Leyla Imret und der Geist von Ossietzky im Grips-Theater

Veröffentlicht am von Rolf Barthel

Medaille im geöffneten roten Kästchen
Medaille im geöffneten roten Kästchen
Bild: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Neben Ottmar Miles-Paul erhielt am 16. Dezember 2018 auch die kurdische Kommunalpolitikerin Leyla Imret aus Cizre/Türkei die Carl-von-Ossietzky-Medaille 2018  für ihre Zivilcourage und ihren Einsatz für die Verwirklichung der Menschenrechte. Die festliche Verleihung erfolgte im Grips-Theater.

Durch die einfache aber wirkungsvolle Gestaltung der Bühne und deren Hintergrund entstand der Eindruck, dass der Geist von Ossietzky über der Verleihung schwebt.

Der Geist von Ossietzky, ein Bild im Hintergrund
Der Geist von Ossietzky, ein Bild im Hintergrund; Bild: Rolf Barthel

Norman Peach, Professor für Politikwissenschaft und Völkerrecht hielt die Laudatio auf Leyla Imret.
Aus dem Inhalt:
„Leyla Imret, war 2014 demokratisch mit 81 % der Stimmen für die kurdenfreundliche, linksgerichtete HDP ins kommunale Parlament gewählt worden und übernahm die Funktion als Ko-Bürgermeisterin der kurdischen Stadt Cizre im Südosten der Türkei. …
Nach den türkischen Parlamentswahlen wurde sie 2015 willkürlich ihres Amtes enthoben. Seitdem wird gegen sie wegen ‚terroristischer Propaganda‘ ermittelt; sie sah sich daraufhin der Bedrohung durch den türkischen Staat ausgesetzt; mit unabsehbaren Folgen für ihre persönliche Sicherheit. Nach dreimaliger Verhaftung flüchtete sie nach Deutschland zurück, wo sie in der Nähe von Bremen aufgewachsen (Anm. d. A.: ab ihrem 5. Lebensjahr) war. …
Von Deutschland aus kämpft sie weiter für die Rechte der kurdischen Minderheit, gegen die das türkische Militär mit maßloser Gewalt vorgeht.
Über die unfassbaren Menschenrechtsverletzungen in Cizre sagte Leyla Imret im März 2018 als sachverständige Zeugin vor dem ‚Internationalen Tribunal der Völker‘ (‚Permanent Peoples Tribunal on Turkey arid Kurds‘) in Paris und im November vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg aus.“

Ahmed Amed überreicht die Ossietzky-Medaille an Leyla Imret
Ahmed Amed überreicht die Ossietzky-Medaille an Leyla Imret; Bild: Rolf Barthel

Über das herausragende Engagement von Leyla Imrent gibt auch der Dokumentarfilm „Dil Leyla“ von der Autorin und Regisseurin Asli Özarslan Auskunft. Der Film aus dem Jahr 2016 ist immer noch hochbrisant und politisch aktuell. Er berichtet u. a. über das Wirken der jüngsten Bürgermeisterin des Landes und letztlich über die Zerstörung von Cizre durch die türkische Armee, ein Verbrechen im Auftrag der türkischen Regierung.
Im Gespräch mit Knut Albrecht, Vorstandsmitglied der Internationalen Liga für Menschenrechte wurde ein Trailer des Films gezeigt.

Knut Albrecht mit Regisseurin Asli Özarslan im Gespräch
Knut Albrecht mit Regisseurin Asli Özarslan im Gespräch; Bild: Irina Tischer

'Dil Leyla' - Szenenfoto mit Leyla
"Dil Leyla" - Szenenfoto mit Leyla; Bild: Rolf Barthel

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