Ein Blog zum Leben leben statt Leben träumen

Veröffentlicht am von Lea Voitel, Hartmut Smikac

Lea Voitel beim Auslandspraktikum in Graz
Lea Voitel beim Auslandspraktikum in Graz
Bild: Björn Giese

Potsdam (kobinet) Zum Beginn der Reisesaison 2019 veröffentlichen wir bei kobinet Hinweise zu Reisezielen, welche auch für Urlaubsreisen von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen geeignet sind. Heute geht es dabei um den Blog, den Lea Voitel schreibt, weil ihre Maxime und Lebensstil ist, wie sie uns mitteilt volle Pulle zu leben, Träume wirklich wahr werden zu lassen anstatt immer nur darüber zu reden und vor allem Grenzen austesten. Der Rollstuhl ist ihr dabei kein Hindernis, denn er dient ihr als Fortbewegungsmittel und dazu, tatsächliche Hindernisse zu überwinden.

So berichtet sie dann auch von sich: "Mein Name ist Lea, ich bin 21 Jahre jung und kam als „Frühchen“ mit einer spastischen Tetraparese zur Welt. Heute, 21 Jahre später, ist es mir ein großes Anliegen, diese zu erkunden, zu erobern und meine ganz persönlichen Grenzen zu überwinden. Mit der Fachhochschulreife in der Tasche und der beinahe abgeschlossenen Ausbildung zur Kauffrau für Tourismus und Freizeit geht es jetzt in Richtung Job und eigener Wohnung. Was dabei natürlich nicht fehlen darf sind Reisen, Festivals, Konzerte und Sport. Denn das ist es, wofür ich lebe und was ich auch anderen „Betroffenen“ nahebringen möchte. Denn wenn ich in 21 Jahren etwas gelernt habe, dann ist es, dass die Behinderung oft nicht der Grund ist, aus dem wir denken, dass die eine oder andere Sache nicht funktioniert. Meist ist es unsere eigene Einstellung oder die Einstellung von anderen, an der wir scheitern.

Doch ich denke, mittlerweile habe ich das mit dem „Grenzen austesten“ ganz gut raus. Erst Ende letzten Jahres bekam ich die Möglichkeit, über die Organisation Erasmus+ ein vierwöchiges Praktikum in Österreich zu machen, natürlich mit Assistenz. Das war ein absolutes Highlight und hat mir mal wieder gezeigt, was eigentlich alles möglich ist!

Gerne möchte ich meine Erfahrungen an andere weitergeben, ihnen und ihren Mitmenschen Mut machen, auch ihre eigenen Grenzen auszutesten. Der Blog „Handicaptation – Aktivität und Mobilität mit Behinderung“ entstand 2016, nach einer Demonstration zum Bundesteilhabegesetz in Berlin. In einem Brief wurde man dazu aufgefordert, eine Stellungnahme zum Thema an die Abgeordneten des jeweiligen Landtages zu schreiben. Genau das tat ich und veröffentlichte die Antworten auf Facebook. Das kam gut an. Also erweiterte ich mein Spektrum: Filmkritiken zu meinen liebsten „Behindertenfilmen“, Reiseberichte, Tipps zu barrierefreien Veranstaltungsorten, Konzerthallen und Festivals aber natürlich auch Sportarten für Menschen mit Behinderung. Neben den ganzen Aktivitäten wollte ich aber natürlich auch im rechtlichen Bereich unterstützen. Schließlich war es ja wichtig zu wissen, was einem zustand und wie man es beantragen konnte.

Aus einer kleinen Facebook-Seite ist heute ein Internetportal geworden, was zu möglichst vielen Themen im Bereich „Handicap“ beraten soll und Leser und Leserimmen motivieren soll, zu eigenen Abenteuern aufzubrechen, eine „Gebrauchsanweisung zum Abenteuererleben“ sozusagen. Mittlerweile arbeite ich am Projekt gemeinsam mit meinem Lebensgefährten Björn, mit dem ich auch schon viele Abenteuer erleben durfte. Er als IT-Fachmann und ich als Reisekauffrau haben eine wirklich vorzeigbare Website auf die Beine gestellt, auf die wir sehr stolz sind.

Unser Anliegen ist es, Menschen zu motivieren, selbst herauszufinden, was für sie alles möglich ist und wie viel das Leben auch mit Handicap zu bieten hat. Es liegt nie an der Behinderung, sondern immer an der Einstellung.

Das Leben wartet nicht! Also los, lebt euer Leben anstatt es nur zu träumen! Ihr habt Fragen oder Anregungen? Wir freuen uns, wenn ihr Kontakt mit uns aufnehmt!"

Lea Voitel ist über diese Internetseite zu erreichen sowie für Facebook-Mitgieder unter dem Suchwort "Aktivtrotzhandicap" zu finden.   

 

Lesermeinung schreiben?

Beim erstmaligen Schreiben Ihrer Lesermeinung werden Sie zur Registrierung geleitet. Dabei erkennen Sie die Nutzungsbedingungen und die Netiquette an.Sie erhalten eine Bestätigungs-E-Mail. Bitte schauen Sie auch in Ihren Spamordner. Bestätigen Sie den Empfang durch Klicken auf den angezeigten Link. Sie erhalten ein Fenster und ergänzen Ihren Anzeigenamen und Ihren persönlichen Namen zur E-Mailadresse. Die Lesermeinung ist auf 2000 Zeichen begrenzt und Sie können bis 14 Tage nach Veröffentlichung der Nachricht schreiben.