Jürgen Dusel ist neuer Bundesbehindertenbeauftragter

Veröffentlicht am von Andrea Schatz

Porträtfoto Jürgen Dusel
Porträtfoto Jürgen Dusel
Bild: Rolf Barthel

Berlin (kobinet) Der Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil, führte am 9. Mai 2018 auf einer Veranstaltung mit Pressevertretungen, Mitarbeitenden des Ministeriums und Behinderten- aktivist*innen Jürgen Dusel in sein Amt als neuer Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen ein.
Zuvor jedoch verabschiedete er die bisherige Behindertenbeauftragte, Verena Bentele, und sprach ihr großen Dank und Anerkennung für ihre geleistete Arbeit aus. „Inklusion bewegt“ sei ihr Motto gewesen und mit Beharrlichkeit und Ausdauer habe sie viel bewegt in den Köpfen und in den Gesetzbüchern.
Neben ihrem unermüdlichen Engagement für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und ihrem konsequenten Einsatz für eine Gleichbehandlung von Menschen mit Behinderung beim Wahlrecht hob er als einen der besonderen Erfolge Benteles die Einrichtung einer unabhängigen Schlichtungsstelle hervor. An diese können sich Menschen mit Behinderungen wenden, wenn sie sich von einem Träger öffentlicher Gewalt durch unzureichende oder fehlende Barrierefreiheit benachteiligt fühlen (§ 16 Behindertengleichstellungsgesetz - BGG).  

Bei der Amtseinführung von Jürgen Dusel
Minister Heil verabschiedet Bentele mit Blumen; Bild: Rolf Barthel

Verena Bentele verabschiedete sich mit einem mitreißenden, kurzen Resümee und einem kämpferischen Blick in die Zukunft.
Das Bundesteilhabegesetz sei das alles bestimmende und prägende Thema ihrer Amtszeit gewesen und wird auch ihren Nachfolger begleiten. Die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung beginne gerade und das Budget für Arbeit als Alternative zur Werkstatt für behinderte Menschen müsse dringend in die Praxis überführt werden.
Auch sei ihr die Verpflichtung von Anbietern privater Dienstleistungen zur Barrierefreiheit weiterhin eine Herzensangelegenheit.
„Ihr habt mich gut ausgebildet“, bedankte sie sich bei ihrem Team im Ministerium. „Diese Talente nehme ich mit. Als künftige Präsidentin des VdK werde ich mit Argusaugen wachen und euch im Nacken sitzen!“
Mit dem Dichterwort von Ernst von Wildenbruch „Vielfalt ist die Würze des Lebens“ wünschte Bentele ihrem Nachfolger viel Kraft und Ausdauer – verbunden mit dem mahnenden Wunsch an Jürgen Dusel und Hubertus Heil, bei der Durchsetzung des Wahlrechts für Menschen mit Behinderung nicht locker zu lassen.  

Das sehe er als eine seiner Hauptaufgaben, die er - neben der Verbesserung der Perspektiven behinderter Menschen auf dem Arbeitsmarkt und dem Wegräumen von Barrieren - anpacken und fortführen möchte, betonte der Bundesminister.
Dann begrüßte er Jürgen Dusel als neuen Behindertenbeauftragten. Dusel, 53 Jahre und Jurist, hatte zuvor u.a. in der Hauptfürsorgestelle in Mecklenburg-Vorpommern gearbeitet und das Integrationsamt des Landes Brandenburg geleitet.
Seit 2010 war er Landesbehindertenbeauftragter in Brandenburg.
Laut Dietmar Woidke, dem Ministerpräsidenten Landes Brandenburg sei Jürgen Dusel hart in der Sache, aber immer mit Augenmaß und einer Prise Humor.

Hubertus Heil betonte: „Ich bin froh, dass wir einen so erfahrenen Fachmann in Sachen Politik für Menschen mit Behinderungen nach Berlin holen konnten. Er kennt die Bedürfnisse der Menschen mit Behinderungen. Ihm ist es in den vergangenen Jahren gelungen, die Behinderten-politik als ressortübergreifende Querschnittsaufgabe in Brandenburg zu verankern. Und Jürgen Dusel hat die Erarbeitung des Bundesteilhabegesetzes kritisch und konstruktiv begleitet und hat an der UN-Staatenprüfung in Genf zur UN-Behindertenrechtskonvention teilgenommen. Ich gehe davon aus, dass wir zusammen die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in Deutschland erheblich verbessern können.“

