Inklusion muss man wollen und täglich machen

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

Stellvertretende Landtagspräsidentin Carina Gödecke und Vorsitzenden der Lebenshilfe NRW Gerd Ascheid eim Parlamentarischen Abend
Stellvertretende Landtagspräsidentin Carina Gödecke und Vorsitzenden der Lebenshilfe NRW Gerd Ascheid eim Parlamentarischen Abend
Bild: Lebenshilfe NRW

Düsseldorf (kobinet) Zum vierten Mal richtete die Lebenshilfe Nordrhein-Westfalen ihren Parlamentarischen Abend im Landtag NRW aus. Er stand diesmal unter dem Motto „Ehrenamt gestaltet Inklusion“und widmete sich dem ehrenamtlichen Engagement von und für Menschen mit Behinderung.

Für den neuen Landesvorsitzenden der Lebenshilfe NRW, Prof. Dr. Gerd Ascheid, war dies der erste öffentliche Auftritt bei welchem er seine Ansicht zur Gestaltung von Inklusion in den Vordergrund stellt und betonet: „Die Bereitschaft zur Inklusion kann nicht verordnet werden, Inklusionsbereitschaft entsteht durch Begegnung, was ein Mensch nicht kennt, macht ihn vorsichtig und skeptisch. Bisher haben die meisten Menschen wenig Kontakte zu Menschen mit geistiger Behinderung“. „Die ersten Orte der Begegnung im Leben eines Menschen sind Kindergarten und Schulen, hier führen die geschaffenen Veränderungen hin zur Inklusion zu Begegnung. Aber was kommt danach?“, fragte er. Gerade im Bereich der Arbeit müsse hier noch viel aufgeholt werden, was die die Inklusion auf dem Arbeitsmarkt betrifft.

„Die große langfristige Aufgabe für die Inklusion ist nicht nur Menschen mit Behinderung beim inklusiven Zugang zur Gesellschaft zu unterstützen, sondern insbesondere auch die Gesellschaft bei der Inklusion von Menschen mit Behinderung zu unterstützen, ihr zeigen, dass Inklusion ein großer Gewinn für alle ist. Für diese Aufgaben brauchen wir Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren. Genau wie die Inklusion in beide Richtungen gehen muss, ist auch das Ehrenamt keine Einbahnstraße“, erklärte der neue Landesvorsitzende.

Musikalisch sorgte Cellistin Katarina Reichelt, sie hat das Down Syndrom, für große Begeisterung. „Sie haben vor zwei Jahren schon einen bleibenden Eindruck im Landtag hinterlassen und waren tagelang Gesprächsthema im Haus. Sie sind immer ein herzlich willkommener Gast im Landtag NRW“, sagte die stellvertretende Landtagspräsidentin Carina Gödecke bei Ihrer Begrüßungsrede, in der sie ebenfalls die große Bedeutung des Ehrenamtes betonte. 

Dies wurde bei der anschließenden Gesprächsrunde, die von Lebenshilfe NRW Botschafterin Claudia Kleinert modereiert wurde, ebenfalls deutlich. Das mit dem MitmenschPreis ausgezeichnete Projekt „Ehrenamt Rückwärts“ der Lebenshilfe Kreis Viersen zeigt, auch Menschen die aufgrund ihrer speziellen Form der geistigen Behinderung nicht in die Werkstatt gehen können, leisten einen wichtigen Dienst für die Gesellschaft, indem Sie für die Tafel im niederrheinischen Willich Lebensmittel zu den Menschen bringen, die nicht in der Lage sind, zu den Verteilstellen zu gehen. „Dieses Engagement hat unsere Klienten verändert“, sagt Esther Mand von der Lebenshilfe Kreis Viersen, „es hat sie mental zugänglicher und damit therapierbar gemacht. Sie müssen zum Beispiel keine Psychopharmaka mehr nehmen, ein toller Erfolg der Arbeit.“

