Mit dem Bundesteilhabegesetz in den Sozialraum

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Prof. Dr. Albrecht Rohrmann
Prof. Dr. Albrecht Rohrmann
Bild: Uni Siegen

Kassel (kobinet) "Mit dem Bundesteilhabegesetz in den Sozialraum", so titelte Prof. Dr. Albrecht Rohrmann von der Universität Siegen seinen Einführungsvortrag bei einer Fachtagung zur Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes, zu der der Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV) am 28. November ins Ständehaus in Kassel geladen hatte. Mit der Fachtagung sollte der Umsetzungsprozess des Bundesteilhabegesetzes aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet werden.

Als Untermauerung des Titels hatte Albrecht Rohrmann ein Bild mit der Frage "Entschuldigung, wie komme ich denn hier in den Sozialraum?" genutzt, das bezeichnend für die derzeitige Diskussion zur inklusiven Sozialraumgestaltung ist. Im Bundesteilhabegesetz wird der Sozialraum und die Schaffung eines inklusiven Sozialräums zwar an verschiedenen Stellen aufgegriffen, um dies zu erreichen brauche es aber eine intensive Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure. Dies reiche von der Erstellung des Gesamt- bzw. Teilhabeplans bis zur städtebaulichen Planung. Und die Interessenvertretungen behinderter Menschen müssten daran entsprechend dem Partizipationsgebot der UN-Behindertenrechtskonvention beteiligt werden. Sozialräume müssten aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und gestaltet werden. Dies reiche vom Blickwinkel der einzelnen Person, über die staatlichen Aufgaben, bis zur Gesellschaft als ganzes, in der es in Sachen Sozialraumgestaltung immer wieder auch ganz unterschiedliche Interessen gibt.

Im Anschluss an den Vortrag von Prof. Dr. Albrecht Rohrmann schilderten verschiedene Akteure ihre Sichtweise und bisherigen Aktivitäten zur Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes. Dabei wurde vor allem aus Sicht der Kommunen deutlich, dass der nun anstehende Umstrukturierungsprozess nach der gesetzlich geregelten neuen Zuständigkeit einen enormen Kraftaufwand bedeute und auch finanzielle Ressourcen erfordere. In Hessen ist zukünftig der Landeswohlfahrtsverband für die Eingliederungshilfe für Erwachsene und die Kommunen für die Eingliederungshilfen für Kinder und Jugendliche zuständig. Diese sind zudem für Hilfen für behinderte Menschen zuständig, bei denen im Rentenalter ein entsprechender Bedarf entsteht. Der Diskussionen wird es daher in Hessen, wie in anderen Bundesländern auch, wohl noch viele geben müssen, um einen reibungslosen Übergang zum 1. Januar 2020 zu schaffen.