Druck wegen Mega-Gehalt in Duisburger Werkstatt nimmt zu

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

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Bild: omp

Duisburg (kobinet) Wie T-Online auf seinem Nachrichtenportal berichtet, nimmt der Druck wegen des gezahlten Mega-Gehalts an die Geschäftsführerin der Duisburger Werkstatt für behinderte Menschen in Höhe von ca. 350.000 Euro pro Jahr zu. Nun hat sich auch der Oberbürgermeister der Stadt Duisburg zu Wort gemeldet und Aufklärung versprochen, zudem könnte die Gemeinnützigkeit der Werkstatt gefährdet sein, wie T-Online berichtet.

In dem T-Online Bericht wird im Vergleich zum Gehalt der Geschäftsführerin darauf verwiesen, dass das Durchschnittsgehalt der ca. 300.000 behinderten Beschäftigten in den 700 Werkstätten für behinderte Menschen mit 2.700 Standorten in Deutschland bei 180 Euro monatlich liege. 1.100 behinderte Menschen würden in der Werkstatt in Duisburg betreut, die zu 50 Prozent der hochverschuldeten Stadt Duisburg und zu je 25 Prozent zwei Behindertenverbänden gehört. Dies sind die Lebenshilfe Duisburg sowie der Verein für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung Duisburg, wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) berichtete. T-Online geht in dem Bericht auch darauf ein, dass es in der Vergangenheit schon mehrfach Skandale mit überhöhten Gehältern in Sozialeinrichtungen gegeben habe, die zum Teil die Gemeinnützigkeit der entsprechenden Einrichtungen gefährdeten.

Link zum Bericht auf T-Online

Link zum Bericht der WAZ

Lesermeinungen zu “Druck wegen Mega-Gehalt in Duisburger Werkstatt nimmt zu” (4)

Von Behindert_im_System

Welchen Wirbel die Nachricht ausgelöst hat kommt heute in der Presse zum Ausdruck.

https://www.waz.de/staedte/duisburg/werkstatt-chefin-weist-vorwuerfe-zurueck-id215032613.html

Von Raimund

Hier der noch fehlende Link als Quelleninfo:

https://rollingplanet.net/rheinland-pfalz-verklagt-36-behindertenwerkstaetten/

Von Raimund

Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz hatte vorgehabt, die Betreiber von 36 Werkstätten für Behinderte Menschen zu verklagen, um eine Transparenz dahingehend zu erzielen, inwieweit ein jährlicher Förderbetrag von 240 Millionen Euro, wofür und für Was verwendet wurden.

Wenn die durchschnittlichen Werkstattlöhne von ca. 185 € (Netto) pro Monat sich nicht erkennbar erhöht haben, dann dürften Menschen mit Behinderungen als Beschäftigte mit Arbeitnehmerähnlichem Tätigkeitsverhältnis kaum von diesen Geldern profitiert haben.

Generell stellt sich mir die Frage, ob Fördergelder als ein Teil in die Löhne für die Beschäftigten, oder die Betreiber und Angestellten der WfbM fließen, bzw. geflossen sind, oder eher Zweckgebunden, z. B. für die vermehrte Schaffung von Aussenarbeitsplätze zugedacht waren?

Es sollen in Deutschland gut 300.000 Menschen da sein, die in Werkstätten für Behinderte Menschen arbeiten. Wer davon hat mit Werkstattlohn zzgl. Lohnersatzleistungen, wie Grundsicherung, oder EU-Rente, oder EM-Rente ein monatliches Gesamteinkommen über 1.000 €?

Wie soll Inklusion als Teilhabe Behinderter am Leben Nichtbehinderter gelingen, wenn es monatliche Gesamteinkommen von unter 1.000 Netto gibt?

Hier noch ein Interessanter Link über die geplante Klage der rheinland-pfälzischen Landesregierung gegen die Betreiber von 36 WfbM:

GESELLSCHAFT & POLITIK Landesregierung von Rheinland-Pfalz will Behindertenwerkstätten nicht durch Rechnungshof prüfen lassen
Der Streit um die finanzielle Kontrolle der Einrichtungen geht weiter – CDU fordert neues Gesetz.

Von Gisela Maubach

Zunächst mal sei erwähnt, dass das Thema nicht neu ist:

https://www.kobinet-nachrichten.org/de/1/nachrichten/37190/350000-Euro-pro-Jahr-f%C3%BCr-Werkstattleiterin.htm

Aber solange kein Aufschrei erfolgt, scheint immer wieder Gras drüber zu wachsen.

Warum wird eigentlich nur das Mega-Gehalt einer Geschäftsführerin thematisiert? Gibt es keine weiteren gut verdienenden Personen in dem riesigen Verwaltungsapparat?

Und warum wird nicht endlich Transparenz hinsichtlich derjenigen Kosten für einen Werkstatt"platz" gefordert, die vom LVR getragen werden?

Für jeden Menschen, der eine Werkstatt besucht (in NRW werden ja auch Menschen mit hohem Betreuungsbedarf in der WfbM untergebracht), muss ein Antrag auf Kostenübernahme dieses "Platzes" beim überörtlichen Sozialhilfeträger gestellt werden (hier beim LVR).

Dann erfolgt lediglich eine Bewilligung, aber es wird niemals (!) die Höhe der Leistungen erwähnt. Warum nicht?
Für Menschen mit hohem Betreuungsbedarf wäre es durchaus interessant zu wissen, dass der gleiche Betrag wahrscheinlich auch für eine 1:1-Betreuung außerhalb der WfbM ausreichen würde.

Absurd ist die gänzlich fehlende Transparenz auch deshalb, weil niemals ein Kostenvergleich vorgenommen werden kann - insbesondere auch deshalb, weil die WfbM nicht nur an Wochenenden und Feier- und Brückentagen geschlossen ist, sondern auch 7 Wochen "Urlaub" genommen werden muss (die die Angehörigen irgendwie abdecken müssen).

Wenn ein Kostenträger des Persönlichen Budgets sich auf den Mehrkostenvorbehalt beruft - mit dem Hinweis, die WfbM sei billiger - ist dies schon deshalb nicht glaubhaft, weil gar nicht bekannt ist, wie viel dieser einzelne WfbM-Platz insgesamt kostet, wobei zu berücksichtigen wäre, dass die Pauschalbeträge durchgehend gezahlt werden, obwohl die WfbM maximal nur an 216 Tagen im Jahr besucht werden kann, aber auch an den restlichen 149 Tagen der Betreuungsbedarf besteht.

Und dabei sind die Mega-Gehälter der Chef-Etagen noch nicht mal enthalten . . .

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