Ferienangebot: Vielfalt macht Spaß

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Martina Dorenwendt mit ihrem Sohn Lorenz
Martina Dorenwendt mit ihrem Sohn Lorenz
Bild: Martina Dorenwendt

Duderstadt (kobinet) Bereits bei einer Empowermentschulung vor vier Jahren hatten Martina Dorenwendt und Doris Sorge den Traum entwickelt, eine inklusive Ferienfreizeit für Kinder und Jugendliche durchzuführen. Was lange währt, wird schließlich gut, denn nun findet diese Freizeit vom 7.-13. Juli in Duderstadt statt. kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul führte mit Martina Dorenwendt und Doris Sorge folgendes Interview über die geplante Freizeit, deren Inhalte und Entstehungsgeschichte. 

kobinet-nachrichten: Vielfalt macht Spaß heißt es in der Ausschreibung für das Ferienangebot, das ihr im Sommer für Kinder und Jugendliche anbietet. Was habt ihr genau vor und wann findet das Ganze wo statt?

Martina Dorenwendt und Doris Sorge: Dieses Ferienangebot richtet sich an ALLE Kinder und Jugendliche, egal mit welchem Hintergrund. KEINER wird ausgegrenzt! Es verbessert das Verständnis für ein tolerantes Miteinander, dadurch werden Sicherheit und Selbstbewusstsein der Kinder und Jugendlichen gefördert und gestärkt. Die Freizeit findet auf dem riesen Areal des Jugendgästehauses in Duderstadt, vom 7. bis 13. Juli 2019, statt. Das Jugendgästehaus hat ein barrierefreies Europadorf, welches unser Mittelpunkt sein wird. Aktionen, die wir je nach Wetter und Stimmung mit den Teilnehmern unternehmen wollen, sind:

Schach, Fußball, Volleyball, Holzsägen, Theater spielen, Drachen steigen lassen, Geschichten erzählen, basteln, spielen, Duderstadt erkunden, Ausflug ins Brotbackmuseum und zum Seeburger See, zusammen Spaß haben und vieles mehr.

Das Programm stellen wir, ein Team engagierter Leute, zusammen. Uns kommt es besonders darauf an, die Kinder durch Sport in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken und eine feste Gruppendynamik entstehen zu lassen. Dies versuchen wir durch sportliche Gruppenaktivitäten und durch Erlebnisse, die sich von alltäglichen Erfahrungen abheben, zu erreichen. Unser erlebnispädagogischer Ansatz lässt uns kleine und große Abenteuer erleben. Zu unseren Zielen gehört es auch Kindern die Möglichkeit zu geben, sich in einem angemessenen Rahmen individuell zu entfalten.  

kobinet-nachrichten: Ich weiß, dass ihr die Idee schon lange mit euch herumgetragen habt. Wie lange hat es gedauert, bis nun alles in Sack und Tüten ist und die Freizeit stattfinden kann? Und was gab es dafür alles zu tun?

Martina Dorenwendt und Doris Sorge: Unsere Initiative, Inklusion in der Gesellschaft zu leben, entstand durch die Empowermentseminare, geleitet von Ottmar Miles-Paul, 2014/15 in Erfurt. In 2016 hatten wir den Plan gefasst, eine Kinder und Jugendferienfreizeit für Alle Kinder und Jugendlichen zu gestalten. Bis 2017 haben wir ein Konzept erarbeitet. Den ersten Antrag zur Förderung unserer Freizeit bei Aktion Mensch stellten wir in 2017.

Leider ist es sehr schwierig, Zuschüsse für so ein Unternehmen zu bekommen. Ohne Förderung wäre der Preis für so eine Ferienfreizeit für die Eltern nicht zu bezahlen. Die individuellen Hilfsmittel für den Einzelnen, die man für solch eine Ferieneizeit braucht, wären privat nicht zu stemmen. So haben wir nun insgesamt 3 Jahre gebraucht um unser Ziel zu erreichen.  

kobinet-nachrichten: Weshalb ist es euch so wichtig, dass Kinder und Jugendliche zusammen kommen, um Inklusion zu erleben und auszutesten?  

Martina Dorenwendt und Doris Sorge: Die Inklusionsbildungsmaßnahme verbessert das Verständnis für ein tolerantes Miteinander, dadurch werden die Sicherheit und das Selbstbewusstsein der Kinder und Jugendlichen gefördert und gestärkt. Gerade bei Kindern und Jugendlichen aus sozial prekären Verhältnissen oder mit einer Behinderung mangelt es oft an Selbstbewusstsein. Aber auch Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund werden oft ausgegrenzt und werden von einer homogenen Gruppe profitieren.

kobinet-nachrichten: Wenn ihr drei Wünsche frei hättet, welche wären dies?

Martina Dorenwendt und Doris Sorge:

  1. 6 wunderschöne Tage in Duderstadt, so dass die Kinder und Jugendlichen sich immer an eine wunderschöne Zeit erinnern, die sie auch schwierige Zeiten gut meistern lassen.
  2. Eine Welt, in der es grundsätzlich ein tolerantes Miteinander gibt, ohne Vorurteile, Ausgrenzung und Hass.
  3. Leichtere Antragsverfahren und mehr Fördermöglichkeiten

kobinet-nachrichten: Und was muss man nun genau tun, damit man bei eurer Freizeit im Juli dabei sein kann? 

Martina Dorenwendt und Doris Sorge: Man muss sich nur auf unserer Internetseite www.lvkm-thuer.de oder per Mail an ibm2019@lvkm-thuer.de möglichst schnell anmelden. Alternativ ist die Anmeldung auch persönlich unter der Nummer 03 60 26 – 90 367 möglich. (Falls niemand abnehmen sollte, wird zurück gerufen).

kobinet-nachrichten: Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg.

Link zur Ankündigung der inklusiven Freizeit