Bei der Amtseinführung von Jürgen Dusel
Jürgen Dusel und Hubertus Heil; Bild: Rolf Barthel

Mit aller Kraft und Leidenschaft wolle er das tun, betonte Jürgen Dusel: „Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe. Auch in dieser Legislaturperiode muss die UN-Behindertenrechtskonvention Maßstab und Richtschnur in der Politik für Menschen mit Behinderungen sein!“. Die Konvention müsse mit Inhalten gefüllt werden, meinte Dusel und nannte Arbeit, Barrierefreiheit und demokratisches Wahlrecht als die Schwerpunkte seiner künftigen Tätigkeit.
Er bezeichnete Arbeit als Schlüssel zur Teilhabe und Barrierefreiheit als soziale Gerechtigkeit.
Im sozialen Wohnungsbau müsse Barrierefreiheit Standard für alle Wohnungen sein, nicht nur für 10 %. Die Mobilität müsse durch einen barrierefreien OPNV gesichert und die Chancen der Digitalisierung genutzt werden.
„Inklusion und Demokratie sind 2 Seiten einer Medaille“, meinte Dusel und versprach, dass pauschale Wahlrechtsausschlüsse von Menschen mit Betreuung noch vor der nächsten Europawahl 2019 Geschichte sein werden.

Lesermeinungen zu “Jürgen Dusel ist neuer Bundesbehindertenbeauftragter” (17)

Von Axisy537

Kommentare zur Frau Bentele - VdK - waren anscheinend nicht gewollt. Oder warum wurde der Beitrag für Kommentare gesperrt?
Richtig ist, das Ehrenamt ist beschädigt. Der VdK wird durch Mitgliedsbeiträge finanziert. Über 100.000,-- Euro als "Entschädigung" pro Jahr ist einfach nicht gerecht.
Der VdK ist vom Wohlwollen der Politik abhängig.

Von Gisela Maubach

Es werden zunehmend Urteile von Eltern erkämpft - wie z.B. dieses hier:

https://osthessen-news.de/n11588630/landkreis-hat-das-persoenliche-budget-eines-behinderten-rechtswidrig-beschrankt.html

Ein aussagekräftiges Zitat daraus lautet:

"Gegen eine stationäre Versorgung spreche nicht zuletzt der Umstand, dass der Kläger im häuslichen Umfeld dauerhaft von vertrauten Personen betreut und versorgt würde, was im stationären Rahmen in der Intensität nicht möglich sei."

Obwohl die Situation mit unserer absolut vergleichbar ist und hier das ganze Haus nach den Bedürfnissen meines Sohnes eingerichtet ist und für Bewegungsmöglichkeiten eine überdachte Außenfläche und ein Garten mit mehreren Schaukelmöglichkeiten vorhanden ist, wurde das häusliche Umfeld bei uns als Argument benutzt, mich als Mutter weiter einzubinden - unabhängig von meinem Alter.

Wörtlich heißt es im Bescheid, gegen den wir dann geklagt haben:

"Da die Mutter Ihres Mandanten sich zu einem Zusammenleben mit ihrem Sohn . . . entschieden hat, ist der Mutter eine Eigenleistung zumutbar.
Die rechnerisch verbleibenden 8 Stunden sollten mit Rücksicht auf die eigenen Bedürfnisse nach Erholung am Wochenende nicht gänzlich der Mutter zugemutet werden. Eine Teilung erscheint angemessen."

Das hat der Richter im Eilverfahren vor dem Sozialgericht glücklicherweise anders gesehen.
Aber kann es sein, dass ich nun tatsächlich Jahr für Jahr nach Ende der jeweiligen Bewilligungszeit von vorne kämpfen muss . . . so lange, bis ich zusammengebrochen bin?
Der Kostenträger weiß ja, dass ich 61 Jahre alt bin und es nur eine Frage der Zeit sein kann . . .

Warum darf ein Sozialhilfeträger sich derartige Schikanierungen erlauben?
Welchen Sinn hat Artikel 20 des Grundgesetzes, wonach die vollziehende Gewalt an Gesetz und Recht gebunden ist?
Welche Konsequenzen haben Kostenträger zu fürchten, wenn sie Leistungen verweigern bzw. so verschieben wollen, dass der Bedarf des betreffenden Menschen nicht mehr gedeckt werden kann?


