Veranstaltung: Menschenrechte und Behinderung

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

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Bild: ht

Berlin (kobinet) Am kommenden Donnerstag, den 22. Februar um 19:00 Uhr findet im Robert-Havemann-Saal im Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Straße 4, in 10405 Berlin die Veranstaltung Menschenrechte und Behinderung statt. Die Internationale Liga für Menschenrechte und die Kellerkinder aus Berlin laden zu dieser Veranstaltung ein, die kostenfrei ist, wie der Inklusionsbotschafter Thomas Künneke mitteilte.

"Viele Gruppen von Menschen mit unterschiedlichsten körperlichen, sinnesbedingten, psychischen Beeinträchtigungen und Menschen mit Lernschwierigkeiten erleben ihr Anderssein als individuelles Defizit. Für 'Rücksichtnahme und Unterstützung' wird seitens der Gesellschaft Dankbarkeit erwartet und das Fügen in fremdbestimmte, vorgegebene Formen der Hilfe und des Umgangs mit der Behinderung. Die Menschenrechte beschränken sich aber nicht auf den normativ gesunden Menschen. Hierfür steht die UN-Behindertenrechtskonvention, die die Bundesrepublik 2009 ratifiziert hat. Viele Betroffene und Nutzer*innen von Unterstützungsleistungen, insbesondere Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen und Lernschwierigkeiten, sind sich ihrer Menschenrechte nicht bewusst. Dieser Workshop/Vesper soll das Bewusstsein der Forderung von Menschen mit Beeinträchtigungen für ein selbstbestimmtes und partizipatives Leben in der Gesellschaft stärken. Mit der Veranstaltung stellt sich die neu gegründete, von der Internationalen Liga für Menschenrechte und von Kellerkinder e.V. getragene Arbeitsgruppe 'Menschenrechte und Behinderung' vor", heißt es in der Ankündigung der Veranstaltung.

Link zu weiteren Informationen zur Veranstaltung

 

Lesermeinungen zu “Veranstaltung: Menschenrechte und Behinderung” (3)

Von kirsti

Möchte mich Frau Maubach und Herrn Hentschel anschließen; es gibt nicht den „Vorzeigebehinderten“. So wie jeder Mensch anders ist, ist auch jeder behinderte Mensch anders und will – nicht muss – in seinem Anderssein auch so wahr- und vor allem ernstgenommen werden. Um das Allerweltswort „Inklusion“ zu vermeiden: Jedem Menschen – und Mensch schließt alle Menschen ein – stehen die Menschenrechte zu, allen behinderten Menschen zusätzlich ihre ureigenen persönlichen und individuellen Behindertenrechte, die sich nach dem jeweiligen Behinderten richten – und nicht umgekehrt. Der jeweilige behinderte Mensch ordnet sich nicht der BRK unter, sondern die BRK ist für den Menschen da. – So ähnlich könnte ich mir persönliche Teilhabe vorstellen, wenn man sie denn wirklich umsetzen will. Jeder Mensch mit Behinderung hat seine eigenen Bedürfnisse, die zu sehen und zu verwirklichen sind. Und das in der Praxis und nicht nur als Gerede!

Außerdem würde ich mal vorschlagen, das Wort „Inklusion“ durch „Teilhabe“ oder einen besseren Begriff zu ersetzen. Das ist nicht meine Erfindung, sondern es gibt schon gute Literatur über dieses Allerweltsthema: Udo Sierck: „Budenzauber Inklusion“, Wolfgang Jantzen: „Inklusion als Paradiesmetapher? Zur Kritik einer unpolitischen Diskussion und Praxis.“ In: Georg Feuser (Hg.): „inklusion – ein leeres Versprechen?“ u.a.

Von Gisela Maubach

Ich schließe mich den Ausführungen von Dirk Hentschel in vollem Umfang an.

Von Dirk Hentschel

Sehr geehrtes Organisationsteam!


Leider kann ich nicht vor Ort sein und möchte daher auf diesem Wege folgendes in die Runde geben:

Bitte vergesst nicht die Menschen mit Behinderungen, welche nicht für sich selbst sprechen, sondern dafür Vertrauenspersonen benötigen um ihre Rechte durchgesetzt zu bekommen.

Es ist wichtig eindeutig darzulegen, dass JEDEM MENSCH MIT BEHINDERUNGEN laut UN BRK seine Menschenrechte zuerkannt werden!

Eine Unterscheidung von BEHINDERUNGSARTEN (hier speziell "Geistigbehindert" zu "Körperbehindert") und der "Deutung" wem was darauf hin zugebilligt, zugemutet werden darf oder kann ist MENSCHENRECHTSVERLETZUNG und DISKRIMINIERUNG!

Hier spricht die UN BRK eindeutig dagegen! Es ist jedoch tägliche Praxis ...........

Wenn ich falsch liege möge man mich gern berichtigen!

Ich bitte um einen Appell an alle Menschen mit Behinderungen (und deren Angehörige) an einem Strang zu ziehen!

Danke

MfG

Dirk Hentschel

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