Wer folgt auf Verena Bentele?

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Verena Bentele
Verena Bentele
Bild: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Nachdem Angela Merkel heute zum vierten Mal zur Bundeskanzlerin vom Deutschen Bundestag gewählt wurde und heute Nachmittag die zukünftigen Ministerinnen und Minister vereidigt werden, fragen sich viele behinderte Menschen und ihre Verbände, wer zur oder zum neuen Bundesbehindertenbeauftragten ernannt wird. Die derzeit noch kommissarisch amtierende Beauftragte Verena Bentele hatte bereits durchblicken lassen, dass sie für das Amt nicht mehr zur Verfügung steht, was sie am Sonntag im ZDF bestätigte.

"Nee, ich werde nicht wieder dabei sein. Ich werde im Mai kandidieren als Präsidentin vom großen Sozialverband VdK Deutschland, wo ich mich dann lobbypolitisch einsetzen kann für Rentenpolitik, Krankenversicherung, Pflege, Menschen mit Behinderungen. Ich werde mich so engagieren und werde dann wieder mein Business, wie sagt man so, Vorträge, Couching wieder aufnehmen und freue mich darauf. Aber es waren tolle und spannende Jahre", erklärte Verena Bentele in der ZDF-Sendung Paralympics extra vom 12. März.

Die LIGA Selbstvertretung hat bereits letzte Woche gefordert, dass bei der Benennung der bzw. des Bundesbehindertenbeauftragten auf Qualität der Beteiligung statt auf Tempo gesetzt werden sollte. Dabei müsse gerade im Hinblick auf den in diesem Koalitionsvertrag viel zu kurz gekommenen Grundsatz "Nichts über uns ohne uns" sichergestellt werden, dass eine mit den Themen Selbstbestimmung, Teilhabe und Inklusion eng verbundene behinderte Person für das Amt gefunden wird. Zudem müsse diese in Sachen Behindertenpolitik und UN-Behindertenrechtskonvention kompetent sein und die Selbstvertretungsorganisationen müssten in die Entscheidung für die oder den neuen Beauftragten mit einbezogen werden.

Link zum Interview mit Verena Bentele vom 12.3.2018 im ZDF ab Minute 37