Von Behindert_im_System

Zitat:

"Es bleibt zu hoffen, dass Herr Dusel die Menschen nicht mehr vergessen wird, die sich nicht selbst vertreten können und die tatsächlichen Benachteiligungen gemeinsam mit uns Angehörigen herausfindet . . . und endlich nicht mehr ohne uns über uns . . ."

Da wir immer wieder von Sorgen und Nöten Kenntnis nehmen müssen, gibt es ein wunderbares Urteil aus Bayern, wo sich eine Mutter welcher die Betreuung ihres behinderten Sohnes übertragen wurde weigerte, die ihr vorgelegte Zielvereinbarung zu unterschreiben. Interessant an der Sache ist aber die Sichtweise des Gerichts, ab wann eine Mutter in der Betreuung ihres Sohnes nicht mehr die fachlichen Voraussetzungen erfüllt, da es ihr an einer entsprechenden Ausbildung/Qualifikation etc. mangelt. Liest man dieses Urteil so, wie es verstanden sein soll, dann ist eine Mutter soweit geeignet alles ausführen zu können, was für die erforderlichen Fachleute alles zumutbare, übersteigen würde.

David kämpfte gegen Goliath, nur wie weit kam er dabei?

Bayerisches Landessozialgericht 18. Senat Entscheidungsdatum: 16.05.2013 Aktenzeichen: L 18 SO 74/12

Glauben wir wirklich daran, das ein Herr Jürgen Dusel hier zum Wohle nicht nur der Mütter allein, etwas ausrichten kann?

Ich nicht!!!!!

Von kirsti

Gut so, Frau Maubach!

Je mehr Eltern, Angehörige und Freunde von Behinderten diesen – weiß Gott beschwerlichen - Weg gehen, umso eher erreichen wir menschenwürdige Zustände für alle! – Und nicht nur im Landschaftsverband Rheinland!

Weiter alles Beste!

Von Gisela Maubach

Hallo Herr Hentschel,

danke für die Solidarität!
Genau so sehe ich das auch.
Letztendlich besteht das Problem ja darin, dass es sich um unterschiedliche Kostenträger handelt, und je aggressiver der Kostenträger des PB vorgeht, desto größer ist dessen Hoffnung, dass man irgendwann aufgibt und die dann anfallenden Heimkosten vom Landschaftsverband Rheinland zu tragen wären.

Hier wäre eigentlich die Politik gefordert, damit dieser Kampf nicht jährlich wiederholt werden muss. Es sollte doch wohl reichen, wenn der Bedarf und die Höhe des PB schon gerichtlich geklärt wurden und nur unverändert fortgesetzt werden sollen. Am Ausmaß der Behinderung hat sich ja seit vergangenem Jahr nichts verändert, so dass das Sozialgericht sicherlich nicht begeistert wäre, wenn man dort direkt wieder ein Eilverfahren mit gleichem Inhalt auf den Tisch bekäme.

Was die Nachweispflicht betrifft:
Ich werde korrekt abrechnen - so wie ich es auch im vergangenen Jahr gemacht habe (was bis heute nicht beanstandet wurde).
Auf der Seite des BMAS hatte ich dazu allerdings mal folgendes gelesen:
"So viel wie nötig und so wenig wie möglich".
Von einer derartigen Auslegung sind wir hier allerdings sehr weit entfernt . . .

Von Gisela Maubach

@ rgr

Ich habe nun zunächst um einen Gesprächstermin beim Landrat gebeten, um auf diese Weise hoffentlich einen erneuten Rechtsstreit vermeiden zu können.

Im Zusammenhang mit dem obigen Beitrag ging es mir darum, auf unsere wirklichen Probleme aufmerksam zu machen.
Nachdem Frau Bentele konsequent den Dialog mit uns betreuenden Angehörigen vermieden hat und für diejenigen Menschen, die für alle (!) Angelegenheiten eine/n Betreuer/in haben, ausschließlich das Wahlrecht thematisiert hat, möchte ich Herrn Dusel bitten, das Preudo-Problem Wahlrecht in der Prioritätenliste nicht höher zu hängen als das wichtigste Menschenrecht überhaupt - nämlich ob ein Mensch, der sich nicht selbst vertreten kann, nur dann eine Lebensqualität haben darf, wenn er eine/n Angehörige/n hat, der/die bereit und in der Lage ist, grenzenlos bis ins hohe Alter immer und immer wieder dafür zu kämpfen . . . unter Verzicht auf ein eigenes Leben, in welchem Begriffe wie Feierabend, Wochenende oder Krankheitsfall tatsächlich die Bedeutung haben, dass man nicht rund um die Uhr an 7 Tagen pro Woche zur Verfügung stehen muss.

