Antragsfrist zur Stiftung Anerkennung und Hilfe verlängern

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Corinna Rüffer
Corinna Rüffer
Bild: MARCO PIECUCH

Berlin (kobinet) Die Stiftung „Anerkennung und Hilfe" ist bei den meisten ehemaligen Heimkindern, die in Heimen der Behindertenhilfe oder der Psychiatrie Leid und Unrecht erfahren haben, noch unbekannt. Lediglich rund 6.400 Betroffene haben sich bisher an die Stiftung gewandt, nur gut 2.200 Betroffene bekamen Unterstützungsleistungen ausgezahlt. "Das sind verschwindend wenige angesichts von geschätzt 97.000 Berechtigten", kritisierte heute die Sprecherin für Behindertenpolitik der Bundestagsfraktion der Grünen. Corinna Rüffer forderte, die Antragsfrist zur Stiftung zu verlängern.

Die allermeisten Betroffenen leben bis heute in Einrichtungen und über die üblichen Informationskampagnen (Internet, Presse, Flyer) nicht zu erreichen, meint die Abgeordnete. Außerdem sei es für viele Menschen aus dieser Personengruppe ohne Unterstützung aus dem persönlichen Umfeld oder von Seiten der Einrichtung nicht möglich, einen Antrag zu stellen.

"Um mehr Betroffenen zu erreichen, muss die Frist zur Antragstellung bei der Stiftung unbedingt verlängert werden. Und wenn es in einer Einrichtungen auch nur einen Fall von Misshandlung oder Gewalt gab, müssen diese Einrichtungen verpflichtet werden, selbst aktiv herauszufinden, inwieweit es weitere Betroffene gibt, und auf diese direkt zuzugehen", betont Rüffer.

Eine Verlängerung der Antragsfrist sei auch deshalb dringend nötig, "weil wir bislang keinen Schimmer haben, wie viele Menschen in Behinderteneinrichtungen und Psychiatrien Opfer von Medikamententests wurden und in welchen Einrichtungen das geschehen ist". Unter Umständen müsse der Aufarbeitungsprozess und die Frage der finanziellen Leistungen an die Opfer nochmal neu aufgerollt werden.

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