Auf ein anderes Problem, dass durch ehrenamtliche Arbeit aufgefangen wird, wies Eva Lux, MdL und Vorsitzende der Lebenshilfe Leverkusen, hin. Noch immer ist die Aufnahme und Behandlung von Menschen mit geistiger Behinderung in Krankenhäusern etwas, was nur mangelhaft geregelt ist. Ohne ehrenamtliches Engagement von Angehörigen wäre dies kaum zu schaffen. „Menschen mit geistiger Behinderung benötigen gerade hier ihnen vertraute Personen, die auch als Dolmetscher auftreten, dass wir uns hier ehrenamtlich als Arbeitskreis engagieren zeigt, dass im System der Assistenz ein Problem besteht“, erklärte Lux. Sie forderte die Politik auf, die Finanzierung von hauptamtlichen Kräften bei der Begleitung behinderter Menschen freizugeben und Gesetzte zu verändern. Denn nicht immer können Angehörige die Assistenz von Menschen mit Behinderung im Krankenhaus, schon aus beruflichen Gründen übernehmen. „Es darf aber auch nicht vom ehrenamtlichen Engagement einzelner abhängig sein“, so Lux. 

Rainer Lettkamp, Geschäftsführer der Lebenshilfe Oberhausen, betonte, es sei wichtig, dass ehrenamtliche Arbeit Begegnungen schaffen kann, welche letztlich allen Seiten helfe. „Dies gelinge bei monatlichen Repair-Café der Lebenshilfe Oberhausen vorzüglich. Da backen unsere Menschen mit Behinderung Kuchen für die Leute, die zu uns kommen, um ihre kleinen Elektrogeräte von unseren Ehrenamtlern reparieren zu lassen. Beim Warten kommt man miteinander ins Gespräch, es entsteht Begegnung und am Ende geht der ‚Kunde‘ zufrieden nach Hause, weil sein Gerät wieder funktioniert. Durch das Repair-Café sind für uns schon neue Mitglieder, Spenden oder nützliche Kontakte gewonnen worden“, stellte er stolz fest.

Anschließend tauschten sich die Vertreter der Lebenshilfen aus NRW mit den anwesenden Landtagsabgeordneten noch bis spät in den Abend aus.

Lesermeinungen zu “Inklusion muss man wollen und täglich machen” (17)

Von TN

@ Rosa
Mit diesem Schreiben, dass eines der Bundesvorstandsmitglieder des Lebenshilfe e.V. an Sie gesandt hat, hat die Lebenshilfe die lebenshilfe-eigene Behindertenverachtung gezeigt und zwar die Behindertenverachtung, die sich gegen schwerst(mehrfach)behinderte Menschen richtet.
Die Lebensnichthilfe gehört auf Grund des Schreibens und sowieso auf Grund der Vorfälle in der Wohnstätte der Lebenshilfe in Schifferstadt an den öffentlichen Pranger gestellt.
Ich bin entsetzt darüber, dass das neoliberale Geschwätz sich der Bundesvorstand der Lebenshilfe zueigen gemacht hat und praktiziert. Sonst wäre ein solcher menschenverachtender Brief des Vorstands der Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V. niemals an Sie, geehrte Rosa, gesandt worden.

Von DanielM

Auch der amtierende Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Jürgen Dusel, besteht auf der Aufhebung der Wahlrechtsausschlüsse von gut 80.000 (behinderten) Menschen.
Nur so kann eine "inklusive" politische Gesellschaft geschaffen werden.
Hier der Link zum Artikel in der ZEIT ONLINE - https://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-12/juergen-dusel-behindertenbeauftragter-wahlrecht-menschen-mit-behinderung

Von Gisela Maubach

Wenn Rosa hier beschreibt, dass es keinen Wohnplatz für einen geistig behinderten Mensch mit hohem Betreuungsbedarf gibt, dann zeigt sich doch die ganze Scheinheiligkeit der Behindertenpolitik, wenn genau für diesen Personenkreis ständig nur das Wahlrecht gefordert wird.
Hier bei kobinet wird es aktuell sogar doppelt thematisiert, und der Behindertenbeauftragte Jürgen Dusel schreibt in seinem Newsletter heute folgendes:

"Besonders liegt mir natürlich das Thema politische Teilhabe am Herzen. In diesen Tagen wird innerhalb der Bundestagsfraktionen über die Abschaffung der pauschalen Wahlrechtsausschlüsse für Menschen diskutiert, die unter sogenannter Vollbetreuung stehen. Gut so! Immerhin betrifft das rund 80.000 Menschen, die derzeit nicht wählen können, obwohl sie nicht selten jeden Tag zur Arbeit gehen, sich einbringen und engagieren, so wie die meisten anderen auch. Gerade in Deutschland sind wir vor dem Hintergrund unserer Geschichte besonders aufgefordert, genau hinzusehen, wenn ganzen Bevölkerungsgruppen pauschal ein zentrales Grundrecht entzogen ist."