Es bleibt zu hoffen, dass Herr Dusel die Menschen nicht mehr vergessen wird, die sich nicht selbst vertreten können und die tatsächlichen Benachteiligungen gemeinsam mit uns Angehörigen herausfindet . . . und endlich nicht mehr ohne uns über uns . . .

Von Dirk Hentschel

Hallo Frau Maubach,


es ist erschreckend zu hören, mit welcher Aggressivität die Sachbearbeiterin sich in Bezug zu Ihrem Sohn äussert! Sie meint zu wissen, dass, wenn Sie Frau Maubach ausfallen, ein Berufsbetreuer eingesetzt wird, welcher nicht im entferntesten ein Interesse hat, sich durch ein p.B. unnötiger Weise Arbeit auf zu erlegen.

Eine Unterschrift auf einen Heimvertrag und alles ist geregelt - so einfach ist es dann und niemand stößt sich daran ....


Zu Ihren Nachweispflichten - hier sollte ausschließlich das zum Tragen kommen, was im Bescheid zum p.B. steht! Nicht mehr und nicht weniger .....


MfG

Dirk Hentschel

Von Behindert_im_System

"Persönlichkeitsrechte"

Haben wir so etwas überhaupt?

Von rgr

@Gisela Maubach

"Weil ich nicht sicher bin, ob ich damit nicht ihre Persönlichkeitsrechte verletze ..."

Es besteht keine Gefahr, weil die Persönlichkeitsrechte nicht berührt werden. Die Leiterin der Eingliederungshilfe ist Trägerin öffentlicher Gewalt und nur in dieser Eigenschaft ist sie von Interesse..

Seit der Französischen Revolution [in Deutschland sehr viel später] muss das Verwaltungshandeln öffentlich überprüfbar und ggf. politisch korregierbar sein. Das kann auch heißen das die Leiterin ihren Posten räumen muss.

Von Gisela Maubach

@ rgr

Nach Veröffentlichungen des vergangenen Jahres ist ja allgemein bekannt, dass es sich um die Kreisverwaltung Düren handelt:
https://www.youtube.com/watch?v=4HOW5gEb9vk

Weil ich nicht sicher bin, ob ich damit nicht ihre Persönlichkeitsrechte verletze, würde ich hier ungern den Namen nennen, aber wer da zuständig für Eingliederungshilfe als Sachgebietsleitung "Beratungen und Leistungen in sozialen Angelegenheiten" ist, kann man auch im Internet finden.

Diese Sachgebietsleiterin hatte die Kreisverwaltung im März 2017 auch im Gerichtstermin vertreten, in welchem wir uns auf Vorschlag des Richters auf ein Gesamtbudget in Höhe von 6.000 € geeinigt hatten.
Bedenklich fand ich dabei noch ihre Äußerung in Gegenwart des Richters, dass ich dann aber anschließend nicht noch mit weiteren Forderungen kommen dürfte.
Nachdem unsere Anwältin entgegnete, dass weitere Forderungen nur nötig wären, "falls Frau Maubach etwas zustoßen sollte", erklärte die Sachgebietsleiterin noch im Gerichtssaal: "Wenn Frau Maubach etwas zustößt, reden wir sowieso nicht mehr über ein Persönliches Budget"!

Ich finde es sehr grenzwertig, dass ein Kostenträger so deutlich aussprechen darf, dass man die Leistungen unmittelbar streichen würde, wenn der geistig schwerstbehinderte Mensch nicht mehr durch seine Mutter vertreten werden kann.

Nach Ende des Bewilligungsabschnitts 30.06.2017 hatte ich sämtliche Kontoauszüge des Budgetkontos eingereicht und jede Abbuchung auf den Cent genau belegt. Eine Bestätigung, dass diese Abrechnung korrekt war, habe ich bis heute nicht erhalten.

Jetzt wird von mir verlangt, die Verwendung des Budgets bis 05.07.2018 nachzuweisen und dafür völlig ungeeignete Vordrucke zu nutzen.
Wörtlich heißt es noch:
"Die Nachweise müssen alle Kosten umfassen, welche aus dem Persönlichen Budget bestritten wurden (Assistenz, Budgetverwaltung). Die Nachweise enthalten Datum, Zeit und Art der Leistung. Außerdem sind sie durch den Leistungserbringer gegenzuzeichnen."

