Fachtage für Bewohner- und Werkstatträte in Hannover

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Petra Wontorra
Petra Wontorra
Bild: Tom Figiel

Hannover (kobinet) Die niedersächsische Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, Petra Wontorra, begrüßte gestern mehr als 260 Menschen mit Behinderungen aus ganz Niedersachsen in der Landeshauptstadt Hannover. Gestern und heute bilden sich Bewohnervertreterinnen und Bewohnervertreter fort und tauschen sich aus. Es gibt eine bunte Vielfalt an Inhalten, die im Rahmen der Fachtage in Arbeitsgruppen bearbeitet werden, wie die Beauftragte mitteilte.

Themen sind unter anderem „Wohnen mit persönlichem Budget", „Die Arbeit der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung", „Rechte und Pflichten der Bewohnervertretungen", „Die Arbeit der Bewohnervertretung sichtbarer machen", „Gewaltprävention", „Wie funktioniert die Rente?" und „Bewohnervertretungen stellen ihre Arbeit vor". Am 15.10.2018 gibt es einen weiteren Fachtag für etwa 200 Beschäftigte, die sich als Werkstatträte engagieren. Hier werden zum Beispiel die „Bedarfsermittlung Niedersachsen" (B.E.Ni) in der Eingliederungshilfe, „Neuerungen für Werkstatträte aus dem Bundesteilhabegesetz" und die „UN-Behindertenrechtskonvention" vorgestellt und konkrete Auswirkungen für die Arbeit der Werkstatträte diskutiert.

"Es freut mich sehr, dass wir in diesem Jahr zusätzlich erstmalig einen Fachtag für Frauenbeauftragte am 17.10. anbieten können und dass sich hierfür fast 100 Frauen aus den Werkstätten für behinderte Menschen angemeldet haben", erklärte Petra Wontorra. In den Workshops geht es um die „Aufgaben der Frauenbeauftragten", um „Softskills von Frauenbeauftragten", um „Sexualisierte Gewalt und Gewaltprävention" und um die „Kommunikation und Zusammenarbeit mit Chefs, Werkstatträten und dem Sozialdienst". Beim „Wen-Do" wird Selbstbehauptung und Selbstverteidigung speziell für Frauen geübt.

Als Referentinnen und Referenten für die vier Fachtage sind neben dem Landessozialamt, der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover, Professorinnen verschiedener Hochschulen, einer Vertreterin des Frauennotrufes, Fachleute von Inklusionsseminare.de, einer Beraterin aus einer ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatungsstelle (EUTB) auch weitere Referentinnen und Referenten mit Behinderungen als Expertinnen und Experten in eigener Sache aktiv.

"Hervorheben möchte ich," betont Sandra Stein, die Referentin der Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen, "dass diese Fachtage von den Menschen mit Behinderungen, also von den Bewohnervertretungen, den Werkstatträten und den Frauenbeauftragten, mit unserer Unterstützung vorbereitet wurden. Ganz im Sinne von "Nichts ohne uns über uns", haben Menschen mit Beeinträchtigungen von Anfang an mitgewirkt und Themen für die Workshops und Vorträge zusammengestellt. Hierfür möchten wir uns ausdrücklich bei allen Beteiligten recht herzlich bedanken."

"Die jährlichen Fachtage stoßen auf großes Interesse", ergänzt Petra Wontorra. "Mir ist es wichtig, dass Menschen mit Behinderungen gestärkt werden, so dass sie sich für die Bewohnerinnen und Bewohner in den Wohnheimen sowie für die Werkstattbeschäftigten in den niedersächsischen Werkstätten für behinderte Menschen noch kompetenter einsetzen und deren Belange noch selbstbewusster gegenüber der Heim- und der Werkstattleitung vertreten können."