Das zentrale Grundrecht für einen Wohnplatz wird zwar nicht erfüllt, so dass Eltern gezwungen sind, ihre schwerstbehinderten erwachsenen Kinder weiter selbst zu betreuen und zu pflegen . . . aber Hauptsache, dass die Eltern ihre erwachsenen Kinder dann auch noch zu den Wahlen transportieren dürfen?

Da werden sich alle überlasteten Eltern dann sicherlich freuen, wenn ihr tägliches Leben wegen der Belastung zwar weiterhin unerträglich ist, aber immerhin das Wahlrecht durch ist ;-)

Vielleicht versteht man diese Symbolpolitik, wenn man weiß, dass das Wahlrecht nichts kostet . . . ein Wohnplatz aber sehr wohl !

Von Rosa

@TN

Für diese Aussagen steht ein Mitglied des Bundesvorstands der Lebenshilfe. Und das ist in der Tat ein Skandal.

Von TN

Und hierum macht sich von dieser oberen Behindertenkaste auch keiner einen Gedanken, wie es scheint, dass schwerstmehrfachbehinderte Menschen (hierzu zählen Menschen, die sich im Wachkoma befinden), dass diese als Organ"spender" herhalten sollen, wie die taz in ihrer Online-Ausgabe vom Sonntag, den 02. Dezember 2018 schreibt, siehe "Essay Organspende(:) Der Mensch als Biomüll(;) Die Lüge vom Hirntod ermöglicht es, sterbende Menschen wie Biomüll zu recyceln. Es geht um die Verwertung des Körpers."
Den link sende ich nicht mit, da dieser irreführend ist und nicht direkt (sondern auf Umwegen) zu der Online-Veröffentlichung der taz führt.

Dass dieses Ausschlachten Schwerstbehinderter zugunsten Dritter Auswirkungen auf die Sozialgesetzgebung hat, scheint bei der Kaste derer, die sich heute beim Deutschen Behindertenrat zu einem Umtrunk trifft, gedanklich noch nicht angekommen zu sein.

Von TN

@ Rosa
Zu dem von Ihnen zitierten Schreiben der LH an Sie:
Das Schreiben und diejenige / derjenige, die Ihnen das Schreiben haben zukommen lassen und die für die Aussagen in dem Schreiben stehen, das alles ist selbstverständlich ein Skandal. Diese Verantwortlichen, die sich zu solchen Aussagen hergeben, müsste man öffentlich zur Rede stellen.

Aber: Bei der Jubel- und Totquatschveranstaltung des DBR heute in Berlin wird mit nicht einem Jota das Leben von schwerst(mehrfach)behinderten Menschen und ihren Angehörigen erwähnt, noch wohl diskutiert werden, wie schwer es die Behörden jenen Menschen machen. Und dies ist wiederum (meiner Meinung nach) ein weiterer Skandal.

Von TN

@ Frau Maubach:
Stimmt schon, was Sie schreiben: Es kann und ist sicherlich oft Augenwischerei, die mit der "sorgfältigen" Auswahl und ebensolchen Verwendung von Begrifflichkeiten einhergeht.
Andererseits _kann_ mit der Änderung der (Verwendung der) Begrifflichkeiten und der Bezeichnung der Einrichtungen tatsächlich eine Änderung in dem Handeln und Denken der beteiligten Verwaltungen (und nichts anderes ist die LH) einhergehen.

Von Gisela Maubach

@ Rosa
@ kirsti

Und obendrauf kommt noch, dass solchen Eltern oft unterstellt wird, dass sie sich nicht lösen könnten, wenn die erwachsenen Kinder immer noch zu Hause leben . . . denn niemand hat eine Ahnung davon, gegen welche Wände man läuft, wenn man für Menschen mit sehr hohem Betreuungsbedarf für eine Bedarfsdeckung kämpfen muss . . .

