Berlin feiert deutsche Einheit

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Protestaktion am Brandenburger Tor
Protestaktion am Brandenburger Tor
Bild: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Rund um das Brandenburger Tor feiert Berlin vom 1. bis 3. Oktober Demokratie, Freiheit und Vielfalt. Zum Tag der Deutschen Einheit werden Gäste aus der Bundesrepublik und den Nachbarländern erwartet. Schon heute sind Besucher nach Berlin gereist, um im Kurzurlaub die vielen Attraktionen in der Hauptstadt zu erleben. Indessen wird in den sozialen Medien weiter für die große Demonstration mobilisiert, mit der unter dem Hashtag #unteilbar am 13. Oktober in Berlin eine offene und freie Gesellschaft gefordert wird.

"28 Jahre nach dem Mauerfall steht unser aller gesamtgesellschaftliches Engagement im Vordergrund. Nur dadurch ist die Einheit möglich – ein historisch einmaliger Prozess, der nur gemeinsam mit europäischer Unterstützung vollzogen werden konnte und den wir an den originalen Schauplätzen feiern wollen", heißt es auf der Webseite zum Bürgerfest am Tag der Deutschen Einheit.

Mittlerweile, nach über 25 Jahren als Gemeinschaft der 16 Bundesländer, als Land in Europa, als Partner in der Welt, haben sich die Deutschen an die damals gewonnene Einheit und Freiheit gewöhnt. Doch eine Garantie auf sie gibt es nicht, wie in jüngster Vergangenheit immer deutlicher wahrgenommen wird. Das Erreichte ist immer wieder und immer neu zu verteidigen – gegen Nationalismus, gegen Abgrenzung und auch gegen Furcht vor Anderem und Anderen.

Solidarität statt Ausgrenzung

Über 6000 Vereine, Initiativen und Einzelpersonen haben mittlerweile den #unteilbar-Aufruf unterzeichnet, darunter zahlreiche prominente Künstler. Ein breites zivilgesellschaftlichesn Bündnis hat unmittelbar nach den Ereignissen in Chemnitz mit diesem Aufruf ein starkes Echo gefunden. "Es sind die Verletztlichsten unter uns, gegen die Rechte hetzen", erklärte Ulrich Schneider vom Paritätischen. "Worauf sie abzielen, ist die Zerstörung unserer offenen, vielfältigen, toleranten Gesellschaft. Das werden wir nicht zulassen. Wir werden uns wehren."

Raul Krauthausen von den Berliner Sozialhelden warnte davor, dass große Teile des Internets zu "einer Empörungsmaschine" verkommen: "Es fällt schwer, persönliche Diskurse zu führen. Umso wichiger ist es, ein Zeichen zu setzen, dass wir alle als Bürger*innen unteilbar sein sollten."

Am 13. Oktober werden Zehntausende nach der Auftaktkundgebung auf dem Alexanderplatz (12 Uhr) über die Grunerstraße und die Leipziger Straße zum Potsdamer Platz ziehen. Die Demo führt dann über die Ebertstraße, am Brandenburger Tor vorbei, über die Straße des 17. Juni zur Siegessäule.

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