Weibernetz fordert barrierefreie Frauenhäuser und Beratungsstellen

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Ministerin Dr. Franziska Giffey mit Martina Puschke bei der Aktion #schweigenbrechen
Ministerin Dr. Franziska Giffey mit Martina Puschke bei der Aktion #schweigenbrechen
Bild: Weibernetz

Kassel (kobinet) Anlässlich des heutigen Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen fordert die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz die Finanzierung von Barrierefreiheit für Frauenhäuser und Frauenberatungsstellen.

"Es ist gut, dass im Bundeshaushalt für 2019 sechs Millionen Euro für das im Koalitionsvertrag verankerte Investitions- und Sanierungsprogramm für Frauenhäuser und Beratungsstellen bereitgestellt wurden. Laut Plänen des Bundesfrauenministeriums sollen für 2020 nochmal 30 Millionen Euro fließen. Dieses Bundesprogramm ist eine einmalige Chance, dass neben den Ländern auch der Bund sukzessiv die Barrierefreiheit des Hilfesystems finanzieren kann", erklärten Brigitte Faber und Martina Puschke vom Weibenetz. Sie fordern: "In dem Programm muss nun klar geregelt werden, dass ausreichend Geld für die Barrierefreiheit des Hilfesystems gegen Gewalt an Frauen mit Behinderung bereit steht."

Internationale Verpflichtungen wie die europäische Istanbul-Konvention zum Schutz vor Gewalt an Frauen sowie die UN-Behindertenrechtskonvention sehen ein diskriminierungsfreies Hilfesystem vor, dass allen Frauen Schutz vor Gewalt bietet. Beim barrierefreien Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen können alle Frauen unter 08000 116 016 seit fünf Jahren rund um die Uhr beraten und ins örtliche Hilfesystem vermittelt werden. Nur Frauen mit Behinderung blieben auf der Strecke. Sie erfahren zwei- bis dreimal häufiger sexualisierte Gewalt als Frauen im Durchschnitt. Aber nur jedes 10. Frauenhaus und jede 4. Beratungsstelle sind annähernd zugänglich.