Von kirsti

@Rosa

Was soll man dazu noch sagen? Außer vollkommener Hilflosigkeit fällt mir nichts mehr ein! Trotz allem Grüße.

Von Rosa

"Inklusion muss man wollen und täglich machen."

Auf eine Anfrage antwortet mir die Vorsitzende der LH:

"Ich kann Sie daher in Ihrem Wunsch, einen für .... geegneten Wohnplatz zu finden, sehr gut verstehen. Wie Sie aber selbst ausgeführt haben, gibt es für Menschen mit hohem Hilfebed zu wenig Plätze. Das ist uns allen in der LH bewusst und wir ver-
suchen unsere Angebote so weiterzuentwickeln, dass wir auch für diese Menschen gute und qualifizierte Plätze anbieten können.
Aber - und so ehrlich müssen wir zueinander als LH u Einrich-tungsträger unserer Grössenordnung sein - wir müssen bei der Zusage eines Wohnplatzes die konzeptionell Rahmenbed eines Wohnangebotes und deren Finanzierung durch den Kostenträger berücksichtigen. Für grosse Einrichtungsträger wie die Diakonie und die Caritas ist es einfacher, spezielle Wohnplätze f M mit hohem Hilfebed anzubieten.
Die LH Y bietet zurzeit nur 45 Plätze im stat Wohnen u 30 Pl im Amb Unterst Wohnen an. Dabei stehen wir immer wieder vor der Frage, ob wir eine Betreuung wie sie ein M mit hoh Hilfebed benötigt, überhaupt leisten könne. Die Entscheidung treffen wir nicht willkürlich, sondern erst nach sorgfältiger Abwägung aller Aspekte. Selbstverst stehen dabei der M mit Beh u seine Fam im Mittelpunkt. Sehr woh helfen wir auch den Fam zu erreichen, dass der Kostentr notwendige Leist durch die EH finanziert.
Ich kann Ihnen versichern, dass wir jedes Gespräch u jd Anfrage sehr ernst nehmen, auch wenn wir ihr nicht immer entsprechen können. Für uns ist es wichtig, dass die M m Beh ein qualifiziertes Angebot erhalten, das ihrer Lebenssituation und ihren individ Bedürfnissen entspricht. Wenn das bei uns im Fall ... nicht möglich war, so bedauere ich das sehr.
Ich biete Ihnen aber gerne an, Ihnen bei der Suche nach einer grösseren und leistungsfähigeren Einrichtung behilflich zu sein."
Ende des Zitats

Ab wieviel Bilanzsumme ist eine Einrichtung eine grössere (10, 20 oder 30 Mio. und mehr)?
Nach 40 Jahren Mitgliedschaft i.d. LH

Von Dirk Hentschel



"Kann eine andere Wortwahl für ein Heim denn ein "Fortschritt" sein?"

Natürlich nein! Aber man macht es einfach - der Kreativität der "Umdeutung" wird seitens der bestehenden Systeme viel Raum gelassen. Gibt es doch nur wenige die hinterfragen und drauf hinweisen welch Schindluder getrieben wird - und Konsequenzen daraus sind dann auch nicht zu befürchten!

Leider werden hier auf Kobinet diesen "Erfolgsmeldungen" auch noch kritiklos Raum gegeben ......

In dieser Beziehung wird uns noch so manches "Wunder" begegnen!

Sollte es nicht ein "Schwarzbuch Inklusion" geben?!


MfG

Dirk Hentschel

Von Gisela Maubach

@ TN

Kann eine andere Wortwahl für ein Heim denn ein "Fortschritt" sein?

Die Lebenshilfe NRW, die hier sogar in der Überschrift Inklusion fordert, nennt ihre eigenen Heimbewohner nun "Wohnkunden".

Also ich empfinde es eher als Rückschritt, wenn ein Verband, der sich Inklusion auf die Fahnen schreibt, für die Unterbringung in der Sondereinrichtung eine hübschere Wortwahl erfindet, um das Extrem-Pooling schönzureden - bzw. zu verschleiern.

