Inklusiver Film kommt

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

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Berlin (Kobinet) Wie die Lebenshilfe Berlin informiert, so kommt am 21. September die inklusiv produzierte Dokumentation „Weserlust Hotel“ ins Kino Babylon Mitte. In Spielfilmlänge zeigt sie die Dreharbeiten für die Komödie „All Inclusive“ des Bremer Regisseurs und Produzenten Eike Besuden – bekannt durch „Verrückt nach Paris“ – und geht weit über ein übliches „Making-of“ hinaus.

„All inclusive“ sollte eine Fernsehserie werden, jedoch hatte bisher kein Sender den Mut, die Serie um ein inklusiv geführtes Hotel zu produzieren. Zum Glück hat Besuden parallel einen Dokumentarfilm gedreht, der auch viele der fertigen Szenen aus „All inclusive“ zeigt. Ricky Rogalsky, ein junger Mann mit Down-Syndrom, erbt nach dem Tod seiner Mutter Rosa ihr an der Weser gelegenes Hotel. Was wird aus dem Hotel? Kann und will Ricky es führen und die Position des Managers übernehmen? Wie reagieren die Angestellten? Ricky holt sich Unterstützung von Freunden und probiert das Leben als Hotelchef aus.

Kevin Alamsyha spielt Ricky, Ronnie von Salewki seinen autistischen Freund Albert, Melanie Socher und Hannelore Sporleder die beiden Köchinnen. Der körperbehinderte Frank Grabski, der schon in „Verrückt nach Paris“ mitwirkte, ist der nörgelnde Wolfgang. Zum inklusiven Ensemble aus Schauspielern und Schauspielerinnen mit und ohne Behinderung gehören auch Doris Kunstmann als Rosa Rogalsky, Ulrike Knospe als Geschäftsführerin des Hotels und Dominique Horwitz als Hotelgast. Horwitz hatte schon in „Verrückt nach Paris“ mitgespielt.

Für Eike Besuden ist die Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigungen zum Herzensthema geworden: „Sie sind meistens ehrlicher, offener und weniger berechnend. Sie führen uns auch manchmal in andere, unvorhergesehene Richtungen, die wir sonst in diesem Beruf gar nicht gewöhnt sind.“ Seine Komödie „Verrückt nach Paris“ lief 2002 als Welturaufführung auf der Berlinale und zog bundesweit rund 280.000 Zuschauer ins Kino.

Mit „All inclusive“ und „Weserlust Hotel“ ging Besuden einen Schritt weiter und produzierte auch inklusiv. Insgesamt waren über 80 Menschen mit Beeinträchtigung vor und hinter der Kamera beteiligt. Partner des Projekts waren Aktion Mensch, das weit über Bremen hinaus bekannte „Blaumeier Atelier“ und die „Blaue Karawane“, das Bremer Netzwerk von Psychiatrieerfahrenen. Und so schwimmt im Film auch ein riesiges blaues Kamel auf der Weser. „Im Grunde ist ‚Weserlust Hotel‘ sogar der bessere Film“, findet die TAZ. Er zeige exemplarisch, worin inklusive Arbeit besteht. Und wer will, kann am 21. September im Anschluss an „Weserlust Hotel“ noch die 54-minütige Pilotfolge „All inclusive“ im Babylon sehen.

Trailer dieses Film: 

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