Das war das Sommercamp in Duderstadt

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Bild vom Sommercamp 2018
Bild vom Sommercamp 2018
Bild: Klaus Tolliner

Duderstadt (kobinet) Im niedersächsischen Duderstadt ist heute das 13. Sommercamp für ein selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen zu Ende gegangen. Die über 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen Regionen Deutschlands und Österreich gestalteten dort in den letzten sechs Tagen ein engagiertes und abwechslungsreiches Programm mit über 100 Aktivitäten und Veranstaltungen. Im Sommercamp-Liveblog wurden einige dieser Aktivitäten dokumentiert, so dass sie dort kompakt verfolgt werden können. 

Vom Bundesteilhabegesetz, über die UN-Behindertenrechtskonvention und die ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB), bis zum Barrierecheck in Duderstadt und dem Geh-Denken an die Morde im Nationalsozialismus war behindertenpolitisch beim von der Aktion Mensch geförderten Sommercamp vieles drin. Vor allem die anwesenden InklusionsbotschafterInnen zeigten immer wieder auf, an welchen Baustellen sie arbeiten und was sie schon alles zusammen mit anderen für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und auf dem Weg zur Inklusion erreicht haben. Doch das Sommercamp wäre nicht das Sommercamp, wenn es nicht viele andere Aktivitäten gäbe, bei den die Talente der TeilnehmerInnen zum Ausdruck kommen. Allein am kulturellen Abschlussabend am Donnerstag gab es Vorführungen, die von der Modenschau, über ein Sommercamp-Gedicht, eine Karate-Vorführung, bis zu einem Gesangsbeitrag reichten. Lieder von einer Okarina waren zudem zu hören. Überhaupt war die Kreativabteilung des Sommercamps äußerst rege: vom Mandala malen, bis zur Erstellung eines Bildes mit den Fingerabdrücken der einzelnen TeilnehmerInnen, die diese beim Sommercamp hinterlassen haben.

Lesungen standen dieses Jahr im Sommercamp besonders hoch im Kurs, die meist in der Bücherei des Jugendgästehauses stattfanden. Eine Reihe von TeilnehmerInnen wie Alex Ernst und Birger Höhn lasen aus ihren, mittlerweile selbst veröffentlichten, Büchern vor und begeisterten damit viele. Schließlich ging es immer wieder um die eigene Geschichte, eigene Diskriminierungserfahrungen, aber auch um die Erfolge, die die TeilnehmerInnen für sich und Andere erreicht haben. Und davon gab es sehr viele. Gedanken zum Morgen, das Walken im Park und die vielen Angebote der Kellerkinder im Kellerkinderzelt rundeten das Sommercamp ab. Schattenspiele, Bondage, Kräuersuchen und binden, die Angebote können alle gar nicht aufgezählt werden. Weit über 50 TeilnehmerInnen des Sommercamps haben selbst Angebote gemacht, die in der Regel sehr rege wahrgenommen wurden. Vom Schwimmen-Gehen und dem Barrierencheck im Freibad, bis zu Diskussionsrunden zur Inklusion oder kritische Gespräche über HeldInnen.

Die Gemüter haben sich jedoch auch an den unterschiedlichsten Spielen ereifert. Allein 26 Personen haben am Kicker-Turnier mitgemacht und viele weitere mitgefiebert. Es wurde Billiard gespielt, diverse Kartenspiele standen auf dem Programm, aber auch Activity. Zwei Pokerabende endeten meist erst kurz vor Mitternacht. Grund genug, dass das Sommercamp nächstes Jahr wieder stattfindet. So kündigten Klaus und Barbara Tolliner an, dass es 2019 vom 28. Juli bis 2. August das nächste Sommercamp in Graz bietet. Ein Termin, den man sich also schon einmal vormerken kann.

Link zum Sommercamp-Liveblog