Mit dieser Verschleierung wird wirkliche Inklusion verhindert, weil das Ausgegrenztsein ja so hübsch klingt . . .

Von TN

Amtshaftungsklage von Ex-MitarbeiterInnen eines (wie die Freie Presse Chemnitz, Regionalredaktion Erzgebirge wieder mal diskriminierend schreibt) "Behindertenheim(es)" gegen die Kreisverwaltung in Annaberg-Buchholz, siehe https://www.freiepresse.de/erzgebirge/schwarzenberg/haus-silberbogen-ex-mitarbeiter-verlangen-schmerzensgeld-artikel10376823.
Das "Behindertenheim" (na, für die hinterwäldlerischen HäuslerInnen aus'm Erzgebirge gibt es noch BehindertenHEIME, während es bei der Lebenshilfe immerhin 'Wohnstätte(n)' heißt, was - verbal betrachtet - ein Fortschritt gegenüber der Wortwahl der VerHEIMlichung ist) sei geschlossen worden, ist noch (trotz eingeschalteten Adblockers) für mich auf der Homepage der Freien Presse zu lesen.

Die Sache ist doch die, dass diese an die frische Luft gesetzten Ex-Wohnstätten-MitarbeiterInnen (das Wort 'Heim' schreibe ich nicht, da dieses Wort besonders im Gebrauch mit dem Berichten über das Wohl und Wehe von behinderten Menschen diskriminierend für Menschen mit Behinderung ist) es nicht auf die Reihe bekommen (wollen?), sich im Sozialbereich eine neue Arbeit zu suchen, noch diese zu finden.

Anscheinend fürchten sich diese Ex-Heim-/AnstaltsmitarbeiterInnen, es mit nichtbehindertem Klientel, zum Beispiel mit pubertierenden, nichtbehinderten Jugendlichen in einer Jugendfreizeitstätte aufzunehmen.

Warum die Ex-MitarbeiterInnen

Von Gisela Maubach

[...]

Es scheint die Ironie des Schicksals zu sein, dass ausgerechnet unter dieser Überschrift - "Inklusion muss man wollen und täglich machen" - erneut das bestätigt wird, worauf wir ununterbrochen hinweisen:
Die Träger der Sondereinrichtungen missbrauchen den Begriff Inklusion, denn es handelt sich nun mal nicht um Inklusion, wenn Menschen im Wartebereich einer Sondereinrichtung miteinander ins Gespräch kommen, "und am Ende geht der ‚Kunde‘ zufrieden nach Hause, weil sein Gerät wieder funktioniert."

Als fachgerechte redaktionelle Unterstützung schlage ich vor, den Begriff Inklusion zukünftig nur noch für Inhalte zu verwenden, bei denen es sich tatsächlich um Inklusion handelt . . .
. . . und wie bereits unzählige Male wiederholt, handelt es sich nur dann um Inklusion, wenn alle Menschen mit allen Behinderungen das Recht haben, sich Tag und Nacht außerhalb von Sondereinrichtungen aufzuhalten.

Von Dirk Hentschel

Da Frau Maubach hier am 29.11. um 18.27 Uhr auf meinen Beitrag hingewiesen hat, der einschl. aller Folgebeiträge anderer Teilnehmer gelöscht wurde, möchte ich allen mitteilen, das Kobinet eine Änderung vorgenommen hat:

"Bitte bleiben Sie kurz, sachlich und konzentrieren Sie Ihre Lesermeinung auf den Inhalt der darüber stehenden Nachricht.

Die Redaktion übernimmt keinerlei Verantwortung für den Inhalt Ihrer Lesermeinung und behält sich bei Bedarf das Recht vor, diese Beiträge zu kürzen und krass unsachliche, rechtswidrige oder moralisch bedenkliche Beiträge zu löschen (siehe auch Nutzungsbedingungen und Netiquette).

Aufgrund unserer rein ehrenamtlichen Arbeit und der geringen personeller Ressourcen sind einzelne Redakteure nicht in der Lage, Leserbriefdiskussionen zeitnah und verantwortungsvoll zu verfolgen, so dass diese in ihren Beiträgen zum Teil keine Leserbriefe zulassen. Wir freuen uns über fachgerechte redaktionelle Unterstützung. Melden Sie sich unter redaktion@kobinet-nachrichten.org.

