Sozialverband bangt um sozialen Zusammenhalt

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

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Bild: omp

Berlin (kobinet) Der Paritätische Gesamtverband macht sich um den sozialen Zusammenhalt in Deutschland Sorgen. Das jetzt vorgelegte Paritätische Jahresgutachten zeigt: 90 Prozent der Bevölkerung sorgen sich um sozialen Zusammenhalt. Verband fordert soziales Reform- und Investitionsprogramm Wachsende soziale Ungleichheit und eine Gefährdung des sozialen Zusammenhaltes in Deutschland konstatiert der Paritätische Wohlfahrtsverband in seinem aktuellen Jahresgutachten.

Der Verband begrüßt, dass die Bundesregierung die Stärkung des sozialen Zusammenhaltes als vorrangiges Ziel formuliert hat; die bisher beschlossenen Maßnahmen reichten nach seiner Einschätzung dafür jedoch bei Weitem nicht aus. Notwendig sei ein echtes soziales Reform- und Investitionsprogramm, fordert der Paritätische.

„Das Jahresgutachten zeigt: In der Gesetzgebung der vergangenen Jahre gibt es ein doppeltes Defizit. Es fehlt, so wird in der Presseinformation unterstrichen, an politischen Maßnahmen, die gezielt darauf gerichtet sind, gerade besonders von Einkommensarmut betroffene oder gefährdete Personengruppen zu unterstützen.  Und es fehlt am politischen Willen, die bestehende Ungleichheit durch eine stärkere Besteuerung leistungsfähiger Bevölkerungsgruppen beseitigen zu helfen“, so Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, Vorsitzender des Paritätischen Gesamtverbands. Dies schlage sich inzwischen auch in einem Vertrauensverlust bei den Bürgerinnen und Bürgern nieder.

Beinahe 90 Prozent der Bevölkerung sorgten sich um den sozialen Zusammenhalt in Deutschland, so das Ergebnis von Umfragen, die der Paritätische anlässlich der Vorstellung seines Jahresgutachtens präsentiert. Demnach machen sich, unabhängig von der persönlichen Einkommenssituation über die Hälfte der Bevölkerung Sorgen um den sozialen Zusammenhalt, mehr als ein Drittel sogar große Sorgen.

Insbesondere beim Thema Langzeitarbeitslosigkeit und der Bekämpfung von Altersarmut sieht der Paritätische dringenden Handlungsbedarf. Darüber hinaus fordert der Verband unter anderem Investitionen im Gesundheitsbereich, den Ausbau von Angeboten für Kinder und Jugendliche und sozialer Beratungsdienstleistungen. Grundsätzlich brauche es mehr staatliche Anerkennung und Unterstützung für gemeinnützige, soziale und zivilgesellschaftliche Initiativen in Deutschland.

"Die soziale Spaltung, die Menschen verunsichert und mit für den Aufstieg rechtsextremer Parteien verantwortlich ist, muss bekämpft werden. Dies gelingt uns nur, indem wir mehr Brücken bauen: Brücken, die herausführen aus Einsamkeit, Arbeitslosigkeit und Desintegration und zu einem neuen sozialen Zusammenhalt beitragen. Dafür brauchen wir eine massive Stärkung des gemeinnützigen sozialen Engagements in Deutschland", so Rosenbrock.

Lesermeinungen zu “Sozialverband bangt um sozialen Zusammenhalt” (5)

Von rgr

Verteilungsfragen werden tot geschwiegen. Einfach mausetot!

Von rgr

... und das alles kriege ich nicht in meinen Kopf

Zum einen ist da die These, das die Fragen nach Sinn, Zweck und Aufgaben von Volksparteien viel Zuspruch im Publikum hätten. Dann schmeißt der DPWV Rettungsringe aus und was antworten diese? Nischt!

Es ist heiß und ich verspüre kognitive Dissonanzen bei dieser Lektüre.

Von rgr

Auf tagesschau informiert Dagmar Pepping vom ARD-Hauptstadtstudio:

"Kritik an Armutsdefinition
Die Berechnungen des Wohlfahrtverbandes sind allerdings umstritten, an der Methodik gibt es Kritik. Laut dem Verband gilt als arm, wer über weniger als 60 Prozent des mittleren Haushaltseinkommen verfügt. Andreas Peichl vom Ifo-Institut sagt: 'Wenn mittlere Einkommen stärker steigen als die Sozialtransfers, dann führt das dazu, dass die Armut automatisch ansteigt, weil die Einkommen stärker steigen' - und nicht, weil es den Menschen schlechter gehe.

Die SPD etwa vermisst in dem Bericht den Hinweis auf regional unterschiedliche Miet- und Lebenshaltungskosten. Dass es aber eine 'Einkommensspreizung' in Deutschland gebe, daran hegt die Partei keinen Zweifel.

Der Wohlfahrtsverband hält an der Definition fest - auch die EU würde diese Definition verwenden."

Und deutschlandfunk.de titelt:
"Linke unterstützt Forderung nach sozialen Reformen und Investitionen

Die Partei Die Linke unterstützt die Forderung des Paritätischen Gesamtverbandes, stärker gegen die gesellschaftliche Ungleichheit in Deutschland vorzugehen.

Die Politik der vergangenen Jahrzehnte habe die soziale Spaltung vorangetrieben, sagte Fraktionschef Bartsch. Nötig sei eine große Steuerreform, um bei den Reichen und bei den Konzernen das abzuholen, was etwa zur Bekämpfung von Kinderarmut notwendig sei."

Von rgr

Und er verhallt unerhört.

Bis zur Stunde hat sich kein Vertreter einer Volkspartei zur Pressekonferenz des DPWV vom heutigen Vormittag zu Wort gemeldet. Gleichwohl wird dort ihr drohendes Ende verkündet. Allein das Domradio hat nochmal geläutet. -> https://tinyurl.com/y8wnouly

Von rgr

Ach es ist ein Jammer.

Ausgerechnet der Jahresbericht 2018 für sozialen Zusammenhalt des DPWV bleibt viele Antworten schuldig. Ich hatte mir versprochen in der Volkspartei Frage weiter zu kommen. die kürzlich hier von Gerhard Bartz hier aufgeworfen wurde.

https://kobinet-nachrichten.org/de/1/nachrichten/38496/Unterschiedlichste-Maßstäbe.htm

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