Kritik an Rathausumbau mit Barrieren

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Bild vom Bischofsschloss in Markdorf
Bild vom Bischofsschloss in Markdorf
Bild: Thomas Schalski

Markdorf (kobinet) Der Inklusionsbotschafter Thomas Schalski und die Ergänzende Unabhängige Teilhabeberatungsstelle (EUTB) Bodensee/Oberschwaben kritisieren in einer gemeinsamen Erklärung die Stadt Markdorf wegen Teilhabefeindlichkeit beim Umbau des Rathauses. Die Stadt Markdorf plant den Umbau des ehemaligen Hotels im Bischofsschloss in ein Rathaus, das jetzige Rathaus soll abgerissen werden und in das 100 Meter entfernte Bischofsschloss ziehen, das aber nicht vollständig barrierefrei werden soll.

Am Ort des jetzigen Rathauses soll nach Informationen von Thomas Schalski ein Hotel gebaut werden. Der Umzug und Umbau des Schlosses sollen 18,5 Millionen Euro kosten. Ein Problem dabei sei der Brandschutz und die Barriefreiheit. "Nach Auskunft des Bürgermeisters soll aber nicht das gesamte Rathaus barriefrei werden, sondern nur ein Teil des neuen Rathauses. In der Ratssitzung erklärte er, er hätte schon genug Kompromisse wegen der Barriefreiheit gemacht. Er würde dann aus dem Büro herunter kommen, wenn jemand mit Rollstuhl da wäre", berichtet Thomas Schalski. Er vermute dahinter, dass der Bürgermeister durch eine umfassende barriefreie Lösung die Umbaukosten nicht unerheblich erhöhen wolle. "Einige Fraktionen hatten erklärt, dass sie das Projekt, wenn es über 18,5 Millionen Euro liegt, zu Fall bringen wollten. Barriefreiheit und damit selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Beeinträchtigung als Verfügungsmasse für einen Bürgermeister, der sich ein Denkmal setzen will."

Thomas Schalski unterstütz daher eine Bürgerinitiative, die sich für einen Bürgerentscheid einsetzt. Dieser Bürgerentscheid habe eine gute Chance und damit komme dann ein modernes Rathaus, welches den Namen Barriefreiheit verdiene. Der Gesichtspunkt der Barriefreiheit wird auch von der EUTB Bodensee/Oberschwaben in die Diskussion in der Stadt eingebracht werden, schrieb Thomas Schalski an die kobinet-nachrichten.