Themen außerhalb einer Nachricht können gern in einem der vielen Foren und Blogs auf unserer Foren-Rubrik-Seite diskutiert werden."

War meine Frage, worin die Zensur begründet ist, dass die Leserbrieffunktion nach nicht bekannten Kreterien zugelassen oder nicht zugelassen wird "krass unsachlich, rechtswidrig oder moralisch bedenklich" ?

Nun gut so ist es nun, möge jeder sich sein eigenes Urteil bilden.

MfG

Dirk Hentschel

[Redaktion: Beiträge, die nicht zum Thema der zugehörigen, darüber stehenden Nachricht passen nehmen wir heraus.]

Von Gisela Maubach

Soeben hat das Bundessozialgericht die Terminvorschau des 8. Senats für den 6. Dezember verschickt.

Dort wird ein Fall behandelt, bei dem sich die Frage ergibt, was man den Angehörigen insgesamt zumuten kann:

"Die 1971 geborene, erheblich behinderte Klägerin lebte ab 2002 in einem Wohnheim des Beigeladenen zu 1 und nahm an tagesstrukturierenden Maßnahmen im Förder- und Betreuungsbereich einer WfbM der Beigeladenen zu 2 teil. Die Beigeladenen hatten wegen eines besonderen Betreuungsbedarfs die Aufnahme der Klägerin in ihre Einrichtungen von einer in den Leistungs- und Vergütungsvereinbarungen nicht vorgesehenen "Zusatzvergütung" für zusätzliches Betreuungspersonal abhängig gemacht. Der Rechtsvorgänger des beklagten Sozialhilfeträgers gewährte nach Einleitung eines gerichtlichen Eilverfahrens mehrfach befristet die "Zusatzvergütungen". Der Beklagte "übernahm" ab 1.1.2005 "den Leistungsfall in seine Zuständigkeit", bewilligte die "Zusatzvergütungen" zunächst noch bis 30.6.2006, lehnte deren Gewährung ab 1.7.2006 aber mit der Begründung ab, er sei nur zur Übernahme der mit den Beigeladenen vertraglich vereinbarten Vergütungen verpflichtet. Das SG hat die Klage abgewiesen. Das LSG hat die Berufung der Klägerin zurückgewiesen und die Berufungen beider Beigeladenen verworfen. Der Beklagte sei unter keinem rechtlichen Gesichtspunkt verpflichtet, einer höheren Schuld der Klägerin beizutreten. Eine Schuld der Klägerin bestehe nur in der von den Vergütungsvereinbarungen vorgesehenen Höhe. Schriftliche oder mündliche Vereinbarungen zwischen der Klägerin und den Beigeladenen über eine höhere Vergütung seien für den Beklagten nicht bindend. Die Berufungen der Beigeladenen seien mangels Beschwer unzulässig. Durch die Ablehnung höherer Leistungen gegenüber der Klägerin seien keine eigenen subjektiven Rechte der Beigeladenen verletzt."

Wenn die Aufnahme in eine Einrichtung von der Bereitschaft des Kostenträgers hinsichtlich der Vergütung abhängig gemacht werden kann, dann . . . ?

Von Gisela Maubach

Zitat aus dem Beitrag:

". . . Aufgabe für die Inklusion ist nicht nur Menschen mit Behinderung beim inklusiven Zugang zur Gesellschaft zu unterstützen."

Zitat-Ende

Es ist schon erstaunlich, wie häufig die Lebenshilfe als Träger der Sondereinrichtungen die Begriffe Inklusion und inklusiv für sich verwendet.

"Inklusion muss man wollen und täglich machen"!!!

Richtig - nur warum werden dann diejenigen, die wirkliche (!) Inklusion fordern, von kobinet gelöscht?
Die letzten Beiträge von Dirk Hentschel und denjenigen, die sich ihm angeschlossen haben, sind leider nicht mehr zu finden . . . aber gleichzeitig wird die Lebenshilfe als Vertreter von Inklusion vorgestellt . . .

Ob man mit Zensur den Begriff Inklusion so zurechtbiegen kann, dass Menschen mit schwerer geistiger Behinderung darin nicht vorkommen müssen?

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