ISL zur Pausentaste des BMFSF

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

Sigrid Arnade
Sigrid Arnade
Bild: ISL e.V.

Berlin (kobinet) Irritiert reagiert die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V. (ISL) auf die Kampagne „Pausentaste“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) „Geht es hier etwa darum, Kinder stark zu machen für Kinderarbeit?“, fragt Dr. Sigrid Arnade, ISL-Geschäftsführerin.

Auf der Internetseite des Ministeriums wird für ein Beratungstelefon geworben, an das sich Kinder und Jugendliche bei Problemen wenden können, die im familiären Umfeld ihre Angehörigen pflegerisch unterstützen. Eine solche regelmäßige Pflegetätigkeit ist jedoch nicht die Aufgabe von minderjährigen Familienmitgliedern. Deshalb unterstützt ISL jede Initiative, die Situation von derzeit pflegenden Kindern und Jugendlichen zu verbessern und mehr Entlastung für die Familien zu schaffen.

„Wir hoffen ganz stark, dass das Beratungstelefon nicht nur Kummerkasten für pflegende Kinder ist, sondern dass in der Hotline und auf der Homepage aufgezeigt wird, wie die Pflege von Angehörigen sichergestellt werden kann, ohne die Kinder zu belasten,“ erklärt Arnade. „Von persönlicher Assistenz, Freizeitassistenz für Kinder und Jugendliche mit Behinderung oder Elternassistenz für Eltern mit Behinderung habe ich auf der Website allerdings keinen Hinweis finden können,“ kritisiert die Geschäftsführerin.

Nach Ansicht der ISL müssen bei dem Beratungsangebot die Entlastung der Kinder sowie die Selbstbestimmung aller Beteiligten im Vordergrund stehen. Dabei gelte es, sich an der UN-Kinderrechtskonvention und der UN-Behindertenrechtskonvention zu orientieren. „Gerne bieten wir der Ministerin hierzu eine Beratung an, wenn sie einmal Pause hat,“ so Arnade abschließend.

Lesermeinungen zu “ISL zur Pausentaste des BMFSF” (5)

Von Behindert_im_System

@Von TN

Zitat:

"Weshalb zieht der ISL ev. um?"

Hallo TN,

Nun ist die ISL selbst auf Hilfe angewiesen, denn Frau Merkel wohnt ja auch nicht als Nachbarin von Cindy aus Marzahn in einem Plattenbau und wenn man dem Podest treu bleiben möchte, dann muss man sich anpassen. Was mich wundert, bisher hat die Aktion Mensch fast alles bezuschusst, warum dass nun diesmal nicht klappen soll, ist mir ein Rätsel?

Von mir jedenfalls gibt's keinen Cent, denn bisher hat sich um meine Probleme auch keiner gekümmert und schon gar nicht vom ISL, wenn man die gesamte Entwicklung sich betrachtet.

Von TN

Da bei der entsprechenden Meldung die Kommentierungs-Seite nicht angezeigt wird, ersatzweise an der Stelle hier meine Frage:
Weshalb zieht der ISL ev. um?
Teure Miete in Berlin-Mitte.

Wenn schon, könnte doch in den Räumen des Allg. Behindertenverbandes oder des Berliner Behindertenverbandes mit eingezogen werden.

Und: Es gibt Mitgliedsverbände auf Länderebene. Die können ihren finanziellen Beitrag zum barrieregerechten Umbau der von dem ISL e.V. zum Mieten avisieten Räume leisten.

Von mikethomas

Ja, was wollt ihr denn? Da kann die Regierung doch mächtig GELD sparen, was dann wieder für irgendwelchen anderen Quatsch ausgegeben wird. Nein, ich finde es eine Katastrophe, wie sich die Regierung auf den Schultern pflegender Familienangehöriger ausruht und jetzt auch noch auf denen von Kindern und Jugendlichen. Kinderarbeit? Genau gesagt, ist es leider nur dann eben diese, wenn Kinder und Jugendliche dafür bezahlt werden! Was in den heimischen vier Wänden stattfindet, wird dadurch leider nicht erfasst! Hier muss dringend ein Riegel vorgeschoben werden!

Von kirsti

Sorry Druckfehler:
Initiative des BMFSF, nicht BMAS!

Von kirsti

Eine „Super“- Initiative! „Das Pferd wird von hinten aufgezäumt“!

Die behinderten Kinder und Jugendlichen werden vernachlässigt,
die behinderten Kinder und Jugendlichen werden in ihrer Lebensplanung zerstört,
den behinderten Kinder und Jugendlichen wird ihnen zustehende Assistenz verweigert,
die behinderten Kinder und Jugendlichen werden in Werkstätten oder andere Sonderwelten eingesperrt.

Die pflegenden und sorgenden Angehörigen werden alleingelassen.
Und als Krönung leistet man sich im BMAS den „Luxus“, sich um „pflegende Kinder und Jugendliche“ zu kümmern.

Welch ein Irrsinn!

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