Inklusion ist Prozess der Weiterentwicklung

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

Deutsche Blindenstudienanstalt e.V. (blista)
Deutsche Blindenstudienanstalt e.V. (blista)
Bild: blista

Marburg (kobinet) Die Deutsche Blindenstudienanstalt (blista) ist ein bundesweites Kompetenzzentrum für Menschen mit Blindheit und Sehbehinderung. 1916 gegründet. Heutzutage beschäftigt sie rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Als Einrichtung der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe führt sie einen Diskurs darüber, welche Werte und Orientierung ein inklusives Miteinander ausmachen, welche Wege wir verfolgen und welche Ziele wir bei der Umsetzung der UN-BRK definieren.

"Inklusion ist für uns", so betont blista in einer Presseinformation anlässlich des 10. Jahrestages der UN-Behindertenrechtskonvention, "ein lebendiger Prozess der Weiterentwicklung, der sorgfältigen Reflexion und Mitwirkung". Ziel von blista ist, eine chancengleiche Teilhabe der Menschen mit Blindheit und Sehbehinderung inmitten unserer Gesellschaft.

Blista ist eine offene und lebendige Bildungs- und Begegnungsstätte. Ohne sie wäre Marburg nicht zur „Blindenhauptstadt Deutschlands“ geworden. Seit den ersten Abiturvorbereitungskursen für kriegserblindete Soldaten ist dem gemeinschaftlichen Engagement Vieles zu verdanken.

1954 wurde hier die erste deutsche Blinden-Hörbücherei gegründet.

Anfang der 1970er trat die erste akustische Ampel von Marburg aus ihren Siegeszug in die Städte und Gemeinden Deutschlands an, in den 1970ern wurde der weiße Langstock zum primären Hilfsmittel selbstbestimmter Mobilität.

Hier entwickelte man die Braille-Mathematikschrift sowie das richtungsweisende dezentrale Internatskonzept, international als auch " Marburger Modell“ bekannt. Die blista steht für eine vielfältige und hochqualifizierte Förderung, die sorgfältig auf die individuellen Potenziale und Interessen der Einzelnen abgestimmt ist. Mehr als 4000 junge Menschen mit Blindheit oder Sehbehinderung haben in den mehr als 100 Jahren des blista-Bestehens einen Höheren Schulabschluss erlangt.

Und wer jetzt mehr über blista erfahren möchte, kann das hier nachlesen.

Lesermeinungen zu “Inklusion ist Prozess der Weiterentwicklung” (1)

Von kirsti

Gilt „Inklusion“ nur für Blinde und Sehbehinderte, wie es die „blista“ definiert: „welche Werte und Orientierung ein inklusives Miteinander ausmachen, welche Wege wir verfolgen und welche Ziele wir bei der Umsetzung der UN-BRK definieren.“

Gilt die UN-BRK nur für Blinde und Sehbehinderte?

Inklusion bedeutet, für alle Behinderten – nicht nur für Blinde und Sehbehinderte – offen zu sein und diese zu optimal zu fördern. Dieses Kriterium erfüllt die „blista“ in Marburg leider nicht. Sie fördert sicher bestens Blinde und Sehbehinderte, sie hat zum Schuljahr 2018/19 auch einige „normale“, dh. nicht- sehbehinderte oder blinde Schüler*innen in ihre Eingangsklassen aufgenommen. Aber kann das Zusammenleben von Blinden mit Nicht-Behinderten bereits als Inklusion bezeichnet werden? Alle anderen Behinderungsarten, die es auch noch gibt, bleiben ausgeschlossen. Ein Ausschlusskriterium liegt für die „blista“ bereits dann vor, wenn „Sehbehinderung“ oder „Blindheit“ mit einer Körperbehinderung vergesellschaftet ist.

Die UN-BRK kennt diesen Ausschluss nicht!

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