Aktionsplan zur Inklusion in Niedersachsen

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Carola Reimann
Carola Reimann
Bild: Tom Figiel

Hannover (kobinet) "Wir leben in Niedersachsen Inklusion aktiv und denken das Thema ganz im Sinn der UN-Behindertenrechtskonvention als etwas ‚Selbstverständliches' mit", unterstrich die niedersächsische Sozialministerin Carola Reimann anlässlich des gestern vorgestellten Aktionsplans Inklusion für die Jahre 2019 und 2020. Da Inklusion eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei, zielen 147 konkrete Maßnahmen der Landesregierung darauf ab, Barrierefreiheit in allen Lebensbereichen zu verwirklichen.

Gleichzeitig zog Dr. Carola Reimann Bilanz des Aktionsplans Inklusion für die Jahre 2017 und 2018. 96 Prozent der von der Landesregierung für die vergangenen zwei Jahre vereinbarten Maßnahmen wurden beziehungsweise werden umgesetzt. Fast die Hälfte davon sind als Daueraufgaben in die tägliche Arbeit eingeflossen. "Auf dem Weg hin zu einem inklusiven Niedersachsen haben wir schon jetzt viel erreicht. Gleichwohl heißt es, dran bleiben, damit alle Menschen in Niedersachsen die gleichen Bedingungen für eine gleichberechtige Teilhabe erhalten."

Das umfassende Paket an Handlungsfeldern und Maßnahmen der Aktionspläne zeige auf, dass die Verwirklichung der Inklusion ganzheitlich gedacht werden muss. Für eine erfolgreiche Umsetzung müssten die betroffenen Menschen gehört und einbezogen werden, so Sozialministerin Carola Reimann. "Dabei ist das Motto ‚Nichts über uns ohne uns' für mich Leitfaden und Verpflichtung zugleich. Denn mir war und ist es besonders wichtig, dass sowohl bei der Erstellung als auch im Umsetzungsprozess der niedersächsischen Aktionspläne Menschen mit Behinderungen als Expertinnen und Experten in eigener Sache konkret und kontinuierlich beteiligt wurden und werden."

Als Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen begleitet Petra Wontorra die Landesregierung engmaschig in den Themenfeldern Inklusion und selbstbestimmte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen in allen Lebensbereichen. Sie koordiniert Beteiligungsprozesse rund um die Aktionspläne und bestimmt aktiv mit, wenn es darum geht, Maßnahmen zu erarbeiten und diese umzusetzen. "Bei der Erarbeitung des neuen Aktionsplanes Inklusion 2019/2020 war es mir wichtig, dass sowohl der Landesbeirat für Menschen mit Behinderungen, Behindertenverbände, Selbsthilfeorganisationen, Selbstvertretungen als auch Behindertenbeauftragte und Behindertenbeiräte aus den Gebietskörperschaften aus ganz Niedersachsen beteiligt wurden", betonte Petra Wontorra. "Inklusion ist eine ressortübergreifende Querschnittsaufgabe. Deswegen ist es sinnvoll und notwendig, dass der Aktionsplan alle zwei Jahre fortgeschrieben wird und die Themen und Maßnahmen so gar nicht erst in Schubladen verschwinden können. Dass ein Konzept zur wissenschaftlichen Evaluierung erarbeitet wird, begrüße ich sehr. Dabei ist es wichtig, dass einzelne Maßnahmen herausgegriffen werden und die Fragen beantwortet werden: Wird Inklusion in der Praxis gelebt? Wie wird Teilhabe von Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen vor Ort realisiert?"

Die Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen ermutigt weiter: "Neue Maßnahmen und Daueraufgaben sind in den Aktionsplänen etabliert. So kann Inklusion von Beginn an in politische Entscheidungsprozesse nachhaltig einfließen. Eine für Vielfalt aufgeschlossene Haltung ist der Motor für mehr Inklusion in unserer Gesellschaft; Teilhabe verbindet!"

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