Probleme mit der Digitalisierung

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Hand auf Computertastatur
Hand auf Computertastatur
Bild: sch

München (kobinet) Alle Welt spricht von Digitalisierung. Doch leider wird oftmals nach Ansicht von Stefan Unterstraßer bewußt verschwiegen, welche Nachteile die Digitalisierung bringen kann. Gerade blinde bzw. sehbehinderte Arbeitnehmer*innen haben nach seiner und der Erfahrung des Inklusionsbotschafters Markus Ertl hier ernste Probleme.

"Da ich selbst blind bin, kann ich nur für diesen Personenkreis sprechen. Software ist nicht barrierefrei bzw. wird als 'barrierearm' bezeichnet, was unterm Strich die gleichen Probeme schafft, sich jedoch wesentlich besser und wohlklingender vermarkten läßt. Jobs, die früher für uns kein Problem waren, sind in manchen Fällen 'vom Aussterben' bedroht bzw. schon verschwunden. Ich habe langsam den Eindruck, dass bewußt versucht wird, dieses Thema aus der Gesellschaft zu verdrängen, da es einen Schatten auf die 'schönen Geschichten' wirft, welche uns die Politik gerne verkaufen will. Auch der öffentliche Dienst, der ja lange Zeit ein Garant für die Schaffung von sicheren Arbeitsplätzen für blinde war, gerät zunehmend in ein fragwürdiges Licht. Die 'digitale Akte' ist in vielen Fällen nicht oder nur erschwert zugänglich, Anwendungssoftware ist nicht oder nur teilweise nutzbar, was natürlich zur Folge hat, dass wir irgendwann auf der Strecke bleiben. Es ist nahezu lächerlich, wenn Behörden behaupten, dass die Quote dort beschäftigter schwerbehinderter Menschen überdurchschnittlich hoch ist, wenn andererseits der Werdegang, die Aufstiegschancen und die zu verrichtende Arbeit abhängig von äußeren Einflüssen ist und man unsere Probleme nicht hören will", berichtet Stefan Unterstraßer. Aus diesem Grunde hat er versucht, im Rahmen eines Radiobeitrags auf diese Situation aufmerksam zu machen. 

Link zum Radiobeitrag im Bayerischen Rundfunk