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Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

Logo des Verbundes Leichte Sprache
Logo des Verbundes Leichte Sprache
Bild: VBLS Braunschweig

Braunschweig (kobinet) Standardsprachliche Texte sind für viele Menschen schwer zu lesen und stellen so eine Barriere dar, welche Teilhabe erschwert. Das betrifft vor allem Menschen mit geistigen Leistungsschwächen, Personen mit Migrationshintergrund oder funktionale Analphabeten. Die Fachübersetzerin Bettina Mikhail und der Grafikdesigner Martin Markwort haben deshalb den Verbund Leichte Sprache Braunschweig gegründet und sich die Aufgabe gestellt, beim Abbau von sprachlichen Barrieren zu helfen.

Beide hatten sich im Jahr 2015 auf einem Seminar der Forschungsstelle Leichte Sprache an der Universität Hildesheim kennen gelernt und sich zusammengetan, um eine Verbindung von Informationen in verständlicher Sprache und guter Gestaltung anzubieten. Seit dem hat sich ein breites Feld von Aufgaben entwickelt: ein Ausstellungsführer in Leichter Sprache oder eine Gedenktafel für das Mahnmal für NS-"Euthanasie"-Opfer. Im Februar ist unter dem Titel "Rosa Parks: Eine Frau mit Mut" ein Buch in Leichter Sprache erschienen, welches einen leicht verständlichen Zugang zu historisch-politischer Bildung bietet. Dieses Buch greift den Wunsch von Kongressteilnehmern der Bundeszentrale für politische Bildung nach mehr politischen Informationen in Leichter Sprache auf.

"Leichte Sprache betrifft alle Lebensbereiche", betonen Bettina Mikhail und Martin Markwort und verweisen auf Verwaltungen, Behörden, den öffentlichen Raum, Ärzte, Krankenhäuser, Museen, Kulturbetriebe und Zeitungen. Zugleich weisen sie darauf hin, dass es, hochgerechnet nach einer Studie der Universität Hamburg, allein in Braunschweig zirka 86.000 Menschen und deutschlandweit rund 21,5 Millionen Menschen mit Leseschwierigkeiten gibt. "Genau hier wollen wir sprachliche Barrieren abbauen und mehr Teilhabe am gesellschaftlichen Leben fördern", sagen sie.

Bettina Mikhail und Martin Markwort sind offen für Kooperationen, informieren viel über die Leichte Sprache und leisten auf diese Weise Aufklärungsarbeit zu dem Thema, so in einem kürzlich erschienenen Artikel in der Maizeitung des DGB sowie in einem Rundbrief, der „Neuen Leichtpost“, die auf der Internetseite "Braunschweig Spiegel" erscheint.

In Braunschweig ist nach ihrer Meinung hinsichtlich Barrierefreiheit einiges in Bewegung gekommen, und sie wünschen sich in und für Braunschweig einen „Runden Tisch“ zum Thema Leichte Sprache. "Wenn viele Akteure zusammen den Bedarf an Leichter Sprache identifizieren und entsprechende Angebote entwickeln, könnte eine gesellschaftsrelevante Bewegung daraus werden, und es profitieren viele Bürger davon", betonen beide.

Zum Gedanken- und Erfahrungsaustausch mit ähnlichen Akteuren sei hier auf die Internetseite des Verbunds Leichte Sprache Braunschweig hingewiesen.

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