Lebenshilfe Schleswig-Holstein zur Kleinen Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

Logo der Lebenshilfe
Logo der Lebenshilfe
Bild: Lebenshilfe

Kiel (kobinet) Der Bundesvorstand der Lebenshilfe ist entsetzt über die Kleine Anfrage der AfD-Fraktion zu schwerbehinderten Menschen in Deutschland. Die Lebenshilfe Schleswig-Holstein beurteilt die Kleine Anfrage der AfD als bewusst provozierend und eindeutig diskriminierend. Die Herstellung von Verknüpfungen von Migration und Beziehungen innerhalb der Familie in Zusammenhang mit Ursachen von Behinderung ist auch nach Einschätzung der Lebenshilfe Schleswig-Holstein in jeder Weise inakzeptabel.

Das Vorgehen der AfD wird in einer Stellungnahme der Lebenshilfe Schleswig-Holstein als perfide und verabscheuungswürdig bewertet. Dieses Verhalten und die dahinter liegende Haltung stehen, so wird festgestellt, in krassem Gegensatz zu Menschen- und Gesellschaftsbild der Lebenshilfe. "Wir unterstützen deshalb ausdrücklich die Erklärung der Bundesvereinigung Lebenshilfe", betont dieser Landesverband und sieht in der Kleinen Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion das Bemühen, den Boden für Ausgrenzung vorzubereiten und gesellschaftliche Solidarität zu gefährden sowie Menschen mit Behinderung und Menschen mit Migrationshintergrund zu diskriminieren.

Das Heranziehen von Inzest als vermeintliche Hauptursache von Behinderungen in Deutschland sowie die damit verbundene Mutmaßung, dass es sich bei einer Vielzahl der behinderten Personen um Menschen mit Migrationshintergrund handeln könnte, ist nach Einschätzung der Lebenshilfe Schleswig-Holstein völlig abwegig und inakzeptabel. Die steigende Zahl von Menschen mit Behinderung in Deutschland ist, wie allgemein nachzulesen ist, darauf zurückzuführen, dass die Lebenserwartung stetig zunimmt und die Menschen im Alter verstärkt von Behinderungen betroffen sind. Die Zahl der angeborenen Behinderungen nimmt dagegen ab. Das geht auch aus der Antwort des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales auf die AfD-Anfrage hervor.

In der Stellungnahme der Lebenshilfe Schleswig-Holstein wird schließlich betont: "Die Anfrage weckt Erinnerungen an die dunkelste Zeit in unserer Geschichte. Auch im Nationalsozialismus wurde zuerst von „Vermeidung von Behinderung“ und „lebensunwertem Leben“ gesprochen. Das führte letztlich dazu, dass etwa 300.000 kranke und behinderte Menschen ermordet wurden. Es wird deutlich, dass die AfD alle Menschen, die nicht in ihr Weltbild passen, ausgrenzen will. Die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung, für die sich die Lebenshilfe einsetzt, lehnt die AfD ab. Die Bundesvereinigung Lebenshilfe erneuert ihren Beschluss: Lebenshilfe und AfD sind unvereinbar."

Lesermeinungen zu “Lebenshilfe Schleswig-Holstein zur Kleinen Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion” (1)

Von Backfisch1981

Auch unter dieser Bundesregierung sind behinderte Menschen auch nicht wirklich willkommen. Alles steht unter Kostenvorbehalt und am Ende soll das ganze BTHG und Inklusion nicht mehr Kosten, als vorher. Im Gegenteil. Fremde Beamte und Politiker bestimmten, wie viel Wert behinderte Menschen sind. Ich könnte noch viel mehr auszählen. Erst einmal vor der eigenen Tür schauen.

Lesermeinung schreiben?

Beim erstmaligen Schreiben Ihrer Lesermeinung werden Sie zur Registrierung geleitet. Dabei erkennen Sie die Nutzungsbedingungen und die Netiquette an.Sie erhalten eine Bestätigungs-E-Mail. Bitte schauen Sie auch in Ihren Spamordner. Bestätigen Sie den Empfang durch Klicken auf den angezeigten Link. Sie erhalten ein Fenster und ergänzen Ihren Anzeigenamen und Ihren persönlichen Namen zur E-Mailadresse. Die Lesermeinung ist auf 2000 Zeichen begrenzt und Sie können bis 14 Tage nach Veröffentlichung der Nachricht schreiben.