. . .

Von rgr

@Gisela Maubach

Die Öffentlichkeit will immer Ross und Reiter wissen. Teilen Sie uns einfach mal den Namen und die Dienststelle der Leiterin der Eingliederungshilfe mit.

You never walk alone!

Von Gisela Maubach

Ich möchte aus dem vorliegenden Beitrag hier mal folgendes Zitat von Hubertus Heil hervorheben:

"Ich gehe davon aus, dass wir zusammen die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in Deutschland erheblich verbessern können.“

Und jetzt hoffe ich mal, dass damit auch die Belastung der betreuenden und pflegenden Angehörigen gemeint ist.

Ich bin 61 Jahre alt und bin gesetzliche Betreuerin meines geistig schwerstbehinderten 31-jährigen Sohnes, der über keinerlei Sprachverständnis verfügt, kein Gefahrenbewusstsein hat und auch aus Erfahrungen nicht lernt, so dass sein Bewegungsdrang ununterbrochen in sinnvolle Bahnen gelenkt werden muss. Es besteht vollständige Inkontinenz, und gleichzeitig leidet er unter Epilepsie, wegen der er als Kind schon wiederholt mit stundenlangem Status ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Ohne mein Engagement der Behandlungsoptimierung mit Hilfe der Epileptologie der Uniklinik Bonn würde mein Sohn wahrscheinlich schon gar nicht mehr leben.

Im Dezember 2016 habe ich das mir zuvor verliehene Bundesverdienstkreuz zurückgegeben, weil der Kostenträger, der für die Tagesstruktur meines Sohnes zuständig ist - also die vollziehende Gewalt der Bundesrepublik Deutschland - mir ständig grenzenlose Belastungen aufzwingt.

Ein Eilverfahren vor dem Sozialgericht endete im März 2017 mit einem Vergleich, nachdem der Richter betonte, dass das höhere Prozessrisiko beim Kostenträger liegen würde.

Dieser Bewilligungsabschnitt wird nun am 30.06.2018 enden, so dass ich am Vormittag des 7. Mai den Folgeantrag (in unveränderter Höhe) persönlich bei der Kreisverwaltung abgegeben habe, damit das Budget fließend weiterlaufen kann.

Mehr als eine Woche später erreicht mich nun ein Schreiben der Leiterin (!) der Eingliederungshilfe, in welchem ich aufgefordert werde, die Verwendung des laufenden Budgets nachzuweisen, obwohl das erst im Juli möglich sein wird, da alle Abrechnungen bis Ende Juni darin einfließen müssen.

Aber kein Wort zu meinem Folgeantrag!

Von rgr

Der baden-württembergische Chef des Sozialverbands VdK, Roland Sing hat nichts zu räsonieren

Auf Gisela Maubachs Link ist zu lesen: "«Wenn an der Spitze Geld bezahlt wird, dann wird die ganze ehrenamtliche Struktur des Verbandes infrage gestellt», sagte Sing am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Ihm zufolge geht es um mehr als 100 000 Euro im Jahr, die Bentele bekommen soll." [http://www.stimme.de 14.03.18]

Ich muss Roland Sing wiedersprechen. Die Gehaltsforderung in Größenordnung von 100.000 €/a müssen die Unabhängigkeit von Verena Bentele sichern. Das geht ehrenamtlich nun mal nicht. Nicht wenn sie als VdK Verbandsvorsitzende an Entscheidungen beteiligt wird, die schnell mal in die Millionen gehen können.

Als früherer Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg bezog Roland Sing wohl so um 200.000 €/a. Siehe: https://www.krankenkassen.de/krankenkassen-vergleich/statistik/finanzen/vorstand/gehalt/ Hinzu traten um die 60.000€/a an sogenannter variabler Vergütung (vermutlich so etwas wie Sitzungsgelder).

Als ehemaliger Krankenkassenvorstand der AOK Baden-Württemberg hatte Roland Sing bereits ausgesorgt, als er Chef des VdK wurde. Sein Credo der Ehrenamtlichkeit ist vor dem Hintergrund seiner einträgichen Karriere nicht wirklich gaubwürdig und es bleibt ein fahler Eindruck zurück.

