LAG Selbsthilfe in Bremen auf neuen Wegen

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

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Bild: domain public

Bremen (kobninet) In Bremen gibt es seit rund 30 Jahren einen Dachverband für Vereine und Organisationen behinderter und chronisch kranker Menschen und ihrer Angehörigen: Die Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe behinderter Menschen Bremen (LAGS Bremen). Gerald Wagner von der LAGS Bremen berichtet in seinem kobinet-Beitrag über neue Aktivitäten und ein neues Erscheinungsbild des Verbandes besonders auch im Lichte der Ergänzenden Unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB), die der Verband seit kurzem anbietet.

Bericht von Gerald Wagner

Die LAGS ist zum einen ein Dachverband und eine politische Interessenvertretung behinderter Menschen, aktuell mit rund 30 Mitgliedsorganisationen. So organisiert die LAGS Bremen mit dem Arbeitskreis Bremer Protest den Bremer Protesttag gegen Diskriminierung und für Gleichstellung behinderter Menschen im Mai aus Anlass des Europäischen Tages behinderter Menschen und im Dezember anlässlich des Welttages behinderter Menschen das Bremer Behindertenparlament. Die LAGS Bremen ist stimmberechtigtes Mitglied im Landesteilhabebeirat zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention im Land Bremen, wirkt im Forum barrierefreies Bremen an der barrierefreien Gestaltung Bremens und Bremerhavens mit und in vielen anderen Gremien und Ausschüssen, zum Beispiel im Koordinierungsausschuss zur Patientenbeteiligung. Aktuell stellt die LAGS auch Vertreter*innen in Kommissionen zur Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes und in der Rahmenvertragskommission. Auch ist die LAGS Bremen ein zur Verbandsklage berechtigter Verband. Als solcher wurden schon beachtliche Erfolge erzielt, zum Beispiel in Form einer gütlichen Einigung zur Beseitigung von Barrieren im „Wallforum" im Gebäude der Bremer Stadtbibliothek.

Das parallele Standbein zur Interessenvertretungs- und Dachverbandsarbeit ist die konkrete individuelle Beratung behinderter Menschen und ihrer Angehörigen zu allen Fragen der Teilhabe in unserer Gesellschaft, sei es zu Nachteilsausgleichen, Schwerbehindertenausweis, finanziellen Leistungen, Hilfsmitteln, persönlichem Budget, Wohnsituation, Mobilität, Vermittlung von Rechtsberatung und vielem mehr. Die LAGS Bremen berät auch zu und unterstützt bei spezifischen Problemen von Frauen mit Behinderung, zum Bereich Behinderung und Migration und zur Förderung der Selbsthilfe. Gerade das „Empowerment", das Befähigen, selbstbestimmt für die eigenen Rechte, Bedarfe und Interessen einzutreten ist ein wichtiger Teil der Beratungs- und Verbandsarbeit der LAGS Bremen. Vor allem wird sich für alles die erforderliche Zeit genommen – für jedes individuelle Anliegen, für jedes Problem. Zuhören, über alles sprechen und gemeinsam Lösungen finden – und gemeinsam auch damit umgehen, wenn mal etwas nicht klappt, das ist eine Stärke der LAGS Bremen.

Diese Grundsätze und Zielsetzungen sind auch wichtiger Inhalt der neuen Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB), für die die LAGS Bremen seit dem 1. Januar 2018 eine von sechs Beratungsstellen im Land Bremen ist. Ein 100-Tages-Bericht zur EUTB-Arbeit wurde bereits in den kobinet-nachrichten veröffentlicht. Jetzt, weitere rund 100 Tage später, setzt sich diese Erfolgsgeschichte fort: Inzwischen hat es rund 200 Beratungs- und Informationsgespräche gegeben. Zum einen kommen viele Menschen zu Gesprächen in die Beratungs- und Geschäftsstelle in Bremen-Walle. Zum anderen baut die LAGS Bremen gemeinsam mit SelbstBestimmt Leben Bremen (SL Bremen) Stadtteilsprechstunden in Bremen auf, in denen es auch schon zahlreiche erfolgreiche Beratungsgespräche gegeben hat. Die LAGS und SL haben sich das gemeinsam zum Schwerpunkt gemacht, weil diese beiden Vereine die behinderungsübergreifenden Organisationen im Land Bremen sind.

Die Beratungen der LAG Selbsthilfe Bremen führen der hauptamtliche EUTB-Berater und Geschäftsstellenleiter Gerald Wagner und ehrenamtlich der 1. Vorsitzende der LAGS, Dieter Stegmann, durch. Wir beraten zu allen Fragen der Teilhabe und helfen grundsätzlich und so weit wie möglich „in allen Lebenslagen" rund um alle Fragen zur Teilhabe behinderter Menschen, chronisch kranker und psychisch beeinträchtigter Menschen und ihrer Angehörigen.

Alles, wofür die LAGS steht und was sie an Beratung, Interessenvertretung und Aktionen leistet, erscheint auch in einem „neuen Gewand": Die Homepage der LAGS wurde komplett neu gestaltet, ergänzt um eine eigene Seite über die EUTB. Überzeugen sie sich selbst: https://lags-bremen.de/, https://lags-bremen.de/eutb/. Dort finden Sie auch den aktuellen Jahresbericht 2017-2018, bald ebenso in Leichter Sprache, wie bereits den Jahresbericht 2016-2017 (https://lags-bremen.de/jahresberichte/).

Bei allen Fragen zur LAG Selbsthilfe Bremen e. V. wenden Sie sich gern jederzeit an unsere Beratungs- und Geschäftsstelle:
LAG Selbsthilfe behinderter Menschen Bremen e. V.
Waller Heerstraße 55, 28217 Bremen
Ansprechpartner: Gerald Wagner
Tel.: 0421 / 38 777-14, Fax: -99
E-Mail: info@lags-bremen.de, wagner.eutb@lags-bremen.de