Behinderte Arbeitslose kommen zu kurz

Veröffentlicht am von Jens Wegener

Adolf Bauer
Adolf Bauer
Bild: SoVD

Berlin (kobinet) Im Zusammenhang mit Beratung des Gesetzentwurfes zu dem Bundesteilhabegesetz und der Beratung des Gesetzentwurfes unter dem Aspekt der Teilhabechancen für Langzeitarbeitslose stellt der Sozialverband Deutschland (SoVD) fest, das behinderte Arbeitslose zu kurz kommen.

Dazu erklärte SoVD-Präsident Adolf Bauer in einer Presseinformation: „Schwerbehinderte Menschen werden kaum vom neuen Teilhabechancengesetz profitieren. Denn leider wurde es bisher versäumt, diese Zielgruppe besonders zu berücksichtigen. Angesichts aktueller Zahlen ist dies jedoch dringend geboten. Schwerbehinderte Menschen sind mit 86 Wochen deutlich länger arbeitslos als Nichtbehinderte. Zudem erhalten behinderte Menschen in Jobcentern nicht die Hilfen, die individuell erforderlich sind. Deshalb muss Schwerbehinderung als Kriterium zur Förderung ausgewiesen werden. Nötig sind politische Initiativen, die langzeitarbeitslose Menschen mit Behinderungen gezielt fördern.“

Lesermeinungen zu “Behinderte Arbeitslose kommen zu kurz” (5)

Von Behindert_im_System

Man liest immer nur das Gejammere von Herrn Bauer, Schneider und wer da noch auf behinderten freundlich macht. Will man aber mal vernehmen was Fakt ist, wo wirklich der Kuh auf dem Eis Paroli geboten werden könnte, da hüllt man sich immer in schweigen, müsste man doch eventuell zugeben, dass der eine oder andere Trick im System auch aus der eigenen Ideenküche mit kam.

Von Behindert_im_System

Zitat:

„Zudem erhalten behinderte Menschen in Jobcentern nicht die Hilfen, die individuell erforderlich sind.“
Ist das nun ein Schreibfehler, oder handelt es sich hierbei um Personen welche Leistungen nach dem SGB II erhalten?

Beim Jobcenter kann man nicht erwarten, dass dort eine qualifizierte Person mir gegenüber sitzt, denn die ist dazu angehalten alles in Arbeit zu bringen, egal was man dann für Tätigkeiten verrichten würde, Hauptsache die Statistik stimmt und der Leistungsbezug kann eingestellt werden und wenn es das Umspulen von Toilettenpapier ist, was auch als zumutbare Arbeit von den Jobcentern gesehen wird.

Was mir in dem Beitrag von Herrn Bauer fehlt, ist der Verweis wie man ein ordentliches Verfahren als Mensch mit Behinderung aufgreifen kann.

Für Menschen mit Behinderung ergeben sich zwei Möglichkeiten auch mit einer Behinderung, wo die Behörde dazu angehalten ist tätig zu werden. Nach § 32 SGB III ist die Agentur für Arbeit verpflichtet, eine Prüfung vorzunehmen, inwieweit eine Leistungsfähigkeit besteht.

Von Behindert_im_System

Fortsetzung:

§ 32 SGB III Eignungsfeststellung

Die Agentur für Arbeit soll Ratsuchende mit deren Einverständnis ärztlich und psychologisch untersuchen und begutachten, soweit dies für die Feststellung der Berufseignung oder Vermittlungsfähigkeit erforderlich ist.

Wenn es sich um das Jobcenter handeln sollte, dann wäre dieses auch verpflichtet, entsprechende Maßnahmen zu veranlassen, bzw. über die Agentur für Arbeit im Zuge der Amtshilfe zu veranlassen, medizinischer Dienst etc. welchen es gibt. Nur man muss denen erstmal einen Antrag vorlegen, damit die verstehen woher der Wind wehen könnte.

Die zweite Möglichkeit wäre, ich stelle bei der DRV einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente und beantrage gleichzeitig die berufliche Rehabilitation, welche in beiden Fällen von der DRV eingeleitet wird (Gutachten etc.) hat aber egal was dabei herauskäme den Vorteil, die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter, sind an die Ergebnisse gebunden und müssen diese umsetzen, was bedeutet, man kommt zunächst erstmal zu einem mit entsprechenden Fachkenntnissen versehenen Fallmanager, der dann alles weitere gegebenenfalls veranlassen muss.

Nur so wird ein Schuh daraus und nicht anders, denn wenn man dem Jobcenter was vom BTHG erzählt, denken die das wäre die neue Speisenkarte aus der Kantine.

Von TN

Schubladen sind oft dazu da sich vor dem Arbeiten und vor der Arbeit zu schützen, zumindest bei Beamt/innen und sonstigen, öffentlichen Mitarbeiter/innen kann man hiervon ausgehen.
Schubladendenken, Schubladen'arbeiten' = Schutzbehauptungen nach Belieben pflegen und anwenden.

Von DanielM

Das Problem ist glaube ich, dass viele "normale" Sachbearbeiter in den Behörden gar nicht (im Details) wissen, welche Fördermöglichkeiten es für behinderte Arbeitnehmer gibt.
In meinem Fall lag es z.B. daran, dass die Agentur nicht wusste "wo sie mich hinstecken" sollte - zu den Akademikern oder zu den Schwerbehinderten ( Querschnitt ), denn den Bereich "schwerbehinderte Akademiker" gab es zeitweise nicht mehr in der Arbeitsagentur. Erst nach "Reaktivierung" der ZAV Bonn hatten wir wieder einen kompetenten Ansprechpartner.
Sehr traurig dieses "System der Schubladen", wenn es nicht passgenau ist.

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