Ausstellung blinder FotografInnen

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Fotografie: Schatten des Aterns
Fotografie: Schatten des Aterns
Bild: GPirner Der Schatten des Atems

Berlin (kobinet) "Was du nicht siehst", so lautet der Titel einer Ausstellung fünf blinder FotografInnen, die vom 10. - 31. März in der Galerie Kungerkiez in Treptow gezeigt wird. Nach Aussage der Veranstalter ist dies die bisher größte Ausstellung blinder FotografInnen in Berlin.

"Die beharrliche Beschäftigung mit der Fotografie, die Entwicklung der für Blinde Fotografen nötigen bzw fruchtbaren Vorgehensweisen und Techniken, vor allem die Ausbildung von sehenden Assistenten, die ihnen die Bilder vom Entwurfsstadium bis zum endgültigen Werk minutiös beschreiben, sowie die Entwicklung einer ausgetüftelten Technik des 'Lightpaintings', die es ihnen erlaubt, das Motiv vor der Kamera weitgehend zu kontrollieren, verhalfen ihnen zur Entwicklung individueller künstlerischer Handschriften und zu Bildern, die nur sie machen können. Die Gruppe dokumentiert jeden Arbeitsschritt und macht alle Verfahren transparent, so dass klar wird, dass die Bilder der Blinden Fotografen tatsächlich weder Schwindel noch das Werk ihrer sehenden Assistenten sind. Je deutlicher sich die Handschriften ausprägen, desto klarer wird auch, dass sie nicht von den wechselnden Assistenten stammen. Das Team ist wichtig, Fotografie von Blinden ist Teamwork, aber der blinde Fotograf, die blinde Fotografin ist das kreative Zentrum", heißt es in der Presseinformation zur Ausstellung.

Bestandteil der Ausstellung ist ein temporäres Lightpaintingstudio, das es erlaubt, sich selbst einen Eindruck davon zu verschaffen, wie Blinde Fotografen arbeiten. Es bietet aber auch die Möglichkeit, sich von einer Blinden FotografIn portraitieren zu lassen. Direkt im Anschluss an die Ausstellung wird ein reguläres Fotostudio für Blinde Fotografen in Berlin eröffnet. Es ist das erste seiner Art. Es bietet alle technischen Voraussetzungen für Lightpainting und gut ausgebildete Assistenten für Blinde und Sehbehinderte. Es sollen auch Workshops angeboten werden. Das Studio soll zugleich ein Anlaufpunkt für alle am Thema Fotografie und Blindheit Interessierten sein. Sehende und blinde Kunsthistoriker, Kuratoren, Galeristen und Fotografen gehören bereits zum Kreis, heißt es in der Presseinformation.

Die Vernissage findet am 9. März um 19.00 Uhr in der Galerie Kungerkiez, Karl-Kunger-Str. 15, in 12435 Berlin statt.

 

 

 

 

 

 

 

Geöffnet  Do - So 15-19h