Warum all das nur? Vieleicht schwelt im Hintergrund ein Streit zwischen einer Krankenkasse und dem VdK?

Von kirsti

Mich verwundert die Anspruchshaltung von Frau Bentele, wie sie im unten angegebenen Link zum Ausdruck kommt. – Weiß sie oder wusste sie jemals, wen sie in ihrer Eigenschaft als Behindertenbeauftragte des Bundes gegenüber ihren ehemaligen Auftraggeber*innen vertrat?
Völlig unglaublich und unglaubwürdig ist vor diesem Hintergrund die Angst vor einer vorgeblichen „Altersarmut“. Sie wirkt eher wie ein Schlag ins Gesicht oder Ohrfeige gegenüber denjenigen, für die sie in ihrer vierjährigen Amtszeit als Behindertenbeauftragte zuständig war.

Von Gisela Maubach


http://www.stimme.de/suedwesten/nachrichten/pl/VdK-Landeschef-gegen-moegliche-VdK-Bundespraesidentin-Bentele;art19070,4027034

Von Behindert_im_System

Zitat:

"Das Bundesteilhabegesetz sei das alles bestimmende und prägende Thema ihrer Amtszeit gewesen und wird auch ihren Nachfolger begleiten."

Bei diesem schlechten Ergebnis frage ich mich ernsthaft, wie kann man auf so einen Scherbenhaufen welchen man hinterlässt, noch stolz sein?

„Ihr habt mich gut ausgebildet“, bedankte sie sich bei ihrem Team im Ministerium. „Diese Talente nehme ich mit. Als künftige Präsidentin des VdK werde ich mit Argusaugen wachen und euch im Nacken sitzen!“

Es wird nicht so schlimm werden und die Suppe nie so heiß gegessen wie gekocht. Die Frage welche ich mir ernsthaft stelle ist, bekanntlich soll es ja vorkommen, das neue Besen gut und besser kehren, aber muss dass auch heißen, der Wandel zeigt sich von seiner schönsten Seite?

Müssen wir nun Angst haben? Es ist nicht schlecht wenn man einen Juristen an die Spitze stellt, man soll aber auch bedenken es wird sich wenig verändern und da hilft kein Wahlrecht für alle, denn ich verzichte gern darauf wenn mein Wahlrecht, meine Sorgen und Nöte an der Wahlurne enden.

Von Gisela Maubach

Zitat aus dem Beitrag:

" . . . und das Budget für Arbeit als Alternative zur Werkstatt für behinderte Menschen müsse dringend in die Praxis überführt werden."

Leider bleibt auch hier - wie immer - derjenige Personenkreis unberücksichtigt, der keine Chance auf das Budget für Arbeit hat - nämlich diejenigen Menschen, die aufgrund der Schwere ihrer Behinderung nicht arbeitsfähig sind.

Absurderweise wird genau diesem Personenkreis im vorliegenden Beitrag - auch wie immer - das Luxusproblem Wahlrecht angedichtet, während gleichzeitig verschwiegen wird, dass eben diese Menschen "vorrangig" von der Sozialen Teilhabe ausgeschlossen bleiben sollen und extrem-gepoolt in der WfbM verwahrt werden sollen.

Als Mutter eines Betroffenen werde ich Herrn Dusel bitten:
Bitte nicht mehr über uns (bzw. über die von uns Betreuten) - sondern MIT uns!
Die Vorrangigkeit des Extrem-Poolings nimmt den betroffenen Menschen ihre Lebensqualität, denn das Unterbringen innerhalb eines Raumes mit anderen Behinderten bedeutet den Ausschluss aus der nichtbehinderten Welt - also eine extreme Menschenrechtsverletzung! Das darf jetzt nicht mehr totgeschwiegen werden!

Lesermeinung schreiben?

Beim erstmaligen Schreiben Ihrer Lesermeinung werden Sie zur Registrierung geleitet. Dabei erkennen Sie die Nutzungsbedingungen und die Netiquette an.Sie erhalten eine Bestätigungs-E-Mail. Bitte schauen Sie auch in Ihren Spamordner. Bestätigen Sie den Empfang durch Klicken auf den angezeigten Link. Sie erhalten ein Fenster und ergänzen Ihren Anzeigenamen und Ihren persönlichen Namen zur E-Mailadresse. Die Lesermeinung ist auf 2000 Zeichen begrenzt und Sie können bis 14 Tage nach Veröffentlichung der Nachricht schreiben.