich noch nie erlebt"

Wenn Polizei am Sonntag wohl­wol­lend Demo ab­si­cher­te und das gut machte, halte ich Dank bzw. öffentl. An­er­ken­nung für Selbst­ver­ständ­lich­keit. Ist für mich auch eine Frage des ANSTANDS, allen Un­ter­stüt­zern zu danken – ein­schließ­lich der Polizei, zumal diese Berliner Beamten, egal welchen Geschlechts, wohl weitere Über­stun­den an­zu­­häu­fen hat­ten an diesem Wo­chen­en­de – für Ihre Si­cher­heit ...
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Von MarkusLau

Nur zu 2.: Wenn die Polizei eine Demo geleitet und für die Sicherheit sorgt, darf sich der Versammlungsleiter schon bedanken. Das habe ich auch auf anderen Demos erlebt und es ist auch völlig legitim.
So hat sich auch niemand für das Recht auf Demonstration bedankt, sondern es sind klare Forderungen für mehr Rechte und Umsetzung der UN-BRK gestellt worden.

Von mheidelberg

1. Nicht gut recherchiert: Die Demo in Berlin zum 5. Mai fand bereits zum dritten Mal nicht im Regierungsviertel statt!

2. Wir Menschen mit Behinderung fordern am 5. Mai unsere Rechte ein und wollen niemanden dafür danken, dass wir unsere Rechte wahrnehmen können.
Auch das Demonstrationsrecht ist ein Recht, für das wir niemanden zu danken haben.
Wie passt es dazu, dass Dominik Peter, Versammlungsleiter der Demo in Berlin, der Polizei für die Unterstützung bei der Demo dankt?
- So etwas habe ich noch NIE erlebt!!!

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